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27.04.2014 - 21:53 Uhr


Bescheiden nach Europa

Der 1. FSV Mainz 05 darf nach dem verdienten 2:0 über den 1. FC Nürnberg weiter von der Europa League träumen - und bleibt trotzdem bescheiden (© Imago)

Shinji Okazaki (M.) hatte gegen die Franken für die Führung gesorgt

Christoph Moritz (M.) legte noch vor dem Seitenwechsel das letztlich entscheidende 2:0 nach - es war sein zweiter Saisontreffer

Mainz - Johannes Geis zeigte Mitleid mit dem Verlierer: "Als gebürtigem Franken würde mir ein Abstieg des 'Clubs' ein bisschen wehtun." Stärkere Emotionen zeigte der erneut starke Mittelfeldmann, der erst im Sommer von der SpVgg Greuther Fürth zum 1. FSV Mainz 05 gewechselt war, als man ihn dann auf die Lage seines eigenen Teams ansprach.

Immerhin stehten die Rheinhessen nach dem 2:0 über die Franken (Spielbericht) kurz vor der Qualifikation zur Europa League. "Jetzt können wir unseren Mannschaftsabend richtig genießen", freute sich Geis. "Wir hatten uns fest vorgenommen, dieses Heimspiel zu gewinnen. Und ich bin sehr froh, dass uns das gelungen ist."

Souveräner Sieg

Tatsächlich war der Mainzer Sieg zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Nürnberg kam zwar ordentlich aus der Kabine, spielte zehn bis 15 Minuten couragiert mit, doch dann agierte nur noch der FSV, der sich allenfalls vorwerfen lassen musste, dass er seine zahlreichen Chancen nur zu einer verdienten 2:0-Führung nutzte. Über einen 0:4-Rückstand hätte sich der FCN zur Halbzeit nicht beschweren können.

Dennoch dauerte es bis zur 30. Minute, ehe Shinji Okazaki eine Flanke von Geis einnickte. Es war sein 14. Saisontreffer, er löste damit Shinji Kagawa als treffsichersten Japaner der Bundesliga-Geschichte ab. Das 2:0 fiel erst kurz vor der Halbzeit durch Christoph Moritz (44.), doch dazwischen hatten die Mainzer eine Reihe bester Möglichkeiten. Elkin Soto (32.), Moritz (34.) und Yunus Malli (35.) hätten das Ergebnis in Höhen schrauben können, die den Klassenunterschied zwischen beiden Mannschaften besser veranschaulicht hätten.

Rang 4 in der Rückrundentabelle

So sah es wohl auch Manager Christian Heidel, der sich allerdings respektvoller gegenüber den gebeutelten Franken ausdrückte: "Nach den ersten zehn, 15 Minuten waren wir in allen Belangen überlegen und haben nie wirklich Angst bekommen. Wir haben nahtlos an die letzten Heimspiele angeknüpft.“ In der Tat ist die Heimbilanz beeindruckend. Gegen Augsburg, Bremen und Nürnberg schafften die Rheinhessen schließlich neun Punkte und 8:0 Tore.

Interessanterweise - und auch das spricht für die Qualität der Mannschaft - ist das allerdings nur eine Momentaufnahme. Insgesamt betrachtet heben die Nullfünfer nämlich eine gleich gute Heim- wie Auswärtsbilanz - in beiden Kategorien belegt man Platz 7. Aufschlussreicher ist ein anderer Parameter: In der Rückrundentabelle liegt man auf Platz 4 - ein sensationeller Wert, der die aufsteigende Form einer Mannschaft dokumentiert, die längst niemand mehr in der Liga unterschätzt. 

"Zu Platz 6 würden wir nicht Nein sagen"

Noch zwei Spiele sind zu spielen. Und auch wenn Mainz nicht Mainz wäre, wenn man auf der Zielgeraden anfangen würde, großspurige Ankündigungen zu machen - ganz offensichtlich traut sich der FSV durchaus zu, nächstes Jahr in der Europa League zu spielen.

Präsident Harald Strutz brachte die Stimmung dann auch auf den Punkt: "Schon die Chance zu haben, dass wir von Europa träumen können, ist doch toll. Wenn es kommt, dann kommt es - und dann nehmen wir es mit. Zu Platz 6 würden wir nicht Nein sagen."

Aus Mainz berichtet Christoph Ruf

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