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15.09.2013 - 15:54 Uhr


Boateng sorgt für Umschwung bei S04

In der 34. Minute nimmt Kevin-Prince Boateng (l.) Maß und erzielt den Siegtreffer für Schalke. "Ich habe hochgeguckt und einfach geschossen", sagt der Neuzugang

Für Boateng (l.) ist es der erste Treffer seit seiner Rückkehr in die Bundesliga. "So darf das weitergehen", hofft der Mittelfeldspieler auf eine Fortsetzung seines Traumstarts bei den Knappen (© Imago)

Am Mittwoch haben die Schalker zum Auftakt in die Königsklasse Steaua Bukarest zu Gast, am Samstag empfangen sie den FC Bayern in der heimischen Arena

Mainz - Nach dem 3. Spieltag dieser Bundesligarunde stand Schalke 04 mit nur einem Pünktchen mal wieder kurz vor einer schweren Sinnkrise. Nun haben die Schalker nach einem 2:0-Erfolg gegen Leverkusen und dem 1:0-Sieg diesen Samstag beim 1. FSV Mainz 05 (Spielbericht) sieben Zähler und freuen sich auf den Auftakt in der Champions-League-Gruppenphase am Mittwoch gegen Steaua Bukarest fast schon euphorisch.
Rapide Stimmungsschwankungen sind nichts Neues in der Geschichte des Gelsenkirchener Fußballclubs, aber die Zuversicht auf stabile Aufhellung im Revier scheint nun nicht unbegründet. Kurz vor Transferschluss gewann Schalke mit den Zugängen von Mittelfeldspieler Kevin-Prince Boateng vom AC Mailand und Linksverteidiger Dennis Aogo vom Hamburger SV Qualität hinzu.

Entscheidender Schuss - Jubel-Gruß an Freundin Melissa



Vor allem Boateng gibt der Mannschaft eine neue Hierarchie. Sofort scheint der 26-Jährige die erhoffte Leader-Rolle zu übernehmen. In Mainz nutzte er einen Abspielfehler des Mainzer Stürmers Shinji Okazaki zum Siegtreffer (Topdaten zum Spiel). Aus 20 Metern schlenzte er den Ball ins Mainzer Tor: "Ich habe hochgeguckt und einfach geschossen. Dass der Ball noch an den Innenpfosten geht, ist natürlich auch etwas Glück", sagte Boateng, der nach dem Treffer einen langen Lauf in die Fankurve machte, um mit den Fans zu feiern.

"Die Fans haben mich super aufgenommen, dafür wollte ich mich nochmal bedanken", sagte Boateng, der beim Torjubel mit seinen Fingern ein großes M formte. Das sei ein Zeichen für seine Freundin Melissa, erzählte Boateng: "Ich habe ihr vor dem Spiel gesagt, wenn ich heute treffe, dann widme ich ihr das Tor." Schon beim AC Mailand habe er nach Toren dieses Geste gezeigt: "Die ist ja fast schon berühmt", meinte er.

Boateng reißt mit - zweites Spiel ohne Gegentor



Kevin-Prince Boateng ist bei den Anhängern der große Hoffnungsträger, mit seinem Selbstvertrauen und seiner Vita nimmt der gebürtige Berliner Talenten wie Julian Draxler vielleicht auch den Rucksack der zu mächtigen Verantwortung. Manager Horst Heldt sieht in Boateng einen "Qualitätsspieler". Man habe schon im ersten Training gesehen, dass er die Kollegen mitreiße, so Heldt.

Bei aller Freude über den wichtigen Sieg sollte aber nicht vergessen werden, dass die Mainzer keine Durchschlagskraft in der Offensive entwickelten. "Der Schalker Torwart Timo Hildebrand musste keinen einzigen schweren Ball halten", haderte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel. Die Rheinhessen mussten nach drei Siegen zum Auftakt nun schon die zweite Niederlage in Serie hinnehmen.

Schalke aber spielte in einer von viel Taktik geprägten Partie mögliche Konterchancen nicht konsequent zu Ende. Doch nach den vielen Gegentoren zu Saisonbeginn waren die Schalker zufrieden, zum zweiten Mal hintereinander kein Gegentor kassiert zu haben. An der größeren Kompaktheit haben Dennis Aogo aber auch Boateng ihren Anteil. "Prince ist ein Spieler, der neben aller individuellen Klasse auch super gegen den Ball arbeitet", findet SO4-Kapitän Benedikt Höwedes.

Vorfreude auf die Königsklasse und das Bruder-Duell



Und Boateng sagt nach dem für ihn optimalen Start: "So darf das weitergehen." Am besten am Mittwoch gegen Steaua Bukarest und am kommenden Wochenende in der Liga gegen den FC Bayern mit seinem Bruder Jerome.

Die beiden telefonierten regelmäßig, vielleicht auch noch am Freitag vor dem Spiel, erzählte der Neu-Schalker: "Ich freue mich auf das Spiel gegen die Bayern mit unseren tollen Fans im Rücken. Aber erst kommt das Champions-League-Spiel gegen Bukarest."

Aus Mainz berichtet Tobias Schächter
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