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17.10.2013 - 21:22 Uhr


Bayern unter Pep: Variabler als Barca?

Franck Ribery (l.) und Arjen Robben (r.) haben gut lachen - die Flügelflitzer stehen mit dem FC Bayern ganz oben

Auch in Leverkusen war der Champions League-Sieger stark aufgelegt und hatte 70 Prozent Ballbesitz. Allein Torwart Bernd Leno (r.) konnte eine Niederlage der Werkself verhindern

Pep Guardiola (l.) stellte seinen Kapitän Philipp Lahm (r.) ins defensive Mittelfeld, wo der Münchner überzeugte

München - Die spielerische Überlegenheit des FC Bayern ist auch in dieser Saison eklatant. Im Topspiel in Leverkusen dominierte der Triple-Sieger immerhin den Tabellen-Dritten in dessen Stadion nach Belieben, auch wenn am Ende nur ein 1:1 dabei heraussprang. Den neuen Star-Coach Pep Guardiola wundert die Überlegenheit selbst ein wenig: "Es hat mich ehrlich gesagt ein bisschen überrascht, wie schnell die Spieler meine Ideen aufgenommen haben", sagt er.

Der Punktgewinn reichte Peps Mannschaft, um wieder die Tabellenführung zu übernehmen. bundesliga.de analysiert, wie sich das Spiel der Münchner in Sachen Ballbesitzzeiten und Passgenauigkeit verändert hat - und wo es Parallelen zu Guardiolas Ex-Club Barca gibt.
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Die Ballbesitz-Könige

Die Bayern hatten im Mittel der bisherigen acht Bundesliga-Spiele 66,5 Prozent Ballbesitz. Das ist mit Abstand Ligaspitze, Dortmund folgt mit 56,4 Prozent. Auswärts war der Anteil sogar noch etwas höher (67,3 Prozent), zuletzt in Leverkusen betrug er 70 Prozent und auch bei einem englischen Spitzenteam wie Manchester City waren es 64,5 Prozent (vor der Pause sogar 71 Prozent).

49,3 Prozent der extrem vielen Bayern-Ballkontakte hatte das Mittelfeld, kein anderes Team kommt hier auf über 46,5 Prozent. Für Pep Guardiola ist die Mittelfeldreihe der alles entscheidende Mannschaftsteil.

Als zentraler Mann hat sich dabei zuletzt Philipp Lahm etabliert und Bastian Schweinsteiger abgelöst: In seinen ersten drei Spielen in dieser Bundesliga-Saison war Schweinsteiger als alleiniger Sechser im Schnitt 101 Mal pro 90 Minuten am Ball. In den letzten beiden Spielen in offensiverer Rolle war Schweinsteiger im Schnitt dann nur noch 62 Mal am Ball. Die Rolle des zentralen Ballverteilers übernahm Philipp Lahm (im Schnitt 108 Mal am Ball). Sobald einige verletzte Spieler wieder fit sind, soll sich das aber wieder ändern. "Normalerweise wird er wieder auf seine alte Position gehen, wenn die anderen Spieler zurückkehren", kündigt Guardiola an.

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Die Pass-Könige

Das Kombinationsspiel liegt Guardiola am Herzen, das verhehlt er nicht. Für ihn ist besonders wichtig, dass die Schaltzentrale mit passsicheren und gedankenschnellen Spielern besetzt ist. "Man kann mal eine Partie gewinnen, weil man gute Stürmer und eine gute Abwehr hat", weiß Guardiola: "Aber es ist unmöglich, kontinuierlich erfolgreich zu sein ohne gute Spieler im Mittelfeld." In Toni Kroos, Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm steht im dazu das perfekte Personal zur Verfügung.

Das wirkt sich auch auf die Leistungsdaten aus: Die Bayern spielten in dieser Saison 5.318 Pässe, kein anderes Team mehr als 4.410 (Mönchengladbach). Eine Mannschaft wie Werder Bremen kommt nicht einmal auf halb so viele Pässe (2.519). Zuletzt beim Tabellendritten aus Leverkusen kamen die Bayern auf 682 Pässe, Bayer auf ganze 171! Die Fehlpassquote beträgt dabei lediglich 13 Prozent, hier kann einzig die Favre-Elf aus Mönchengladbach mit 15,9 Prozent einigermaßen mithalten.

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Deutlich mehr Ballbesitz als letzte Saison

Die Bayern steigerten ihre Spielanteile im Vergleich zur letzten Saison deutlich: 2012/13 lagen sie wie schon im Spieljahr davor über das gesamte Spieljahr gesehen bei gut 60 Prozent Ballbesitz.

Jetzt unter Guardiola erreichten sie neue Sphären, selbst unter Stratege Louis van Gaal waren es unter 60 Prozent Ballbesitz und im Meisterjahr 2007/08 unter Ottmar Hitzfeld lediglich knapp 54 Prozent.

In der letzten Saison waren es nach acht Spieltagen 2.366 gegnerische Pässe, von denen 80 Prozent ankamen. Jetzt ließen die Münchner nur noch 1.961 Pässe der Gegner zu, von denen lediglich 69 Prozent einen Mitspieler fanden!

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Mehr Tore nach Flanken als Barcelona

Daten zum Ballbesitz und der Anzahl der Kurzpässe des FC Barcelona in der Champions League liegen nur für die Spiele gegen deutsche Mannschaften vor. 2011/12 hatte Barca in beiden Achtelfinal-Spielen gegen Leverkusen (3:1 und 7:1) über 70 Prozent Ballbesitz; 2008/09 waren es beim 4:0 gegen die Bayern 64 Prozent.

Auffällig: Die Bayern sind aktuell nicht so sehr vom Kombinationsspiel abhängig wie Barcelona unter Pep Guardiola. So spielten die Bayern in dieser Bundesliga-Saison nur sechs von 15 Toren mit Pässen heraus, dazu kommen fünf Flanken, ein Alleingang und drei Standards.

Barcelona traf in der Champions League in 50 Spielen beziehungsweise vier Jahren unter Guardiola (2008 bis 2012) 117 Mal. Dabei spielten Messi und Co. 84 Treffer mit Pässen heraus und nur elf mit Flanken (dazu fünf Alleingänge und 17 Standards). Den Katalanen fehlte gegen ganz massierte Deckungen, beispielsweise von Chelsea oder Inter Mailand, bisweilen der Plan B, wenn sie mit ihren Kurzpass-Kombinationen nicht durchkamen. Anders bei den Bayern: Guardiolas aktuelles Team hat auch noch die Variante Flügelspiel im Programm.

Zusammengestellt von Tobias Gonscherowski

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