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04.12.2013 - 16:12 Uhr


Fohlen-Power trifft auf Schalkes Wackelabwehr

München - Wenn eine der stärksten Offensivabteilungen der Liga auf eine der anfälligsten Abwehrreihen trifft, scheinen die Vorzeichen klar. Der Tabellenvierte Borussia Mönchengladbach empfängt am 15. Spieltag den Fünften Schalke 04 und ist auf dem Papier der Favorit, zumal die Fohlen zuhause antreten und dort noch keinen einzigen Punkt hergegeben haben.

bundesliga.de analysiert im Vorfeld des Topspiels die Offensiv/-Defensivreihen der Clubs und zieht einen Vergleich. Die Leistungsdaten beider Mannschaftsteile offenbaren dabei ein nicht so klares Bild, wie man es im ersten Augenblick vermuten sollte.

Gladbachs Sturmduo überzeugt

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Die Offensive ist bisher das Prunkstück der Fohlen. Mit 31 erzielten Treffern gehören die Gladbacher zu den drei offensivstärksten Teams der Bundesliga. Juan Arango, Max Kruse, Patrick Herrmann und Raffael gehören dabei zu den Top-20-Scorern der Liga.  Das neu formierte Sturmduo um Kruse und Raffael schlug also prächtig ein. Stoßstürmer wie Luuk de Jong finden im 4-4-2-System von Coach Lucien Favre keine Verwendung. Das Konzept geht voll auf. Das Angriffsduo erzielte 14 der 31 Treffer, nur die Stürmer der Leverkusener sind mit 24 Toren noch besser. "Das ist schon alles sehr gut", lobte der Coach seine Jungs, mahnte aber vor zu großer Euphorie, "wir müssen realistisch bleiben."

Anfällige S04-Abwehr

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Auf den ersten Blick droht der Schalke-Defensive am Samstagnachmittag also ein intensiver Arbeitstag. Die S04-Abwehrreihe gehört mit 26 Gegentoren nicht gerade zu den Liga-Bollwerken. In der Innenverteidigung schmerzt der Ausfall des kantigen Kyriakos Papadopoulos. Sowohl der kopfballstarke Joel Matip, Kapitän Benedikt Höwedes als auch Neuzugang Felipe Santana strahlen nur wenig Sicherheit aus. Auf der rechten Seite hat sich dagegen Atsuto Uchida zu einem soliden Defensivpart entwickelt. Auf dem Linksverteidiger-Posten sind die Leistungen von Christian Fuchs und Sead Kolasinac stark schwankend. Die S04-Defensive protzt demnach nicht gerade vor Stabilität.

Stark auf der Zielgeraden

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An Konzentration mangelt es ihr aber nicht, zumindest in der Schlussphase. Wenn sich die Uhr der 90-Minuten-Marke nähert, sind die Schalker hellwach. So kassierten die Königsblauen in der Schlussviertelstunde nur zwei Treffer, gehören damit zu den aufmerksamsten Teams der Liga. Größere Probleme haben sie dagegen in der Anfangsphase. In den ersten 30 Minuten fing sich S04 bereits zehn Gegentreffer ein. Auch Gladbach ist da offensiv noch nicht am Drücker. Auffällig oft erzielten die Gladbacher ihre Treffer erst in der zweiten Halbzeit. 21 Treffer fielen nach Wiederanpfiff, 17 davon sogar in der letzten halben Stunde. Die Schalker sollten also in ihrer starken Schlussphase besonders aufpassen.

Schalker Standardschwäche

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Bei Standardsituationen gehören die Königsblauen zu den anfälligsten Mannschaften, ließen 59 Torschüsse nach Standards zu und kassierten bereits drei Tore nach Ecken. "Jeder will natürlich Fehler vermeiden, aber sie passieren. Das unterläuft uns einfach zu häufig", stellte Benedikt Höwedesfest. Gegen die Fohlen-Offensive ist in dieser Angelegenheit jedoch kollektives Aufatmen bei Königsblau angesagt.

Gladbacher Kurzpassspektakel

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Standards gehören nämlich nicht in das Gladbach-Repertoire. Nur 16 Prozent aller Treffer basierten auf ruhenden Bällen. Nach einer Ecke kamen die Gladbacher sogar noch nie zu einem Torerfolg. Der VfL ist dagegen Meister im Herausspielen von Treffern: 26 Tore erzielte er aus dem Spiel heraus - das ist Ligaspitze. Seine Schwäche bei Standards fällt also nicht so ins Gewicht. Wenn der Offensivulkan in Wallung kommt, entlädt er sich dabei häufig über die Zentrale: 19 Tore erzielten die Gladbacher aus der Spielmitte heraus. Wenn es mal über die Außenbahn geht, dann über die linke Angriffsseite. Dort erzielten die Fohlen elf Treffer, allerdings mithilfe eines gepflegten Passspiels.

Schalker Schwachstellen bleiben verschont

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Denn die Borussia gehört zu den Teams, die bisher am wenigsten Flanken schlugen - Kopfballtore sind absolute Fehlanzeige und entsprechen nicht dem Spielstil der Gladbacher. Damit würden sie die Schalker jedoch ordentlich in Bredouille bringen: Acht Mal landete das Leder im Anschluss an eine Hereingabe im blau-weißen Tornetz, so oft wie bei keinem anderen Team der Liga. Auch die Problemzone auf der linken Abwehrseite - S04 kassierte von dort neun Gegentore - wird von Gladbachern ungern bespielt. Nur einen Treffer erzielte der Tabellenvierte über seine rechte Angriffsseite.

Yannik Schmidt

Hier geht es zum zweiten Teil: Schalkes Offensive gegen Gladbachs Defensive.

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