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04.01.2014 - 12:00 Uhr


Nedelev wandelt auf Berbatovs Spuren

"Jeder träumt davon, seine Erfolge zu wiederholen", sagt der Mainzer Neuzugang Todor Nedelev über seinen Landsmann Dimitar Berbatov

Mit den Nullfünfern will der 20-Jährige (r.) in die Europa League. Gegen den VfB Stuttgart schnupperte er schon internationale Luft (© Imago)

Sein Länderspieldebüt gab er gegen Mazedonien und Nikolce Noveski (r.). Der Mainzer Mannschaftskapitän wird ihn im neuen Team besonders unterstützen (© Imago)

München - In Plovdiv geboren, in Plovdiv aufgewachsen, in Plovdiv zum Fußballprofi gereift - alles, was bisher war, hat Todor Nedelev nun hinter sich gelassen. Er hat die zweitgrößte Stadt Bulgariens verlassen, um selbst ein ganz Großer zu werden. Außerhalb der gewohnten Umgebung will der 20-Jährige in der Bundesliga durchstarten, bei Mainz 05.

"Die Bundesliga ist eine der stärksten Ligen der Welt", meinte der Mittelfeldspieler gegenüber der "Allgemeinen Zeitung". "Die Gelegenheit, mit einigen der besten Spieler und Trainer in Europa zusammenarbeiten zu dürfen, bereitet mir große Freude", blickte der junge Bulgare bereits im November voraus. Nun ist er da. Am Freitag startete Nedelev mit den Rheinhessen in die Vorbereitung - und hat sich viel vorgenommen.

Wiedersehen mit Noveski

Der Weg in die Bundesliga führte ihn durch alle Jugendauswahlteams seines Landes. 2011 nahm Nedelev an der U19-EM teil und für die U21 schoss er bei vier Einsätzen drei Tore. Auch eine Berufung in die A-Nationalmannschaft ließ nicht lange auf sich warten. Im August gab er beim 0:2 gegen Mazedonien sein Debüt. Einer, der damals für den Gegner auf dem Platz stand, war Nikolce Noveski. In Mainz wird der Innenverteidiger weider mit Nedelev auf dem Platz stehen - dann aber im gleichen Team.

Der Kapitän der Nullfünfer soll den jungen Bulgaren unterstützen und künftig als Dolmetscher fungieren. "Es gibt schlimmere Sachen, als einem jungen Kerl Nikolce zur Seite zu stellen", meinte Thomas Tuchel. So überzeugt wie der Coach von den Übersetzungskünsten seines Abwehrspielers, so begeistert ist er auch von den fußballerischen Fähigkeiten seiner Neuerwerbung.

"Zehner oder auf dem Flügel"

"Das ist ein besonderer, sehr talentierter Spieler. Sehr guter linker Fuß, Mordsschuss, gute Standards, schnell im Kopf, stark im offensiven Eins-gegen-Eins", schwärmte Tuchel im Sommer von Nedelev, bremst nun aber auch die Erwartungen: "Er muss sich erst einmal einfinden, sich wohlfühlen. Ich setze noch nicht so viele Erwartungen in ihn. Er kann sie gern alle übertreffen. Das ist besser als wenn wir ihm jetzt einen Rucksack aufladen."

"Es sind noch so viele Schritte, bevor wir uns Gedanken machen, wo wir ihn einsetzen", plant der Mainzer Trainer noch nicht weit voraus. Sein Schützling hat hingegen schon seine Vorlieben: "In der Jugend habe ich als Zehner hinter den Stürmern gespielt, was mir sehr gefallen hat. Danach stellte mich der Trainer der ersten Mannschaft von Botev auf den rechten Flügel, wo ich mich auch gut fühle. Meiner Meinung nach kann ich meinem Team sowohl auf den beiden Flügeln als auch im Zentrum helfen", erklärte Nedelev der "Allgemeinen Zeitung" selbstbewusst.

Landsmann Berbatov als Vorbild

Auch seine Ziele mit Mainz 05 sind ambitioniert gesteckt. In dieser Saison will Nedelev mit seinem neuen Team die Qualifikation zur Europa League schaffen. Auch für die Zukunft stapelt der Nationalspieler alles andere als tief: "Champions League", sagt er zu seinen Zielen mit Mainz. Das dürfte ein weiter Weg werden. Ein Landsmann Nedelevs hat sich diesen Traum bereits erfüllt: Dimitar Berbatov. Auch er kam als Talent in die Bundesliga und spielte mit Leverkusen und später Manchester United in der "Königsklasse".

"Berbatov ist das beste Beispiel für jeden jungen Fußballspieler in Bulgarien. Jeder träumt davon, seine Erfolge zu wiederholen", meint Nedelev. "Was mich angeht, so glaube ich, dass im Fußball alles möglich ist, wenn man mit Leidenschaft und Beständigkeit arbeitet und natürlich auch ein bisschen Glück hat." Sein Glück könnte der Junge aus Plovdiv nun in Mainz gefunden haben.

Sebastian Blome

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