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13.03.2014 - 11:41 Uhr


Stuttgart-Manager Bobic: "Stevens lebt unser Ziel"

VfB-Sportdirektor Fredi Bobic ist seit Juli 2010 bei den Schwaben im Amt und spielte als Profi 148 Mal für Stuttgart in der Bundesliga

Hoffnungsträger: Huub Stevens (l.) soll die Schwaben in der Bundesliga halten

Thomas Schneider (l.) musste nach dem 2:2 gegen Braunschweig seinen Trainerstuhl räumen

München - Seit Juli 2010 ist Fredi Bobic Manager des VfB Stuttgart. In dieser Saison steht der ehemalige Stürmer, der von 1994 bis 1999 148 Mal für die Schwaben in der Bundesliga spielte (69 Tore), vor seiner bisher schwersten Aufgabe als Funktionär.

In Bruno Labbadia und Thomas Schneider hat Bobic bereits zwei Trainer entlassen, nun soll es Huub Stevens richten. "Ihm sind Dinge wie Organisation und Kommunikation auf dem Spielfeld sehr wichtig", erklärte Bobic die Maximen des Niederländers, der den Hamburger SV vor einigen Jahren schon vor dem Abstieg bewahrte und zuletzt in Griechenland bei PAOK Saloniki gearbeitet hat. 

Als Spieler kreuzte sich Bobic' Weg auch schon einmal mit jenem von Stevens. Bei Hertha BSC kam der Ex-Nationalspieler 19 Mal unter dem "knorrigen Holländer" zum Einsatz und erzielte dabei vier Treffer. Jetzt sollen sie gemeinsam die Rettung des schwäbischen Traditionsclubs bewerkstelligen. Am Samstag in Bremen (ab 15 Uhr im Live-Ticker) beginnt die Mission Klassenerhalt.

bundesliga.de: Herr Bobic, am Dienstag hat Huub Stevens den Cheftrainer-Posten beim VfB Stuttgart übernommen. Was können Sie über die ersten Tage des "Neuen" sagen?

Fredi Bobic: Huub Stevens bringt Erfahrungen aus über 20 Jahren als Trainer mit und das strahlt er auch aus. Er ist lebendig, laut, fordernd und klar in seiner Ansprache. Und voll fokussiert auf die Aufgabe und das Ziel Klassenerhalt.

bundesliga.de: Ist so etwas wie Aufbruchsstimmung spürbar?

Bobic: In den ersten Trainingseinheiten waren unheimlich viele Zuschauer auf dem Gelände. Alle sind sehr neugierig. Jetzt gilt es einzig und allein, Ergebnisse einzufahren.

bundesliga.de: Was sind die wichtigsten Dinge, die Huub Stevens angeht?

Bobic: Ihm sind Dinge wie Organisation und Kommunikation auf dem Spielfeld sehr wichtig. Dazu Disziplin und Stabilität, aber auch Spaß und Selbstvertrauen.

bundesliga.de: Am Wochenende steht die erste Aufgabe von Huub Stevens in Bremen an, einem direkten Konkurrenten. Was wird dort das Wichtigste sein?

Bobic: Dass die Mannschaft weiter an sich glaubt und dass sie mit Selbstvertrauen auftritt.

bundesliga.de: Was zeichnet Huub Stevens aus?

Bobic: Wie bereits gesagt, seine Erfahrung ist enorm und vielschichtig. Er hat sehr intensiv mit jungen Spielern gearbeitet und kennt sich mit Situationen aus, die einen klaren Kopf erfordern. Er ist eine Respektsperson. Auf der anderen Seite ist er aber auch ein sehr menschlicher Trainer, der intensiv auf seine Spieler eingeht. Es wird viel gelacht, und das nicht nur auf dem Trainingsplatz.   

bundesliga.de: Im März trifft der VfB auf viele direkte Konkurrenten. Ist der März der "Monat der Wahrheit"?

Bobic: Schon, denn Spiele gegen direkte Konkurrenten sind immer besonders wichtig. Aber auch in den anderen Spielen gibt es noch Punkte zu gewinnen. Man darf im Abstiegskampf weder Geduld noch Mut verlieren. Es geht darum, gemeinsam in eine Richtung zu marschieren.

bundesliga.de: Der VfB hat sich die Entscheidung, sich von Thomas Schneider zu trennen, nicht leicht gemacht. Was waren die Gründe?

Bobic: Wir danken Thomas Schneider und seinem Trainerteam ausdrücklich. Sie haben gute Arbeit geleistet. Wir haben das Team lange bestmöglich unterstützt und auch gestärkt. Angesichts der Gesamtsituation nach nur einem Punkt aus neun Spielen und acht Niederlagen in Folge aber haben wir uns dann entschlossen, jetzt einen Wechsel vorzunehmen, um für die Spieler einen neuen Reiz zu setzen. Der Druck war zuletzt sehr groß. Aber die Gespräche mit Thomas waren sehr offen und klar. Er hätte gerne weiter gemacht, aber er hat auch deutlich gemacht, dass er die Entscheidung nachvollziehen kann und sie mitträgt. Auch das zeigt seine besondere Beziehung zum VfB.

bundesliga.de: Huub Stevens hat mit Thomas Schneider gesprochen und dessen Rat eingeholt?

Bobic: Das zeigt die Klasse von beiden. Für Huub Stevens ist es natürlich eine große Hilfe, die Meinung von Thomas Schneider zu seiner neuen Mannschaft zu hören. Und Thomas Schneider hat gezeigt, wie sehr er mit dem VfB verbunden ist.

bundesliga.de: Das heißt, der VfB Stuttgart bleibt bei seiner Philosophie, ein starkes Augenmerk auf junge Spieler und deren Entwicklung zu legen?

Bobic: Selbst, wenn wir jetzt aus nachvollziehbaren Gründen unseren Weg verlassen, werden wir in Kürze dahin zurückkehren. Es ist und bleibt die Philosophie des VfB, junge Spieler zu entwickeln und die in den Profibereich zu führen. Jetzt aber hat das Ziel Klassenerhalt bei uns oberste Priorität.

Das Gespräch führte Oliver Trust

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