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11.05.2014 - 14:41 Uhr


Augsburger Quantensprung

Der FC Augsburg ist die Überraschungsmannschaft der Saison. Die Elf von Coach Markus Weinzierl (r.) belegt am Ende Platz 8

Halil Altintop erweist sich als Glücksgriff. Der türkische Nationalspieler wurde schnell zur festen Größe und half seiner Mannschaft mit zehn Saisontoren enorm

Die einzige Augsburger Baustelle war der Sturm. Sascha Mölders (r.) und Co. erzielten zusammen gerade einmal acht Tore. Allerdings waren dies oft spielentscheidende Treffer

Augsburg - Niemand hatte vor der Saison mit dem souveränen Klassenerhalt des FC Augburg gerechnet. Die Fuggerstädter knackten bereits am 29. Spieltag die magische 40-Punke-Marke. Doch die eigentliche Überraschung war, dass die Mannschaft danach am Drücker blieb und die Spielzeit 2013/14 als Tabellenachter mit sagenhaften 52 Zählern abschloss.

"Das ist sensationell", sagte Weinzierl nach dem 2:1-Heimsieg in der finalen Partie gegen Eintracht Frankfurt. Sensationell ist darüber hinaus, dass bis zum letzten Spieltag auf die Teilnahme an der Qualifikation für die Europa League gehofft werden durfte. Letztlich klappte es mit dem Einstieg ins internationale Geschäft nicht, weil der auf Platz 7 rangierende 1. FSV Mainz 05 sich im Fernduell keine Blöße gab, den Hamburger SV mit 3:2 bezwang und so den Vorsprung von einem Punkt verteidigte.

Risiken und Nebenwirkungen

"Wir hätten gern das Riesenerfolgserlebnis gehabt" befand Markus Weinzierl, wies aber sofort auf die damit verbundenen Risiken und Nebenwirkungen hin: "Ob es gesund gewesen wäre für den FC Augsburg, in die Europa League zu kommen, weiß ich nicht." Eben jene Eintracht und auch der SC Freiburg hatten, insbesonders wegen ihres internationalen Engagements, in der Meisterschaft mit großen Problemen zu kämpfen.

Augsburg hat nicht nur einen Schritt nach vorn gemacht, sondern in seiner Entwicklung einen Quantensprung vollzogen. Wobei der Aufwärtstrend schon in der zweiten Halbserie 2012/13 einsetzte. Mit kümmerlichen neun Punkten in die Rückrunde gestartet, sammelte die Mannschaft damals nicht für möglich gehaltene weitere 24 Zähler und sicherte so den Klassenverbleib.

Altintop erweist sich als Glücksgriff

Dass sich die Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison noch einmal steigern konnte, hat unter anderem mit einer Personalie zu tun: Die Verpflichtung von Halil Altintop. Im Umfeld zunächst mit Skepsis zur Kenntnis genommen, erwies sich der türkische Nationalspieler als Glückstreffer. Einer wie er, der Spielwitz einbringt und sein Können dennoch zu hundert Prozent in den Dienst des Teams stellt, hatte dem FCA bis dahin gefehlt. Außerdem weiß der Routinier, wo das Tor steht. Zehn Saisontore bedeuten in der internen Schützenliste Platz zwei hinter dem zwölf Mal erfolgreichen Andre Hahn.

Obwohl der Motor zunächst stotterte, war schnell zu erkennen, dass Augsburg diesmal nicht in den Abstiegsstrudel geraten würde. Sorgenfalten-Potenzial hatte nur der zähe Auftakt mit den Pleiten daheim gegen Dortmund (0:4) und in Bremen (0:1) sowie die kritische Phase zwischen dem sechsten und zehnten Spieltag. Damals holten die Fuggerstädter nur einen Zähler aus den fünf aufeinanderfolgenden Partien in Hannover (1:2), gegen Mönchengladbach (2:2), auf Schalke (1:4), gegen Wolfsburg (1:2) und in Leverkusen (1:2).

Hinten stabil, vorne oft zu harmlos

Den Gegenpol bildete die Serie von acht Begegnungen ohne Niederlage ab der 13. Runde: 2:0 gegen Hoffenheim, 0:0 bei Hertha BSC, 1:0 in Hamburg, 4:1 gegen Braunschweig, 1:1 in Frankfurt, 2:2 in Dortmund, 3:1 gegen Bremen und 4:1 in Stuttgart.

Die Tordifferenz Null in der Endabrechnung deutet auf Ausgeglichenheit im Mannschaftsgefüge hin. Gleichwohl gilt es festzustellen, dass 47 Gegentreffer im ligaweiten Vergleich zwar ein respektables Ergebnis sind, allerdings sollten die 47 erzielten Tore einen Anlass zum Denken geben. Ein Blick aufs Klassement offenbart, dass sogar die Kellerkinder Hamburg (51) und Stuttgart (49) im Abschluss erfolgreicher waren.

Stürmer für die wichtigen Tore zuständig

Dass die Frontmänner hinter den Erwartungen zurück geblieben sind, lässt sich angesichts von nur acht Stürmertoren nicht leugnen. Raul Bobadilla traf bei 16 Einsätzen dreimal, Sascha Mölders bei 22 und Arkadiusz Milik bei 18 je zweimal sowie Dong-Won Ji in elf Spielen einmal.

Andererseits waren es zum größten Teil Tore mit Punkte-Faktor. Bobadilla erzielte die 1:0-Führung beim 1:1 in Frankfurt und den jeweils goldenen Treffer bei den 1:0-Siegen in Hamburg und Braunschweig. Milik glückte daheim gegen Mönchengladbach und Ji in Dortmund jeweils der 2:2-Ausgleich, während sich Mölders sogar in die Annalen ballerte. Mit seinem fulminanten Linksschuss war er der Held beim geschichtsträchtigen 1:0-Erfolg (Video-Spielbericht) gegen den FC Bayern. 

Reinhart Kruse

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