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01.04.2014 - 09:17 Uhr


96 sprachlos: Heimstärke war gestern

Schockstarre in Hannover: Nach drei Niederlagen in Folge rückt die Abstiegszone für Christian Schulz und Co. immer näher (© Imago)

Und alles wegen der 90. Minute: Bremens Sebastian Prödl (M.) trifft per Kopf zum 1:2

So war Hannovers überraschender Führungstreffer durch Szabolcs Huszti (l.) letztlich bedeutungslos

Hannover - "Die Spieler sitzen niedergeschlagen in der Kabine", reagierte Dirk Dufner auf Interview-Anfragen. Nach der 1:2 Heimpleite im Nord-Derby gegen den vor dem Spiel punktgleichen (Tabellen-)nachbarn aus Bremen überließen die Profis von Hannover 96 das Reden dem Sportdirektor und Trainer Tayfun Korkut.

Nur Hiroki Sakai sprach mit den anwesenden japanischen Medienvertretern - und war doch eher sprachlos. "Wir sind sehr enttäuscht", sagte der Verteidiger. Die ganze Woche habe der Trainer auf die Gefahr bei Eckstößen der Bremer hingewiesen. "Auf den kurzen Pfosten - und dann verlängert. Und dann das...". Das müsse er erst einmal verarbeiten.

Husztis Treffer aus dem Nichts

Was war passiert? Hannover übersteht mit viel Glück nicht nur "eine ganz schwache erste Halbzeit" (Korkut), sondern erzielt durch einen direkt verwandelt Freistoß von Szabolcs Huszti kurz vor der Pause die psychologisch wichtige 1:0-Führung für die Gastgeber.

"Da hätten wir schon 2:0 oder 3:0 führen können", analysierte Bremen-Keeper Raphael Wolf in einem Gespräch mit bundesliga.de die erste Hälfte. Aber so ging Hannover mit einem 1:0 in die Pause und kehrte wie verändert aufs Spielfeld zurück.

K.o.-Schlag mit Ansage

"In der zweiten Halbzeit waren viel besser, waren nicht mehr so weit voneinander entfernt", sah Korkut 45 Minuten, "die Mut machen". Der Trainer weiter: "Wenn wir von der ersten Halbzeit ausgehen, müssen wir uns Sorgen machen. Die zweite Halbzeit macht Mut."

Die Tore aber machten die Gäste. Franco di Santo traf zum 1:1-Ausgleich. Und alle im Stadion schienen mit einem "leistungsgerechten Remis" (Werder-Trainer Robin Dutt) einverstanden, als sich in der Nachspielzeit Zlatko Junuzovic den Ball zum Eckstoß bereit legte. Korkuts Warnungen schienen vergessen. Junuzovic zirkelte den Ball auf den Kopf von Luca Caldirola am kurzen Pfosten, der auf 1,94-Meter-Hüne Sebastian Prödl verlängerte. Der Verteidiger vollendete zum 1:2 und zum K.o. für Hannover.

Auswärts stabil - zuhause keine Macht mehr

Ein Treffer, der 96 in Ratlosigkeit und Schockstarre versetzt. Zwar hat man seit Amtsantritt von Korkut die eklatante Auswärtsschwäche (kein Punkt in der Vorrunde; die Red.) in den Griff bekommen und seit Ende der Winterpause sieben Punkte von sechs Reisen zurückgebracht. Aber die Festung HDI Arena erweist sich nicht mehr als unneinnehmbar.

Das 1:2 gegen Bremen zum Auftakt von drei Nord-Derbys in Folge war bereits die dritte Heimpleite der Rückrunde gegenüber nur einer in der gesamten Vorrunde. Und die dritte Niederlage in Folge. Seit dem 3:0 in Berlin am 25. Spieltag schmolz das Punktepolster auf Relegationsrang 16 zwar nur von sieben auf fünf Zähler, weil "die Konkurrenz glücklicherweise auch kaum punktet". Korkut werfe natürlich einen Blick darauf, was die Konkurrenz macht.

Noch zwei Nord-Derbys gegen den Abstieg

Und die steht vor der Tür. Am kommenden Sonntag müssen die Roten zum emotionsgeladenen Niedersachsen-Derby beim Tabellenletzten in Braunschweig, danach kommt mit dem Hamburger SV ein weiterer Nordrivale aus der Abstiegsregion in die niedersächsische Landeshaupt. Zwei absolute Abstiegs-Krimis.

Schon mit einem Sieg in Braunschweig "würden wir einen großen Schritt machen", meinte Sakai, dem "die Bedeutung des Spiels für die Tabelle und vor allem für unsere Fans bewusst" ist. Und Dufner könnte das Reden wieder den Spielern überlassen.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs

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