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08.02.2014 - 10:30 Uhr


Höwedes: "Sind noch gieriger auf den Erfolg"

Benedikt Höwedes (l.) spielt schon seit 2001 für den FC Schalke 04 und hat in der aktuellen Saison 15 Partien absolviert

Nach zwei Siegen zum Start der Rückrunde liegt der Kapitän mit den Knappen nun wieder auf Kurs in Richtung Champions League

Daran konnten auch die anhaltenden Spekulationen um die Zukunft von Julian Draxler (l.) nichts ändern

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 ist mit zwei Siegen optimal in die Rückrunde gestartet. Vor dem Heimspiel gegen das ebenso erfolgreiche Hannover 96 am Sonntag (ab 17 Uhr im Live-Ticker) spricht Kapitän Benedikt Höwedes bei bundesliga.de über die Gründe für den aktuellen Höhenflug der Königsblauen, die häufig negativ Stimmung im Umfeld und die anhaltenden Spekulationen um Julian Draxler. 

bundesliga.de: Herr Höwedes, "Was ist denn da passiert?", fragt eine Fußball-Zeitschrift nach Schalkes optimalem Rückrunden-Start. Eine Diktion, die unausgesprochen beinhaltet, dass vorher alles schlecht war. Sehen Sie das anders?

Benedikt Höwedes: Das sehe ich durchaus anders, auch wenn gewiss nicht alles gut gelaufen ist in der Vorrunde. Über diese Dinge aber haben wir uns in der Winterpause Gedanken gemacht und haben versucht, daran zu arbeiten. Und bislang zeigt das Wirkung. Allerdings besteht angesichts eines solchen Rückrundenstarts immer die Gefahr, dass man zu selbstzufrieden wird. Genau das wäre aber ein großer Fehler, den wir unbedingt vermeiden wollen. Vielmehr wollen wir gerade jetzt noch eine Schippe drauflegen und noch konzentrierter an den Details arbeiten. Die wenigen Prozent, die das noch bringt, konservieren erst den Erfolg. 

bundesliga.de: Von "neuem Geist" und "Wandlung der Egoisten" ist zudem die Rede - auch das scheint stark übertrieben, wenn man bedenkt, dass etwa Sie sich gegen Ende der Vorrunde mit einer Verletzung durch die Spiele geschleppt haben...

Höwedes: Einerseits ist es sicherlich so, dass wir in der Hinrunde keine superguten Leistungen angeboten haben. Andererseits haben wir abgesehen vom verpatzten Saisonstart aber doch sehr ordentlich Punkte gesammelt und so den Anschluss gewahrt an die Plätze 2 bis 5. Anders hätten wir es nun kaum so schnell schaffen können, zumindest für den Augenblick zwei Teams bereits wieder hinter uns zu lassen. Umso schwerer aber fällt es mir zu verstehen, warum dennoch immer wieder so negativ über uns berichtet wird. Trotzdem möchte ich noch einmal betonen, dass uns immer bewusst war, dass wir ein paar Dinge ändern mussten. (Infografik: Schalke schließt die Baustellen)

bundesliga.de: Welche Dinge waren das im Einzelnen?

Höwedes: Zum einen habe ich den bestehenden Mannschaftsrat mit Klaas-Jan Huntelaar, Timo Hildebrand, Julian Draxler und mir noch um Kevin-Prince Boateng, Roman Neustädter, Ralf Fährmann und Tim Hoogland erweitert. Es schien mir wichtig, noch mehr Leute zu haben, die ganz bewusst Verantwortung übernehmen. Leute, die gewisse Dinge auch kritisch hinterfragen, sich nie zufrieden geben und versuchen, die für den Erfolg notwendige Spannung auch im Training zu erzeugen. Denn der Trainingsbetrieb ist nun mal entscheidend für die Leistung, die man am Wochenende abrufen kann. 

bundesliga.de: Auch die Laufleistung hat sich im Vergleich zur Vorrunde gesteigert, vor allem Jefferson Farfan soll sich hier hervortun...

Höwedes: Ich möchte das nicht an Einzelnen festgemacht wissen. Entscheidend ist, dass die gesamte Mannschaft im Vergleich zur Vorrunde noch gieriger auf den Erfolg ist.

bundesliga.de: Mit diesen beiden Siegen hat man die Kritiker zunächst verstummen lassen. Glauben Sie, dass dieser Zustand anhält, oder reicht schon ein weniger gutes Spiel aus für neuerliche Unruhe?

Höwedes: Letztlich ist das abhängig von unseren Leistungen auf den Platz. Bleiben wir weiterhin so erfolgreich, dann dürften selbst die größten Kritiker verstummen. Ich gebe aber gerne zu, dass es  wünschenswert wäre, wenn wir manchmal etwas positiver wahrgenommen würden in der Öffentlichkeit - auch dann, wenn es vielleicht einmal nicht ganz rund läuft.

bundesliga.de: Unruhe gibt es immer wieder auch um Julian Draxler, über den bis zum letzten Tag der Wechselfrist spekuliert wurde. Wie sehr nervt das die Mannschaft?

Höwedes: Diese ständigen Spekulationen nerven durchaus und sind natürlich auch Thema innerhalb der Mannschaft. Das lässt sich wohl auch nicht verhindern, wenn man einen so guten Spieler in den eigenen Reihen hat. Allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass sich das negativ auf die Leistungen auswirkt. 

bundesliga.de: Auch nicht auf die Leistungen von Draxler selbst vor seiner Verletzung?

Höwedes: Das ist für mich schwer zu beurteilen, weil - wie Sie sagen - die Spekulationen erst in vollem Gange waren, als Julian sich schon verletzt hatte. 

bundesliga.de: Gegen Hannover, einen weiteren Gewinner des Rückrundenstarts, wird Draxler erneut fehlen; was erwarten Sie für ein Spiel gegen die Niedersachsen?

Höwedes: Tatsächlich bin ich ein wenig überrascht, wie stark 96 aus den Startlöchern gekommen ist. Aber das zeigt, welch gute Arbeit der neue Trainer macht. Dennoch erwarte ich Hannover relativ defensiv, wobei wir sehr auf Konter aufpassen müssen. Unnötige Ballverluste im Spielaufbau sollten wir unbedingt vermeiden. Mit dem Selbstvertrauen aus den beiden ersten Partien sehe ich uns aber insgesamt gut aufgestellt - wenn wir, wie eingangs erwähnt, bereit sind, noch eine Schippe draufzulegen.

Das Gespräch führte Andreas Kötter

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