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16.08.2013 - 14:50 Uhr


Auswärtsdauerkarte als Teil der Fankultur

Die Atmosphäre der Dortmunder Südtribüne lässt auch englische Reporter nicht unbeeindruckt

Die Atmosphäre der Dortmunder Südtribüne lässt auch englische Reporter nicht unbeeindruckt

Köln - "Die Leute gehen zum Fußball, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht", erklärte Bundestrainer Sepp Herberger einst die Popularität von König Fußball. Ein weiterer Grund, warum die Menschen in Deutschland in die Stadien strömen, ist die Atmosphäre. Und die ist in der Bundesliga überragend.
Die Bundesliga ist mit einem Schnitt von deutlich über 40.000 Fans pro Spiel die zuschauerstärkste Fußballliga der Welt. Doch nicht nur die Quantität ist einmalig: "Wenn ich mir in Deutschland Spiele angeschaut habe, war ich immer von der Atmosphäre verblüfft. Viele Leute reden über die gute Atmosphäre in der Premier League, aber die Stimmung in Deutschland ist unglaublich", geriet David Moyes im Frühjahr 2013 ins Schwärmen. Der Nachfolger von Alex Ferguson als Trainer bei Manchester United ist ein Freund der deutschen Fankultur: "Fast jeder Club spielt in einem modernen Stadion, die Eintrittspreise sind erschwinglich und viele Spiele sind ausverkauft."

Gänsehautatmosphäre in deutschen Stadien



Doch der riesige Zuschauerzuspruch ist nur einer der Gründe für die Gänsehautatmosphäre, die in vielen Bundesliga-Stadien Woche für Woche zu spüren ist. Anders als in der englischen Premier League, in der es seit 1994 nur noch Sitzplätze gibt, gehören Stehplatztribünen fest zur Fußballkultur in Deutschland. Sie sind ein prägender Teil der Stimmung in den Stadien. Und zwar auf beiden Seiten des Feldes, denn die Reiselust der deutschen Anhänger ist im internationalen Vergleich beispiellos.

Genauso, wie ein 4:4 deutlich interessanter ist als ein 8:0, gehört zu der unvergleichlichen Bundesliga-Atmosphäre, dass Anhänger beider Mannschaften ihr Team lautstark unterstützen. Dabei nehmen die Fans teils weite Fahrten in Kauf. Um ihre reisefreudigsten Anhänger für ihre Strapazen zu belohnen, bieten 14 der 18 Bundesliga-Clubs eine Auswärtsdauerkarte oder einen vergleichbaren Service an. Egal, ob Freitagabend, Sonntagnachmittag oder unter der Woche: Viele Fans sind immer hautnah dabei, wenn ihr Lieblingsclub spielt. Bei den meisten Vereinen ist dieser Service so beliebt, dass es lange Wartelisten gibt, weil das Kontingent begrenzt ist.

7.500 Kilometer auf der Autobahn



Wie groß die Leidenschaft für ihren Club ist, wird deutlich, wenn man sich die Entfernungen vor Augen führt, die ein "Allesfahrer" innerhalb einer Saison zurücklegt. So bringt ein HSV-Fan, der seine Mannschaft 2013/14 mit dem Auto begleitet, bis zum Saisonende etwa 7.500 Kilometer auf der Autobahn hinter sich. Das ist ziemlich genau die Strecke, die Peking und Hamburg Luftlinie auseinanderliegen. Die Fans von Mannschaften, die zentraler liegen, haben es zwar etwas besser, aber auch ein Auswärtsdauerkarten-Besitzer des BVB legt über 5.000 Kilometer zurück, sofern er mit dem PKW reist. Diese große Lust, die eigene Mannschaft zu begleiten und zu unterstützen, ist im Stadion zu spüren. Es sind die Fans, die die Bundesliga so einzigartig machen und selbst Fachleute wie David Moyes zum Schwärmen bringen.

Auch die englische Presse wirft den Blick etwas neidisch nach Deutschland. "Auf der legendären "Gelben Wand" der Dortmunder Südtribüne verliere ich mich fast in einer Schar von Schals, Trikots, Mützen und riesigen Fahnen. Trotz der frostigen Temperaturen und Schneeschauern ist die Stimmung elektrisierend", schreibt Daily Mirror-Reporter Jeremy Armstrong. Aufgrund dieser Atmosphäre ist die Bundesliga der größte Zuschauermagnet im Weltfußball. Deshalb gehen die Menschen ins Stadion. Und natürlich, weil sie nicht wissen wie es ausgeht.

Florian Reinecke
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