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30.03.2014 - 20:05 Uhr


Mit viel Mut nach Madrid

Jürgen Klopp und seine Borussen verteidigten den 2. Platz vor Schalke 04

Marco Reus erzielte beim 3:2 in Stuttgart einen Dreierpack

Reus bejubelte seine Saisontreffer Nummer zehn, elf und zwölf. An Real Madrid haben er und die Borussen gute Erinnerungen, geland doch im Vorjahr gegen die Spanier der Einzug ins Finale der Königsklasse

Stuttgart - Viel mehr Selbstbewusstsein kann man kaum sammeln: In Stuttgart eine furiose Aufholjagd hingelegt, zudem einen Marco Reus in Galaform - Borussia Dortmund fährt mutig nach Madrid, allerdings keinesfalls übermütig.

Denn Mats Hummels war vor Wochenfrist beeindruckt von den Königlichen. Die hatten zwar den "Clasico" gegen Barcelona verloren, aber beim sagenhaften 3:4 Fußball vom Allerfeinsten geboten. Entsprechend respektvoll fiel Hummels' Analyse aus. "Madrid war keinesfalls unterlegen, das ist einfach nach wie vor eine große Ansammlung von Weltklassespielern", sagte der BVB-Verteidiger nach dem hart erkämpften 3:2-Erfolg in Stuttgart gegenüber bundesliga.de.

"Real ist nicht nur Ronaldo"

Vor allem die Offensive der Spanier hatte es Hummels angetan. "Real ist nicht nur Ronaldo. Sie haben Benzema, di Maria, Bale und halt auch Ronaldo", so Hummels. In der Tat ist der Angriff der Königlichen nur schwer zu stoppen, das musste eine Runde zuvor auch der Dortmunder Erzrivale aus Schalke bitterlich erfahren. Sechs Tore hatten sich die Knappen damals zuhause eingefangen.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp fährt ebenfalls mit riesigem Respekt, aber ohne Angst nach Spanien. Wenn am Mittwoch in Madrid (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) angepfiffen wird, dann sei man in erster Linie erst einmal stolz, überhaupt im Viertelfinale der Champions League zu stehen, so Klopp zuletzt. Dem sogenannten Champions-League-Fluch - Dortmund hatte zuletzt vor internationalen Partien des Öfteren verloren - maß er auf der Pressekonferenz in Stuttgart keine Bedeutung bei.

Akkus aufladen für Real

Man werde zwar in Madrid "riesige Probleme zu bewältigen" haben. Das aber hätten auch andere Mannschaften schon gemusst. Und außerdem: "Dass wir im Viertelfinale auf einen starken Gegner treffen, das war klar. Abschenken werden wir deswegen aber noch lange nicht, auch wenn wir in Madrid sicher nicht der haushohe Favorit sind."

Klopp hat die Taktik festgezurrt: "Wir wollen bei Real einen Treffer erzielen, um dann im Rückspiel vielleicht alles klar zu machen". Nun aber, so Klopp in Stuttgart, wolle man bis Mittwoch "regenieren", denn "die Jungs sind kaputt" - Kräfte tanken sei nun die Devise.

Klar ist aber auch: Die Dortmunder haben in Stuttgart alles getan, um mutig nach Madrid reisen zu können. Nach schwachem Start und schnellem 0:2-Rückstand drehten sie die Partie bei durchaus guten Schwaben in eindrucksvoller Manier. Schnell, ideenreich und mit dem gewohnt präzisen Kurzpasspiel zermürbten sie den VfB und siegten letztlich verdient.

"Wichtig, Selbstvertrauen zu tanken"

Besonders wichtiger Nebeneffekt: Marco Reus ist nach Verletzungsproblemen auf dem besten Weg, wieder ganz der Alte zu werden. Drei Tore, immer anspielbereit, ein ständiger Unruheherd - der Nationalspieler war von den Stuttgartern Verteidigern nie zu halten. Reus selbst war am Samstagabend dann auch zufrieden. "Es war wichtig, dieses Selbstvertrauen zu tanken", analysierte er. "Wir wissen nun, dass wir auch noch einmal zurückkommen können. Selbst wenn wir schon mit zwei Toren zurückliegen."

Allerdings sollten sich die Dortmunder eine erste halbe Stunde wie in Stuttgart nicht noch einmal erlauben. "Kompakt stehen und immer wieder gezielt kontern", gab Hummels die Marschrichtung vor. "Wir wollen so spielen wie in Stuttgart ab Minute 25."

Vor allem die Außenverteidiger - das war ein deutliches Manko in Stuttgart - werden in Madrid massive Unterstützung benötigen. So hatte der Ersatz von Marcel Schmelzer, Erik Durm, gegen den pfeilschnellen Ibrahima Traore massive Probleme. "Die Leistung von Erik war nicht so schlecht, aber natürlich müssen wir ihn besser unterstützen", nahm sich Hummels die Fehleranalyse zu Herzen. Schwer wiegt im Hinspiel zudem der Ausfall des gesperrten Robert Lewandowski. Der Pole war in Stuttgart neben Reus mal wieder der überragende Spieler und kaum zu bremsen.

Aus Stuttgart berichtet Jens Fischer

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