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23.08.2013 - 11:16 Uhr


"Wir stehen vor einer schwierigen Saison"

Markus Feulner (r. im Zweikampf mit Herthas Änis Ben-Hatira) und der 1. FC Nürnberg müssen sich am Samstag beim FC Bayern behaupten

Vergangenen November erzielte Feulner (l., im Zweikampf mit Xherdan Shaqiri) im Heimspiel gegen die Bayern das Tor zum 1:1-Endstand

Bereits am 1. Spieltag in Hoffenheim holte der "Club" einen Rückstand auf - vergangenes Wochenende gegen Hertha BSC glückte erneut ein Punktgewinn nach Rückstand

Köln - Vor elf Jahren debütierte Markus Feulner im Trikot von Bayern München in der Bundesliga. Seit zwei Jahren spielt der inzwischen 31-Jährige für den 1. FC Nürnberg, mit dem er nun am kommenden Samstag zum Derby nach München reist. Im bundesliga.de-Interview spricht er über die schwere Aufgabe und die weiteren Aussichten seines FCN.
bundesliga.de: Herr Feulner, es ist mal wieder Derbyzeit. Beim vorletzten Derby gegen die Bayern haben Sie gegen Manuel Neuer ein schönes Weitschusstor erzielt. Wie gut ist das Tor noch in Erinnerung?

Markus Feulner: Das war in der letzten Saison in unserem Heimspiel. Diesmal spielen wir auswärts. Wir wissen, dass die Bayern besonders heimstark sind und es ein schwieriges Spiel wird.

bundesliga.de: Die Nürnberger Bilanz der letzten Jahre in München sieht bei fünf Niederlagen und 1:16-Gegentoren - darunter zuletzt zwei 0:4-Klatschen - nicht sehr erfreulich aus. Mit welchen Gefühlen gehen Sie in die Partie am Samstag?

Feulner: Wir wollen uns auf jeden Fall gut verkaufen. Mit einer großen Erwartungshaltung nach München zu fahren, halte ich für übertrieben. Aber auch in München besteht die Chance, vielleicht etwas mitzunehmen. Diesen Glauben haben wir. Wir wissen, dass wir sehr viel investieren müssen, um dort zu bestehen. Wir wollen für uns ein gutes Spiel abliefern, wissen aber, dass das sehr schwierig wird.

bundesliga.de: Wie oft haben Sie selbst im Laufe Ihrer Karriere gegen die Bayern gewonnen?

Feulner: Die Statistik habe ich nicht im Kopf. Unentschieden habe ich schon ein paar Mal gespielt. Und mit Dortmund habe ich mal in München und auch zuhause gewonnen.

bundesliga.de: Haben Sie noch Kontakt zu alten Mannschaftskollegen?

Feulner: Zum Bastian Schweinsteiger noch. Ansonsten hat sich die Mannschaft auch sehr verändert.

bundesliga.de: Der "Club" hat zu Beginn der neuen Saison zweimal unentschieden gespielt, beide Male auch einen zwischenzeitlichen Rückstand gedreht. Wie bewerten Sie den Start?

Feulner: Wir haben auf jeden Fall Moral gezeigt. Wir sind in Hoffenheim wieder zurückgekommen. Das spricht für die Mannschaft. Unser Defensivverhalten gegen den Ball ist aber noch verbesserungsbedürftig. Wir haben auch gegen Hertha wieder - wenn auch unglücklich - zwei Tore bekommen. Wir müssen weiter daran arbeiten, als Mannschaft richtig gut zu funktionieren und ein Team zu sein, das absolut das Tor verteidigt und frech nach vorne spielt. Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind, den wir Schritt für Schritt weitergehen wollen.

bundesliga.de: Was sind die Stärken der Mannschaft?

Feulner: Das Spiel gegen den Ball, das den Gegner immer wieder vor Probleme stellt. Wir lassen ihm keinen Raum und sind unangenehm. Und wir kontern schnell.

bundesliga.de: In der Nürnberger Mannschaft steckt auch eine ganze Menge Routine. Fünf Spieler der Stammformation sind schon über 30 Jahre alt. Gibt das der Mannschaft zusätzliche Sicherheit?

Feulner: Bei uns weiß jeder, was gefragt ist, egal, ob alt oder jung. Das müssen auch die Neuzugänge wissen. Wir müssen in jedem Spiel arbeiten, um Punkte zu holen. Das ist der Charakter der Mannschaft. Es ist wichtig, dass jeder mitzieht. Natürlich wissen die Spieler, die länger da sind, was unsere Stärken sind. Die müssen dann den Neuen helfen, sich schnell zu integrieren und die Philosophie aufzunehmen.

bundesliga.de: In den letzten drei Jahren schaffte der "Club" dreimal den Sprung in die Top Ten. Ist das auch in dieser Saison wieder das Ziel?

Feulner: Für uns ist das oberste Ziel, nicht abzusteigen und so schnell wie möglich genug Punkte gegen den Abstieg zu holen. Mannschaften wie Bremen, Stuttgart oder Wolfsburg, die alle hinter uns standen, haben sich mit vielen Spielern, die Bundesliga-Erfahrung mitbringen, verstärkt. Wir haben junge und frische Leute verpflichtet, die Entwicklungspotenzial besitzen. Sie haben jetzt die Chance, Bundesliga zu spielen. Wir stehen wiederum vor einer ganz schwierigen Saison. Irgendwelche Platzierungen auszurufen, haben wir nicht nötig. Wir konzentrieren uns auf den Klassenerhalt, dem unsere ganze Aufmerksamkeit gehört.

bundesliga.de: Wie macht sich der Neuzugang Daniel Ginczek, der zweitbeste Torjäger der vergangenen Zweitliga-Saison?

Feulner: Sehr gut. Das hat man deutlich gesehen. Er ist ein extrem robuster Spieler, der die Bälle gut behauptet, Tore vorbereitet und auch einen guten Abschluss hat. Er passt sehr gut zu unserem Spiel.

bundesliga.de: Kommen wir abschließend noch einmal zurück auf das Derby. Ist es noch ein besonders Spiel für Sie gegen Ihren Ex-Verein?

Feulner: Es ist immer schön. Bayern München ist momentan die beste Mannschaft in Europa. Sich mit den besten Mannschaften messen zu dürfen, ist eine große Herausforderung, die wir bestehen wollen. Für uns ist wichtig, dass wir auch in diesem Spiel die richtigen Schritte machen und uns weiterentwickeln. Wir müssen 100-prozentig konzentriert in das Spiel gehen und wollen es den Bayern schwer machen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski
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