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17.10.2013 - 18:44 Uhr


Abheben? "Mit diesem Trainer unmöglich"

In 56 Bundesligaspielen traf Jonathan Schmid zwölfmal. In dieser Saison allerdings noch nicht (© Imago)

Trainer Christian Streich ist ein großer Förderer des Offensivmanns. "Er bleibt auch in der Krise locker", sagt Schmid

Der Franzose (l., gegen Dortmunds Erik Durm) debütierte in der Saison 2010/11 für den SCF

"Wir kassieren fast alle Tore nach individuellen Fehlern, was sehr frustrierend ist", sagt er zur aktuellen Tabellensituation (© Imago)

Freiburg - Er ist der einzige des furiosen Offensiv-Quartetts der Sensations-Saison, der Freiburg die Treue hielt: Jonathan Schmid. Der Franzose ist nach wie vor eine unverzichtbare Stütze im Spiel der Breisgauer und ist mit vier Assists bester Vorlagengeber seines Teams. Nach Platz 5 im Vorjahr geht es für Europa-League-Starter Freiburg jetzt gegen den Abstieg - auch für Schmid eine neue Situation.
Im Interview mit bundesliga.de spricht er über die Dreifachbelastung, das Spiel in Bremen (Samstag, ab 15 Uhr im Live-Ticker) und seine neue Rolle als Vermittler zwischen Trainer Christian Streich und den französischen Neuzugängen.

bundesliga.de: Monsieur Schmid, nach einer sehr erfolgreichen Vorsaison steht Freiburg nach acht Spieltagen im Tabellenkeller. Wie ist diese Krise zu erklären?

Jonathan Schmid: Es ist eine merkwürdige Situation, denn wir spielen gar nicht mal so schlecht, aber wir kassieren fast alle Tore nach individuellen Fehlern, was sehr frustrierend ist. Bis auf das Spiel bei Borussia Dortmund (0:5) wo wir keine Chance hatten, hätten wir bessere Ergebnisse erzielen müssen. Denn im Endeffekt waren wir nicht schlechter als unsere Gegner.

bundesliga.de: Wie ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft?

Schmid: Sie bleibt positiv und es herrscht in keinster Weise Panik. Wir wissen, dass die Saison noch lang dauert. Es liegt an uns, weiter hart zu arbeiten und die Ärmel hoch zu krempeln. Uns ist bewusst, dass uns ein Sieg sehr gut tun würde und vielleicht sogar die Wende bedeuten könnte.
bundesliga.de: Zum Beispiel am kommenden Samstag bei Werder Bremen?

Schmid: Das ist unser Ziel. Wir haben eindeutig das Potenzial, dort zu gewinnen. Werders Team ist vom Niveau hier ähnlich wie unseres. Letzte Saison haben wir im Weserstadion gewonnen (3:2). Vielleicht ist das ein gutes Omen.

bundesliga.de: Im Sommer wurde die Mannschaft stark verändert. Ist das auch ein Grund, warum es derzeit beim SCF nicht rund läuft?

Schmid: Ich denke nicht, denn wir spielen gut und weiter mutig nach vorne. Wir erarbeiten uns viele Torchancen, was ein gutes Zeichen ist. Ich gehöre zu den Älteren im Team und somit versuche ich den Neuen bei der Integration zu helfen und Selbstvertrauen zu geben, indem ich ihnen sage, dass sie einfach befreit aufspielen sollen.

bundesliga.de: Wie geht Trainer Christian Streich mit dieser Situation um?

Schmid: Er bleibt locker. Er sagt uns aber auch immer wieder, dass wir seit Anfang dieser Saison bei den Gegentoren fast immer selber schuld sind. Wir schenken sie her. Er sagt, das muss sich schnell ändern, damit wir die Kurve kriegen.

bundesliga.de: Ist die Doppelbelastung mit der Bundesliga und der Europa League für Ihre Mannschaft zu schwer zu meistern?

Schmid: In meinen Augen ist das eine billige Ausrede, denn die anderen Mannschaften, die international vertreten sind, gehen mit dieser Situation gut um. Also müssen wir endlich mal gewinnen - und dann wird es viel besser laufen, sowohl in der Bundesliga, als auch im Europapokal.

bundesliga.de: Glauben Sie nicht, dass einige im Team nach der letzten Super-Saison abgehoben sind?

Schmid: Mit diesem Trainer ist das unmöglich. Vor dem 1. Spieltag hatte er uns gesagt, dass wir nun von den Gegnern viel ernster genommen werden. Wir sollen noch härter an uns arbeiten und nicht denken, dass alles von alleine läuft.

bundesliga.de: Welches Ziel haben Sie sich bis zur Winterpause gesteckt?

Schmid: Dass wir uns in der Tabellenmitte befinden, zwischen Platz 10 und Platz 13. Bis auf Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen ist es sehr eng in der Liga.

bundesliga.de: Wie sehen Sie Ihre eigene Situation in dieser Saison?

Schmid: Ich bin beim SC sehr glücklich. In dieser Saison habe ich mehr Verantwortung und damit gehe ich gut um. Zum Beispiel kümmere ich mich um meine Landsmänner Francis Coquelin und Christopher Jullien, damit sie sich schneller integrieren können. Ich habe erklärt, wie es hier läuft, beim Training sind wir stets zusammen. Ab und zu kann der Trainer sauer sein, und dann versuche ich einzuschreiten, damit keine sprachlichen Missverständnisse kommen.

Das Gespräch führte Alexis Menuge
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