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16.12.2013 - 09:12 Uhr


Das Warten geht weiter

Frust bei den Franken: Der 1. FC Nürnberg gab in Hannover einen Drei-Tore-Vorsprung aus der Hand und wartet nun weiter auf den ersten Saisonsieg (© Imago)

"Ich bin enttäuscht, aber ich ärgere mich nicht", sagte FCN-Trainer Gertjan Verbeek (r.)

Zum Abschluss der Hinrunde empfangen die Cluberer um Makoto Hasebe (r.) den FC Schalke 04

Hannover - Während Fans und Spieler von Hannover 96 ausgelassen das 3:3 feierten, wirkten die Profis des 1. FC Nürnberg wie gelähmt. Im Gäste-Block war es totenstill. Der Treffer von Mame Diouf zum Unentschieden kurz vor Ende der Partie hatte die Franken kurzfristig in eine Schockstarre versetzt. Wieder nichts mit dem ersten Dreier der Saison.

Dabei sprach nach der 3:0-Pausenführung alles für den ersten Sieg der Nürnberger seit fast sieben Monaten. Denn noch nie in der Geschichte der Bundesliga hatte der Club eine Drei-Tore-Führung aus der Hand gegeben. Und nach 86 Minuten stand es 3:1 für die Gäste - bis zum "Knackpunkt des Spiels“, wie Gertjan Verbeek das Geschehen in Minute 87 beschrieb.

Hannovers 17-jähriges Talent Valmir Sulejmani, 13 Minuten zuvor für Artur Sobiech gekommen, leitete einen Ball auf Diouf weiter, der Hannover auf 2:3 heranbrachte. Aus einer klaren Abseitsposition, wie auch Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer nach Ansicht der TV-Bilder zugab. Der zweite Treffer des Senegalesen zum Ausgleich schien angesichts der Schwarzen Serien der Nürnberger dann nur noch logisch.

Pfosten und Latte stehen im Weg

16 Spiele in Folge seit Saisonauftakt ohne Sieg sind Rekord in der über 50-jährigen Liga-Historie. 14 Mal verhinderten bisher Pfosten oder Latte einen Treffer für den neunmaligen Deutschen Meister - so häufig wie bei keinem anderen Team in der aktuellen Spielzeit.

Allein in Hannover rettete zweimal das Aluminium für den geschlagenen 96-Keeper Ron-Robert Zieler. In Minute 72 traf Daniel Ginczek aus aussichtsreicher Position die Latte, und kurz vor Abpfiff bugsierte Hannovers Marcelo den Ball an den eigenen Pfosten.

24 Liga-Spiele ohne Weiße Weste

"Wir haben ein überragendes Spiel gemacht, besonders in der ersten Halbzeit“, so Mittelfeldspieler Mike Frantz. "Das Ergebnis ist zwar bitter, aber ich kann allen versprechen, dass wir trotzdem weitermachen werden.“ Kapitän Raphael Schäfer sagte: "Ich verliere nicht den Glauben an uns.“

Seit 24 (!!!) Liga-Spielen spielte der FCN nun nicht mehr zu null. Auch das ein Top-Wert. Dazu kommen noch Schwächen in der Chancenauswertung. 17 Treffer stehen  auf der Habenseite, nur die Mit-Konkurrenten im Abstiegskampf, Braunschweig und Freiburg trafen noch weniger ins Schwarze.

Den Kopf freibekommen

Der Einzige in Reihen der Gäste, der zumindest nach Außen hin ruhig wirkte, war Trainer Verbeek. "Ich bin enttäuscht, aber ich ärger mich nicht“, so der Holländer. "das würde doch sowieso nichts ändern, oder?“

Stattdessen schaute der 51-Jährige bereits kurz nach dem Spiel nach vorne. "Es ist nun mein Job, dass die Spieler den Kopf freibekommen.“ Als erste Maßnahme gab er den Spielern für Montag frei. "Da sollen sie was mit ihren Familien machen. Ein paar  Weihnachtsgeschenke kaufen. Und dann geht es am Dienstag weiter.“

Und vielleicht gibt es dann im letzten Spiel vor der Winterpause vor eigenem Publikum gegen Schalke 04 auch noch ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für den Club und seine Anhänger - den ersten Sieg der Saison.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs

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