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10.04.2014 - 16:30 Uhr


Kratzen und Beißen statt Kaffee und Kuchen

Der jetzige HSV-Coach Mirko Slomka führte Hannover 96 zwei Mal in die Europa League

Vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Club liegt Slomka mit dem HSV zwei Punkte hinter 96

Pierre-Michel Lasogga ist mit zwölf Treffern Hamburgs Top-Torjäger. Wegen hartnäckigen Oberschenkelproblemen droht der 22-Jährige allerdings erneut auszufallen (© imago)

München - Geschenke wird es nicht geben. Dafür steht für Mirko Slomka an alter Wirkungsstätte mit dem Hamburger SV zu viel auf dem Spiel. "Es wird kein Treffen unter Freunden oder ein Kaffeekränzchen", sagt Slomka vor dem richtungsweisenden Spiel bei Hannover 96. Der HSV kann im spannendsten Abstiegskampf aller Zeiten einen Big Point landen und an den Niedersachsen vorbeiziehen - allerdings nur wenn Slomka mal wieder in der Fremde gewinnt (mit dem Tabellenrechner den Saisonendspurt tippen!).

Seine letzten zwölf Auswärtsspiele in der Bundesliga hat Slomka allesamt verloren. Die acht Niederlagen auf fremdem Platz in der Hinrunde waren der Grund, warum sich Hannover Ende des vergangenen Jahres von ihm trennte. Und auch mit dem HSV wartet der 46-Jährige noch auf den ersten Punkt in der Fremde.

Endet Slomkas Serie in vertrauter Umgebung?

Der in Hildesheim in der Nähe von Hannover geborene Slomka kennt bei 96 jeden Grashalm. Von 1989 bis 1999 war er als Jugendtrainer bei den Niedersachsen tätig. Im Januar 2010 übernahm er in der schwierigen Situation nach dem Freitod von Robert Enke die Profimannschaft der 96er und rettete sie gerade noch vor dem Abstieg.

Nach drei Jahren und 135 Bundesliga-Spielen war im Dezember 2013 Schluss für Slomka, der Hannover trotz Rekordbilanz verlassen musste. In einer Tabelle der Jahre 2010 bis 2013 belegt Hannover Rang 5. Slomkas Punkteschnitt (1,4 pro BL-Spiel) und sein Sieganteil (40 Prozent) während dieser Zeit sind Bestwerte in der 96-Historie.

Slomka von Hannovers Abrutschen "überrascht"

Das Duell an der Leine ist daher "kein normales Spiel" für Slomka. "Ich kenne viele Spieler in- und auswendig, schließlich habe ich sie bis Dezember noch trainiert", sagt der HSV-Trainer. Als Slomka gehen musste, hatten die Roten noch sieben Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz - jetzt sind es nur noch drei Pünktchen. Dass Hannover trotz zwei Siegen zum Rückrundenstart nun wieder so weit unten zu finden ist, "überrascht" Slomka: "Ich weiß, dass es ein guter Kader ist, mit vielen guten Einzelspielern. Aber wenn man in solch einen Strudel gerät, dann ist es manchmal schwer."

Dennoch wird der Fußballlehrer am Samstag keine Rücksicht auf seinen ehemaligen Arbeitgeber nehmen. "Am Ende geht es auch in diesem Spiel nur um drei Punkte." Und die benötigt der HSV als Tabellensechzehnter mindestens genauso dringend. Die Bilanz gegen seinen Ex-Club dient dabei als Mutmacher. Als Trainer von Schalke 04 holte der studierte Mathematik- und Sportlehrer in vier Duellen gegen 96 drei Siege und ein Remis und warf die Niedersachsen zudem 2007 aus dem DFB-Pokal.

Lasogga fällt aus

In Hannover will Slomka nun mit dem Hamburger SV seinen 100. Sieg als Bundesliga-Coach feiern: "Keiner lehnt sich hier jetzt zurück. Wir fahren da hin, um zu arbeiten." Auch seine Spieler schuften fleißig. So kehrten die zuletzt angeschlagenen Ivo Ilicevic, Jacques Zoua und Rafael van der Vaart wieder ins Mannschaftstraining zurück. Hoffnungsträger Pierre-Michel Lasogga erlitt indes einen Rückschlag. Wegen hartnäckigen Oberschenkelproblemen konnte der 22-Jährige am Mittwoch nur individuell trainieren. Am Donnerstag reiste Lasogga zur Untersuchung nach München. Die bittere Diagnose: Der Stürmer fehlt dem HSV zwei weitere Wochen.

Maximilian Lotz

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