offizielle Webseite

Liveticker

Bundesliga

25.08.2013 - 20:25 Uhr


Backpfeifen, Wespen & Käserei Kießling

Köpfe des Spieltags: Salihovic, Kießling, Ribery, Klopp (von oben links im Uhrzeigersinn)

Köpfe des Spieltags: Salihovic, Kießling, Ribery, Klopp (von oben links im Uhrzeigersinn)

München - Vögelchen und Backpfeifen in Sinsheim, in Dortmund geht's tierisch zu, Schalke spielt zukünftig ohne Verteidiger. Kießlings Käserei läuft auf Hochtouren.
Die Bayern spielen nur noch für die Galerie und "Air" Franck - und ohne Müller. Der ist ohnehin jetzt nur noch in Mainz ein Thema. Worüber die Liga nach diesem spektakulären Wochenende mit acht Roten Karten, fünf Elfmetern und vier makellosen Spitzenreitern sonst noch spricht:

32:7 hieß die Torschussbilanz am Ende bei Dortmund gegen Bremen. Am Ende stach Schwarz-Gelb aber doch noch zu, wenn auch nur einmal. Aber dann instinktiv. Blitzschnell. Und sehr zum Ärger von Jürgen Klopp. "Ich bin von einer Wespe gestochen worden. Ich weiß nicht, ob ich allergisch bin. Bei der Einwechslung von Sven Bender hat sie mir den Stachel in den Arm gerammt. Das wurde jetzt desinfiziert. Es tut nicht weh, es wird nur dick", sagte Klopp nach dem Spiel. Und das im Revier von BVB-Biene "Emma"! Ach ja, und Robert Lewandowski stach natürlich auch noch zu. Weswegen Klopps Ärger sich in Grenzen hielt. "Er hat gearbeitet wie ein Stier", lobte der Coach.

teaser-image

Backpfeifen und Piepmätze

So ein Bundesliga-Spiel ist lang. 90 Minuten rennen. Verrückte wie Gladbachs Christoph Kramer reißen fast 13 Kilometer ab. Aber der ist auch kein Kreativgeist und bekommt permanent auf die Socken. Sejad Salihovic hingegen schon. Der Hoffenheimer Kunstschütze hatte bereits nach neun Minuten sein Tagwerk vollbracht und gegen Freiburg wieder einmal einen Strafstoß für sein Team verwandelt. Das muss doch reichen? Eben. Während des Torjubels ein kleiner Wischer über Julian Schusters Wange, schon hat man zwei Wochen Freizeit. Ein Trend, dem an diesem Spieltag so viele Profis wie noch nie folgten: Huszti, Gustavo, Coquelin, Höwedes, Fuchs, Traore - und Mehmedi (Foto). Der machte es im Gegensatz zu Erstgenannten stilvoll per Vögelchen. Dabei hielt er es mit ganzen 18 Minuten schon doppelt so lange aus wie Salihovic.

Apropos Höwedes und Fuchs. Da die beiden am kommenden Spieltag ausfallen, muss Schalkes Trainer Jens Keller gegen Leverkusen wohl einfach ohne Abwehr spielen. Papadopoulos und Kolasinac verletzt, Uchida und Matip angeschlagen, auch Jones und Goretzka fraglich. Wie Schalkes Coach Jens Keller seine Mannschaft denn jetzt aufstellen werde? "Mannschaft? Welche Mannschaft?", antwortete Keller nur. Lukas Podolski soll ja bei S04 hoch im Kurs stehen - der war bei Arsenal, das ähnliche Nöte plagen, als Linksverteidiger im Gespräch. Diese Planstelle ist jetzt auch in Gelsenkirchen frei.

teaser-image

Kießlings feuchter Käse

Bundestrainer Joachim Löw sah in Leverkusen viele interessante Dinge. Unter anderem einen Torschützenkönig Stefan Kießling (Foto: © Imago), der mal wieder der überragende Mann seiner nun schon zum achten Mal in Folge siegreichen Elf war. Kießling, der sein 100. Ligator für Leverkusen erzielte. Kießling, der auch noch zwei Treffer mit viel Übersicht vorbereitete. Ob das für Brasilien 2014 reicht? Löw jedenfalls gibt sich geheimnisvoll: "Der eine oder andere, der heute auf dem Platz war, wird sich beim nächsten Doppelspieltag in unserem Aufgebot befinden." Nur wer? Spannend. Max Kruse? Der starke Sidney Sam? Die Einlaufkinder? Kießling jedenfalls eher nicht. "Alles, was bei der WM ist, interessiert mich einen feuchten Käse", sagt der Knipser. "Ich wusste, dass er im Stadion war, aber nicht, wen er sich angeguckt hat. Es ist ja sein Job, so etwas zu machen." Dazu ist dann wohl alles gesagt.

teaser-image

Kann Messi das auch?

Götze, Thiago, Robben, Ribery. Diese Mittelfeld-Reihe hätte gegen Nürnberg wohl auch zehn Buden machen können, wenn sie gewollt hätte. Aber einfache Tore kann jeder schießen. Auch ein wenig mondäner Elfertreffer wäre Guardiolas Staraufgebot nicht gerecht geworden. Schütze David Alaba wusste das. "Yes I know bad penalty :/ hehe.." schrieb er bei Facebook. Nein, so nicht. Aber wie nur zeigt sich denn nun absolute Dominanz eines Triple-Siegers? So: Man erzielt den Treffer auf die absolut komplizierteste Art und Weise - durch ein Kopfballtor von Franck "Air" Ribery (1,70 Meter). DAS ist wahre Dominanz. Und nicht zuletzt ein Hinweis für die Jury bei der Wahl zu "Europas Fußballer des Jahres": Seht her, unser Franck kann's sogar per Kopf. Wann hat das Messi zuletzt geschafft?

Bei den Bayern gehen die Stars zwar Hand in Hand - aber es müllert nicht mehr: Götze hat Thomas Müller auf die Bank verdrängt. Die Müller-Hochburg befindet sich mittlerweile ohnehin woanders: Heinz und Nicolai Müller verzücken Mainz. Die Nullfünfer sind die einzigen, die mit dem Top-Trio Dortmund, Bayern und Leverkusen punktemäßig mithalten können. Der eine ist der vielleicht beste Keeper der noch jungen Saison, der andere führt mit vier Treffern die Torschützenliste an. Ansprüche nach oben? "Das ist für uns eine tolle Momentaufnahme", sagt Coach Thomas Tuchel. "Wir sind stabil", sagt Nicolai. Gebetsmühlenartig. Der Müller bleibt noch in seiner Mühle. Noch.

teaser-image

Vollands süße Rache

Sein schönstes Tor am 1. Spieltag wurde nicht gegeben. Der feine Lupfer von Hoffenheims Kevin Volland gegen Nürnberg war hinter der Linie. Aber Volland übte schon direkt im Anschluss Nachsicht mit den Unparteiischen: "Ärgerlich. Trotzdem ist es menschlich, der Ball hüpft wieder raus." Jetzt hat Volland die ideale Methode gefunden, sich dafür zu "rächen": Jede Woche ein Traumtor. In Hamburg netzte er von rechts sehenswert und mit viel Wucht ins lange Ecke, gegen Freiburg schlenzte er die Kugel vom linken Strafraumeck in den rechten Winkel. Kreative Frustbewältigung mal anders - und Fußballdeutschland darf genussvoll zuschauen.

Verwandte Artikel

Fan-Newsletter

Bundesliga
Service

© 2014 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH