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10.08.2013 - 21:01 Uhr


"Wir können selbstbewusst starten"

Schalke-Trainer Jens Keller freut sich auf den Bundesligastart gegen den HSV

Keller übernahm die "Knappen" im Dezember 2012 und führte sie auf Platz 4

Gelsenkirchen - Am Sonntag startet auch der FC Schalke 04 mit dem Spiel gegen den Hamburger SV in die neue Saison. Die Erwartungen in Gelsenkirchen sind groß, aber Trainer Jens Keller will von der Meisterschaft nichts wissen. "Ich lebe gerne sehr demütig", erklärt er im Interview mit bundesliga.de.
Die Generalprobe im DFB-Pokal ist Schalke am vergangenen Wochenende zwar geglückt, doch trotz des Sieges war Jens Keller mit dem Auftritt seiner Mannschaft gar nicht einverstanden. Gegen den HSV will er trotzdem eine selbstbewusste Elf sehen und peilt einen Sieg an. Im Vorfeld sprach er mit bundesliga.de über die Partie am Sonntag, seinen ersten Saisonauftakt als Cheftrainer, den Vergleich mit Borussia Dortmund und den Gegner in der Champions-League-Qualifikation.

bundesliga.de: Jens Keller, es scheint, als hätten Sie Ihre Kritiker überzeugt und könnten in Ruhe Ihre Arbeit machen. Sind Sie jetzt nach der Sommerpause richtig angekommen auf Schalke?

Jens Keller: Das ist nicht erst seit der Sommerpause der Fall. Rund zwei, drei Monate nach Beginn meiner Tätigkeit als Cheftrainer auf Schalke hat sich das Blatt zu meinen Gunsten gewendet. Da wurde die Öffentlichkeit positiver, manch einer hat sich bei mir entschuldigt. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich schon den Eindruck, dass meine Arbeit honoriert wird. In den letzten Wochen der vergangenen Saison habe ich auch schon oft Zuspruch erfahren.

bundesliga.de: Hilft diese Akzeptanz, wenn man jetzt in seine erste Saison als verantwortlicher Trainer eines Bundesligisten geht?

Keller: Absolut, das ist keine Frage! Der Druck von außen war da, als ich die Mannschaft übernommen habe. Das lässt sich nicht wegreden. Jetzt konnten wir ganz in Ruhe unsere Vorbereitung starten und in Ruhe arbeiten. Das war schon deutlich angenehmer. Aber mir ist auch klar, dass der Druck wieder kommen wird. Das ist nicht nur bei mir so, das spürt jeder Bundesligatrainer. Das ist in unserem Geschäft einfach so.

bundesliga.de: Ist dieser Druck nach dem wenig überzeugenden Pokalspiel in Nöttingen schon wieder spürbar?

Keller: Nein, der Druck ist noch nicht größer geworden. Es haben einige Bundesligavereine Probleme gehabt in der ersten Runde, aber wir sind mit einem schlechten Spiel immerhin eine Runde weiter gekommen. Darüber sind wir froh, aber übermäßiger Druck ist nicht vorhanden.

bundesliga.de: Hat der Pokalauftritt Auswirkungen auf das erste Saisonspiel am Sonntag gegen den HSV?

Keller: Meine Mannschaft kann sehr selbstbewusst in die Bundesligasaison starten. Sicher war das Pokalspiel nicht gut, aber das ändert nichts an der guten Vorbereitung, die die Mannschaft absolviert hat.

bundesliga.de: Der HSV hatte keine perfekte Vorbereitung. Ist ein Sieg für Schalke Pflicht?

Keller: Hamburg hat eine sehr gute Mannschaft, daran ändert auch der Verlauf einer Vorbereitung nichts. Aber wir wollen nicht auf unseren Gegner schauen, sondern auf uns. Wenn wir die Saison mit einem Heimspielsieg gegen den HSV beginnen würden, wäre das mit Sicherheit ein guter Start.

bundesliga.de: Was ist denn generell möglich für Schalke 04 in der neuen Saison?

Keller: Dass wir mit Schalke immer im oberen Bereich mitspielen wollen, ist ganz normal. Das ist ganz klar unser Ziel auch in der neuen Saison. Und da wird jetzt auch keine andere Vorgabe ausgegeben.

bundesliga.de: Es gibt Spieler wie Jermaine Jones, die Ziele deutlich offensiver formulieren und auch ganz offen von der Meisterschaft sprechen.

Keller: Jermaine hat auch nur davon gesprochen, dass er mit Schalke um die Meisterschaft spielen will. Aber das ist doch ganz klar und steht nicht im Widerspruch zu dem, was ich gerade gesagt habe. Wir sagen doch auch nicht, dass wir jetzt nicht absteigen oder irgendwo im Mittelfeld landen wollen. Natürlich wollen wir oben mitspielen. Aber wir sind auch nicht mit dem Hammer behauen und wissen durchaus um die Qualität der anderen Mannschaften. Bayern München hat sich sicherlich nicht verschlechtert und Borussia Dortmund verfügt auch wieder über einen sehr ordentlichen Kader.

bundesliga.de: Trotzdem fällt auf, dass Ziele von dem einen oder anderen forscher formuliert werden. Horst Heldt und auch Julian Draxler etwa haben explizit den BVB ins Visier genommen.

Keller: Ich lebe gerne sehr demütig. Wir arbeiten hart und müssen dann sehen, was unter dem Strich dabei heraus kommt. Man muss einfach zugestehen, dass Borussia Dortmund in den letzten Jahren sehr gute Arbeit geleistet hat. Sie waren zweimal Deutscher Meister und stehen jetzt auch finanziell sehr gut da. Aber wer weiß? In der letzten Saison konnten wir auch zweimal das Derby gewinnen. Warum sollte uns das nicht auch in der neuen Saison wieder gelingen!

bundesliga.de: Schalke will nicht nur in der Bundesliga eine gute Rolle spielen, sondern auch in der Champions League mitmischen. Zuvor gilt es aber die Qualifikation zu überstehen, in der Metalist Charkow als Gegner ausgelost wurde.

Keller: Es ist sicherlich nicht das optimale Los. Ich glaube, dass wir die stärkste Mannschaft aus dem Topf erwischt haben. Wir konnten es aber nicht beeinflussen und nehmen es jetzt so, wie es ist. Wir werden uns konzentriert auf den Gegner vorbereiten und haben natürlich ganz klar das Ziel, die Gruppenphase zu erreichen.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte
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