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16.03.2014 - 15:03 Uhr


Als Mannschaft versagt

Enttäuschung pur: 1899 Hoffenheim verspielte gegen Mainz 05 wieder einmal eine Führung

"Wir haben aufgehört, geil zu sein auf den Sieg", sagte der Ex-Mainzer Eugen Polanski

Die Elf von Markus Gisdol muss nach der Niederlage gegen Mainz wieder nach unten schauen

Sinsheim - Markus Gisdol war ratlos, der Trainer der TSG 1899 Hoffenheim sagte: "Ich kann es nicht erklären, warum wir dieses Spiel hergegeben haben. Ich habe meinen Spielern jedenfalls keine Anweisung gegeben, sie sollen die Mainzer jetzt auch mal ein paar Tore schießen lassen." Mit 2:0 hatte Gisdols Mannschaft bis zur 67. Minute geführt - und am Ende gegen Mainz 05 dennoch mit 2:4 verloren.

Die Ratlosigkeit des Trainers war verständlich, nicht zum ersten Mal hatte seine junge Mannschaft in dieser Saison gerade wieder einmal eine Führung nicht über die Zeit retten können. Und zudem musste Gisdol bitter analysieren: "Bis zum 2:1 war es eine unserer besten Leistungen überhaupt. Es ist sehr ärgerlich für uns, dass wir so eine Leistung nicht mit Punkten krönen  und Mainz so einfach erlauben ins Spiel zurückzukommen." Der Frust war riesig in Baden, nicht nur beim Trainer, auch die Spieler und die Fans waren maßlos enttäuscht.

1899 muss wieder nach unten schauen

Für Hoffenheim waren diese 90 Minuten wie ein Deja-vu-Erlebnis, in der Hinrunde führten sie in Mainz bis kurz vor Abpfiff 2:0 und kassierten dennoch den Ausgleich. Zu oft schafft es diese in der Offensive hochbegabte Mannschaft nicht, Vorsprünge über die Zeit zu retten. Vielleicht gehört dieser schwankende Charakter zu diesem Team - es ist seine Stärke und seine Schwäche zugleich. Fakt ist aber: 29 Punkte nach 25 Spieltagen sind zu wenig, Hoffenheim muss wieder nach unten schauen.

Und der Frust sitzt tief in Baden über erneut fahrlässig verspielte Punkte. Eugen Polanski, der mit einem mutigen Direktschuss die TSG gegen seine alten Kollegen in Führung gebracht hatte (49.), sagte: "Wir haben nach dem ersten Gegentor mit allem aufgehört. Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen, aufgehört, geil zu sein auf den Sieg und aufgehört, geil zu sein auf die Siegprämie. Wir haben als ganze Mannschaft versagt."

Beck: "Das war vogelwild"

TSG-Kapitän Andreas Beck ätzte über das Debakel am Ende: "Das war vogelwild, so gewinnen wir kein Spiel mehr. Das ist absolut unerklärlich, mir fehlen die Worte." Am Ende passte es zu diesem Tag aus Hoffenheimer Sicht, dass Sejad Salihovic bereits in der zweiten Minute einen Elfmeter verschossen hatte - er, der sonst so sichere Elfmeterschütze, drosch die Kugel über die Torlatte.

Beck hatte im Gegensatz zu einem TV-Kameramann einen Zwischenfall in der 23. Minute unverletzt überstanden. Der linke Verteidiger konnte in vollem Sprint nicht mehr abbremsen und rannte voll in den Kameramann hinein. Der Mann wurde mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert, ihm soll es laut Auskunft des Hoffenheimer Pressesprechers Holger Tromp am Samstag aber "den Umständen entsprechend gut  gehen".

Volland im Abschluss glücklos 

Es blieb nicht nur bei diesem einen Schreck für die TSG an diesem Nachmittag, die bittere Niederlage war ein herber Rückschlag auf dem Weg zum angestrebten Ziel, mehr Balance zwischen Offensive und Defensive zu erreichen. Die TSG schreibt weiter an einem der kuriosesten Torverhältnisse der Bundesligahistorie, nach 25 Spieltagen steht dies bei 54:56.

Und: "Mit 29 Punkten", weiß der an diesem Tag glücklose Kevin Volland, "kann man absteigen". Volland scheiterte vier Mal frei vor dem Mainzer Tor an Nullfünf-Keeper Loris Karius. "Ich muss ein Tor mindestens machen", bemerkte Volland, der bis auf den Torabschluss eine hervorragende Leistung gezeigt hatte. Das gilt für fast alle seiner Mitspieler - ein Trost war das nach dem Debakel am Ende nicht.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter

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