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04.05.2014 - 11:05 Uhr


Augsburg schielt nach Europa

Gucken darf man ja mal - Der FC Augsburg von Trainer Markus Weinzierl hat nach wie vor die Chance auf die erste Europapokalteilnahme der Vereinsgeschichte

Mit dem Sieg in Braunschweig rückten die Fuggerstädter bis auf einen Punkt auf Rang 7 heran

Joker Raul Bobadilla (M.) bewies in der Nachspielzeit Gefühl und Übersicht und lupfte zum entscheidenden Treffer ein

Braunschweig - Dank eines Last-Minute-Treffers von Raul Bobadilla kann der FC Augsburg seine jetzt schon äußerst erfolgreiche Saison mit dem Einzug in die Europa League krönen. Am Samstag gewannen die Schwaben bei Eintracht Braunschweig mit 1:0 und haben vor dem letzten Spieltag nur einen Punkt Rückstand auf den siebtplatzierten 1. FSV Mainz.

"Es ist natürlich unglaublich, wenn man so ein Spiel in der letzten Minute gewinnt. Aber wenn man ehrlich ist, hätten wir die Partie schon vorher entscheiden können. Wir hätten in gewissen Situationen ruhiger bleiben müssen, dann wäre auch schon zur Halbzeit der Führungstreffer für uns möglich gewesen", analysierte Augsburgs Alexander Esswein messerscharf. Der offensive Mittelfeldspieler war selbst ein ständiger Unruheherd und an neun Torschüssen beteiligt. 

Hitz verhindert Rückstand und will schnell heim

Dauerbrenner Daniel Baier sah es ähnlich wie sein Teamkollege: "Besonders in der ersten Halbzeit haben wir viel liegen lassen. Die zweiten 45 Minuten war es ein offener Schlagabtausch. Nach hinten raus hätten wir uns auch nicht beschweren können, wenn wir noch verloren hätten." Nebenbei stellte der FCA in Braunschweig noch einen Saisonrekord auf - 24 Torschüsse standen bei den Schwaben zum Ende Partie in der Statistik.

Vor dem Siegtor von Bobadilla bewahrte FCA-Keeper Marwin Hitz sein Team kurz vor Schluss vor einem Rückstand, als er den Volleyschuss des eingewechselten Braunschweigers Salim Khelifi entschärfen konnte. "Die letzten 30 Minuten ging es hin und her. Jedes Team hatte seine Chancen. Zum Glück hatten wir heute das bessere Ende für uns", so Hitz, der Vaterfreuden entgegensieht und so schnell wie möglich zurück nach Augsburg wollte.

Bobadilla bestätigt Vertrauen des Trainers

Dass die Augsburger auch vor dem letzten Spieltag noch von Europa träumen können, verdanken sie Bobadilla. Der eingewechselte Argentinier lupfte den Ball von der Strafraumgrenze mit gefühlten fünf Kilometern pro Stunde über Eintracht-Keeper Daniel Davari hinweg ins Tor. Damit sorgte er kurzzeitig für Totenstille im Stadion, abgesehen von den jubelnden mitgereisten Augsburg-Anhängern.

"Das war ein ganz spezieller Moment für mich, auch weil es so ein wichtiges Tor war. In der vergangenen Woche stand ich nicht mal im Kader, doch der Trainer hat mir das Vertrauen geschenkt. Jetzt können wir den letzten Schritt machen. Die Europa League wäre ein Traum", so Bobadilla, der erstmals in seiner Bundesligakarriere ein Jokertor erzielte (bei 28 Einwechslungen).

Auch Baier freute sich, dass ausgerechnet Bobadilla den Siegtreffer erzielte: "Ein verrücktes Tor. Ich hatte schon gedacht Andre Hahn macht das Ding rein und dann lupft Raul den Ball in der gefühlten 100. Minute in die Maschen. Es zeigt auch, wie viel Qualität wir noch auf der Bank haben."

Baier: Kein HSV-Fan am Samstag!

Durch den 50. Auswärtstreffer des FC Augsburg in der noch jungen Bundesliga-Historie des Vereins besteht für das Team von Trainer Markus Weinzierl noch die Chance, in die Europa League einzuziehen. In der eigenen Hand haben es die Fuggerstädter jedoch nicht. Der Rivale aus Mainz muss im Heimspiel gegen den HSV punkten, Augsburg empfängt Eintracht Frankfurt. (Tabellenrechner)

Werden die Augsburger so am Samstag alle zu HSV-Fans? Mitnichten. Daniel Baier auf jedenfall nicht. "Ich bin am Samstag Augsburg-Fan. Alles andere interessiert mich nicht und wir können es ja eh nicht beeinflussen. Ich glaube, der HSV will es in Mainz selbst richten und den Relegationsplatz sichern. Sollte es nicht mit dem Sprung auf Platz sieben klappen, haben wir trotzdem eine überragende Saison gespielt."

Teamkollege Hitz schickte aber schon einmal eine kleine Kampfansage an die Mainzer: "Wenn die Mainzer gegen den HSV patzen sollten, dann sind wir da."

Aus Braunschweig berichtet Alexander Barklage

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