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14.03.2014 - 08:43 Uhr


Butt: "Spiel kommt für Bayer zur rechten Zeit"

Er kennt sie in und auswendig: Hans Jörg Butt spricht mit bundesliga.de über das bevorstehende Duell seiner Ex-Clubs Bayern München und Bayer 04 Leverkusen

Die meisten seiner 387 Bundesligaspiele bestritt Butt für Leverkusen. In sieben Jahren lief er 191 Mal für Bayer auf

Von 2008 bis 2012 (63 Spiele) stand Butt beim FC Bayern zwischen den Pfosten

München - Jörg Butt hat in seiner Karriere über 250 Spiele für den FC Bayern und Bayer Leverkusen absolviert. Mit bundesliga.de spricht der gebürtige Oldenburger vor dem anstehenden Spitzenspiel des FC Bayern gegen die Werkself über die unterschiedlichen Ausgangspositionen der beiden Vereine (Vorschau-Fakten).

bundesliga.de: Herr Butt, am Samstagabend treffen im Topspiel des 25. Spieltags zwei Ihrer Ex-Clubs aufeinander: Bayern München gegen Bayer Leverkusen. Beim letzten Gastspiel der Werkself gewannen Kießling und Co. überraschend mit 2:1. Wie sehen Sie die Chancen in diesem Jahr?

Jörg Butt: Leverkusen befindet sich im Moment in einer schwierigen Phase. Da ist es nicht unbedingt einfach, gerade jetzt nach München zu fahren.

bundesliga.de: Sie sprechen die Durststrecke von Bayer 04 an. Seit dem 19. Spieltag gab es keinen Pflichtspiel-Dreier mehr. Wie erklären Sie sich, dass Leverkusen meistens in der Rückrunde einbricht?

Butt: Leverkusen hat eine super Vorrunde gespielt. Auch in der Champions League lief es zu diesem Zeitpunkt sehr gut. Die Mannschaft war sehr stabil. Warum es jetzt nicht mehr so gut läuft, lässt sich nicht wirklich erklären.

bundesliga.de: Glauben Sie, dass sich das Team von Coach Sami Hyypiä bis zum Saisonende stabilisieren wird? Oder besteht sogar die Gefahr, in der Tabelle komplett abzurutschen?

Butt: Es klingt vielleicht etwas paradox: Aber das Spiel gegen die Bayern kommt zur rechten Zeit. Die Erwartungen an Bayer sind nicht ganz so hoch. Man kann in solch einem Spiel natürlich versuchen, für die Überraschung zu sorgen. Das ist beim letzten Auftritt auch gelungen. Die Werkself war immerhin die letzte Mannschaft, die den FCB in der Liga bezwingen konnte. Auch wenn es natürlich total schwierig wird, kann ein erfolgreicher Auftritt der Mannschaft wieder Auftrieb für die letzten Spiele geben.

bundesliga.de: Worauf kommt es in der Schlussphase der Saison besonders an?

Butt: Jeder Spieler sollte sich bewusst sein, worum es geht. Leverkusen hat sicher den Anspruch, auch mit Blick auf die tolle Hinrunde, sich am Ende der Saison für die Champions League zu qualifizieren.

bundesliga.de: Bayer hat sich unter der Woche in der Königsklasse gegen Paris-Saint-Germain trotz der 1:2-Niederlage beachtlich geschlagen. Gibt das nochmal einen Schub?

Butt: Mit Sicherheit. Das Hinspiel lief natürlich alles andere als optimal. Mit dem Aufritt bei PSG hat man sich vernünftig aus der Champions League verabschiedet und kann sich jetzt voll und ganz auf die Bundesliga konzentrieren. Man sollte jetzt nochmal alle Kräfte mobilisieren, um die ausgegebenen Saisonziele zu erreichen. Das hat sich die Mannschaft einfach auch verdient, weil Bayer bis dahin tollen Fußball geboten hat. Es wäre natürlich ärgerlich, wenn man das auf der Schlussgerade noch verspielen würde.

bundesliga.de: Kommen wir zum FC Bayern. Der Rekordmeister dominiert die Liga. Ist der FCB aktuell überhaupt noch zu stoppen? Wenn ja, von wem?

Butt: In der Bundesliga mit Sicherheit nicht. Die Meisterschaft ist entschieden. Man hat natürlich aufgrund der letzten Saison hohe Ansprüche. Die Bayern sind auf Rekordjagd. Das macht den Verein auch aus, dass man sich immer wieder neue Ziele setzt. Das größte Ziel ist sicherlich, den Champions-League-Titel zu verteidigen, um sich unsterblich zu machen.

bundesliga.de: Sie kennen beide Seiten. Mit welchem Gefühl fährt man nach München? Hat sich über die Jahre da etwas verändert?

Butt: Es war schon immer schwierig, in München zu bestehen. Die Bayern waren und sind immer der Favorit. Mittlerweile ist die Mannschaft aber so stabil, dass es für die Auswärtsmannschaft immer schwieriger wird, überhaupt etwas mitzunehmen. Allerdings hat das 1:1 gegen Arsenal auch gezeigt, dass es nicht unmöglich ist.

bundesliga.de: Wo sehen Sie bei den Bayern die größten Unterschiede zur letzten Saison?

Butt: Es ist eine stetige Entwicklung da, die zu meiner Zeit begann. Man hat sich von Jahr zu Jahr immer mehr stabilisiert und vor allem gesteigert. Die Bayern ruhen sich nicht auf vergangenen Erfolgen aus, sondern bleiben immer weiter dran.

bundesliga.de: Was macht die Arbeit von Pep Guardiola im Wesentlichen aus? Sie haben ja noch die Zeit unter seinem Vorgänger Jupp Heynckes erlebt.

Butt: Er passt einfach, auch zur Entwicklung der Mannschaft. Jupp Heynckes war im letzten Jahr der richtige Mann am richtigen Ort. Guardiola führt das fort und setzt noch einmal neue Reizpunkte. Man hat den Eindruck, dass es ein nahtloser Übergang war. Der Zeitpunkt nach dem Triple-Erfolg war einfach perfekt. Die Mannschaft brauchte neue Impulse.

bundesliga.de: 49 Spiele ohne Niederlage. Schaffen es die Bayern, ungeschlagen Meister zu werden?

Butt: Das Ziel, für eine neue Rekordsaison zu sorgen, ist natürlich da. In der Bundesliga kann aber immer viel passieren. Auch die Bayern können mal ausrutschen. Die Mannschaft sollte nicht den Fehler machen, zu glauben, dass man ungeschlagen Meister wird. Aufgrund des großen Vorsprungs besteht die Gefahr, dass man es vielleicht etwas lockerer angehen lässt. Allerdings werden die Verantwortlichen und die Spieler untereinander genau aufpassen, dass es dazu nicht kommen wird.

Das Gespräch führte Yannik Schmidt

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