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22.04.2014 - 10:14 Uhr


Coach Lewandowski drückt auf die Euphoriebremse

Bayer-Coach Sascha Lewandowski gibt den Mahner. Die beiden Siege seien gegen formschwache Gegner gelungen - am Samstag warte mit Dortmund ein anderes Kaliber

Bayer feiert den Torschützen Boenisch (2.v.r.) und den zweiten Sieg in Serie und hofft - zurecht - weiterhin auf die Champions-League-Qualifikation

Stefan Kießling (r.) blieb zwar an alter Wirkungsstätte blass, freute sich aber über das "schöne Ausrufezeichen"

Nürnberg - Bei Bayer Leverkusen herrschte am Sonntagabend rundherum gute Laune. Das lag natürlich zum einen an einem 4:1-Sieg über den 1. FC Nürnberg, der zu keinem Zeitpunkt gefährdet war und deshalb "auch in dieser Höhe verdient" war, wie Sportdirektor Rudi Völler nach kurzem Zögern zu verstehen gab.

Es lag aber auch daran, dass der Verein, der in der Rückrunde streckenweise von Negativerlebnis zu Negativerlebnis getaumelt war, seit einigen Tagen wieder an sich glaubt. Nach dem Erfolgserlebnis in Franken fand die Werkself noch einige Gründe mehr dafür, warum man die Saison doch noch zu einem guten Ende bringen könnte.

Champions League im Visier

Was das bedeutet, liegt auf der Hand, wie Sebastian Boenisch erklärte: "Wir brauchen da ja kein Geheimnis darum zu machen: Wir haben in dieser Saison gerne in der Champions League gespielt und würden das auch gerne in der kommenden Saison wieder tun." Die Ausgangslage könnte laut Boenisch dabei schlechter sein: "Wir haben es ja selbst in der Hand, weil wir in der Tabelle vor Wolfsburg liegen."

Der Rechtsverteidiger selbst hatte allen Grund zu strahlen, schließlich hatte er sich mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 2:1 aus Leverkusener Sicht selbst in die Torschützenliste eingetragen - und das neben Emir Spahic (16./80.) und Roberto Hilbert (87.) als einer von drei Defensivspielern, die im Alleingang die vier Treffer der Rheinländer beisteuerten.

"Dass drei Abwehrspieler treffen, die vorher noch nie für Leverkusen ein Tor erzielt haben, passte heute natürlich prima rein", freute sich Stefan Kießling. Der gebürtige Franke - "Kies" stammt aus Bamberg und wurde unter dem damaligen Trainer Wolfgang Wolf beim "Club" zum Bundesliga-Profi - ging diesmal leer aus. Doch das fand er aber alles andere als tragisch. "Es ist doch ein schönes Ausrufezeichen, nach solch einer Negativserie zwei Siege zu landen."

Vor einem echten Gratmesser

Allerdings wussten sie auch im Leverkusener Lager, den Erfolg gegen Nürnberg richtig einzuordnen. Denn natürlich hatte man den Gastgebern die Verunsicherung und die Personalnot fast durchgehend angemerkt. Will Bayer die Saison 2013/2014 tatsächlich als Champions-League-Kandidat beenden, müssten aber auch die kommenden Aufgaben erfolgreich bestritten werden. (Schafft es Bayer in die Königsklasse?)

Womöglich gleich am kommenden Samstag, wenn man sich vor heimischer Kulisse im Spitzenspiel des 32. Spieltages mit Borussia Dortmund misst. "Ich hoffe, dass wir schon gegen Dortmund so selbstbewusst agieren wie heute", sagte Rudi Völler schon unmittelbar nach Schlusspfiff und erinnerte daran, dass die letzten beiden Gegner derzeit ein Stück von der Bestform entfernt sind: "Hertha ist die schlechteste Rückrunden-Mannschaft und die Nürnberger stehen da, wo sie stehen."

Und auch Trainer Sascha Lewandowski, dem die Komplimente über die Fortschritte der vergangenen zwei Wochen sichtlich unangenehm waren, fand mahnende Worte vor der kommenden Aufgabe: "Gegen einen Gegner dieser Kategorie müssen wir auf jeden Fall eine Schippe drauflegen, um etwas zu reißen." Nach dem Nürnberg-Spiel gab es unter den 40.500 Zuschauern kaum einen, der der Leverkusener Mannschaft nicht zutrauen würde, dass sie noch ein paar Schippen in petto hat.

Aus Nürnberg berichtet Christoph Ruf

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