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10.05.2014 - 20:05 Uhr


"Sind verdient abgestiegen"

Per Nilsson (r.) gab auf Schalke alles, um mit Nürnberg doch noch in die Relegation zu kommen

Am Ende reichte es aber nicht. Der Schwede, in Gelsenkirchen Kapitän statt des verletzten Raphael Schäfer, kann sich aber nur kurz um den eigenen Frust kümmern

Danach ist der Abwehrspieler schon als Seelentröster gefragt, beispielsweise bei Mike Frantz

Gelsenkirchen - Es ist amtlich. Der 1. FC Nürnberg hat nach der 1:4-Niederlage auf Schalke den achten Abstieg der Vereinsgeschichte zu verkraften. Der "Club" ist nun Rekord-Absteiger. Kapitän Per Nilsson versuchte, nach dem feststehenden Abstieg des fränkischen Traditions-Clubs Worte zu finden.

"Wir haben am Ende nicht die nötige Qualität auf den Platz gebracht", sagt der Schwede. Im Interview spricht der Abwehr-Routinier über die Niederlage auf Schalke und die Folgen des Abstiegs.

Frage: Herr Nilsson, der FCN hat die letzte Chance nicht genutzt, Nürnberg steigt ab. Wie lautet Ihr Fazit nach der klaren 1:4-Niederlage auf Schalke?

Nilsson: Wenn man trotz der Niederlagen von Hamburg und Braunschweig mit 26 Punkten hier steht und sieht, dass der HSV mit 27 Punkten in die Relegation geht, dann weiß man, dass man verdient abgestiegen ist. Ich muss klar sagen, dass wir die Leistung diese Saison nicht hinbekommen haben. Vielmehr kann man dazu nicht sagen. Es ist enorm schade, es ist einfach richtig schei... Ich werde auch niemals von Alibis reden, etwa von Lattentreffern oder Schiedsrichter-Entscheidungen. Das gehört alles dazu und wir sind einfach verdient als Mannschaft abgestiegen. Dem müssen wir uns stellen.

Frage: Muss sich die Mannschaft den Vorwurf machen, nicht alles aus sich herausgeholt zu haben?

Nilsson: Ich denke, dass wir alles gegeben und eine gute erste Halbzeit abgeliefert haben. Leider haben wir ein unnötiges Gegentor bekommen. Doch wir haben größtenteils so gespielt, wie wir es uns vorgestellt haben, unsere Ballgewinne jedoch nicht gut ausgenutzt. Trotzdem hatten wir Chancen und wieder war ein Pfostentreffer dabei. Das gehört bei uns leider dieses Jahr dazu. Dann noch das ärgerliche 0:2, Sekunden vor der Pause. In der 2. Halbzeit war dann etwas Leerlauf. Dann haben wir nochmals alles versucht, kamen allerdings nicht so richtig gefährlich vors Tor. Nach dem 0:3 war es dann enorm schwer.

Frage: Können Sie die Tragweite des Abstiegs schon einschätzen?

Nilsson: Schwer zu sagen in diesem Moment. Jeder weiß natürlich, dass ein Abstieg einem Verein schadet. Das ist das, was mir unheimlich leid tut, dass wir es als Mannschaft nicht geschafft haben, den Verein in der Bundesliga zu halten. Wir haben es nicht hinbekommen, auch nach zwei Trainerwechseln nicht. Nicht mal einen Sieg in den letzten drei Spielen haben wir geschafft. Das ist bitter. 

Frage: Auch die Trainerwechsel haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Nilsson: Wir sind irgendwann in eine Phase reingerutscht, in der wir kein Selbstvertrauen mehr hatten. Wir hatten vorher einen super Start in die Rückrunde, da lief es richtig gut. Ich hätte zu dieser Zeit nie daran gedacht, dass wir absteigen. Dann kamen die Verletzungssorgen, was aber keine Ausrede sein darf. Wir hatten so viele Möglichkeiten, Spiele zu gewinnen. Jeder Trainer hat es in so einer Situation schwer. Wir haben am Ende einfach nicht die nötige Qualität auf den Platz gebracht.  

Frage: Wie geht es jetzt weiter?

Nilsson: Ich denke, es wäre ganz dumm jetzt nicht direkt nach vorne zu blicken. Wir dürfen nun nicht den Kopf im Boden begraben. Natürlich werden wir ein paar Tage und Wochen leiden, für den Verein ist es schließlich eine Katastrophe. Aber man muss letztlich sofort anfangen, für die 2. Bundesliga zu planen, eine neue Mannschaft zusammenstellen, die alles dafür tun wird, dass der 1. FC Nürnberg wieder erstklassig spielt. Das muss so schnell wie möglich passieren, da zählt jeder Tag.

Aus Gelsenkirchen berichtet Markus Hoffmann 

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