offizielle Webseite

Liveticker

Bundesliga

18.11.2013 - 13:49 Uhr


"Pep taucht mit Haut und Haaren ein"

Michael Mittermeier ist bekennender Bayern-Fan und sieht den Rekordmeister einen Tick vor den Dortmundern (© Imago)

Aktuell steht Mittermeier mit seinem Programm "Blackout" auf der Bühne. Das Topspiel am 23. November wird er aber von zuhause verfolgen können

München - Comedian Michael Mittermeier ist Bayern-Fan mit Leib und Seele. Bei ihm ging es sogar so weit, dass er nach zwei verlorenen Champions-League-Finals sein Ticket für Wembley "dem Fußball-Gott opferte", damit sein FCB endlich triumphiert.
Im ersten Teil des Interviews vor dem Kracher bei Borussia Dortmund (Samstag, ab 18 Uhr im Live-Ticker) spricht der gebürtige Oberbayer mit bundesliga.de über den Finalfluch und seine Erlösung, SMS an BVB-Fan Atze Schröder und die schwere Entscheidung "Klo oder Elfer" bei einem Stadionbesuch mit seiner Tochter.

bundesliga.de: Herr Mittermeier, ein Blick in den Tourkalender Ihres neuen Programms 'Blackout' (jetzt auch auf CD: www.mittermeier.de) zeigt, dass Sie am 23. November frei haben. Der Tag, an dem das Topspiel Dortmund gegen Bayern stattfindet. Ist das Zufall?

Michael Mittermeier: Ich plane ja schon seit zehn Jahren, den 23. November 2013 frei zu lassen. Das hatte ich damals schon im Gefühl: Dieser Tag muss frei sein. Nee, ich spiel' ja gar nicht so oft am Wochenende. Deswegen ist es gar nicht so unnormal, dass auch mal ein Samstag frei ist.

bundesliga.de: Warum spielen Sie nicht so oft am Wochenende? Damit Sie häufiger die Bundesliga anschauen können?

Mittermeier: Natürlich ist es schön, am Wochenende Bundesliga zu schauen. Aber die ersten zehn, fünfzehn Jahre meiner Tour habe ich alle Wochenenden gespielt. Mittlerweile spiele ich lieber unter der Woche. Es ist ein schöner Nebeneffekt, sich hinzuhocken und auf Sky auch mal ein schönes Spiel anzuschauen.

bundesliga.de: Das heißt, wir können uns Michael Mittermeier am 23. November ab 18:30 Uhr vor dem Fernseher auf der Couch vorstellen oder sind Sie im Stadion?

Mittermeier: Ich werde mich mit ein, zwei Freunden irgendwo zuhause zusammensetzen. Ich finde das entspannter als im Stadion; man sieht besser, man versteht alles und nicht jeder hört die blöden Kommentare, die man macht.

bundesliga.de: Sie haben vor ein paar Wochen bei FCB.TV gesagt, dass Sie ein Ticket für das Champions-League-Finale Bayern gegen Dortmund hatten, dies dann aber abgeben mussten. Stimmt das?

Mittermeier: Ich musste es nicht abgeben. Ich hab's dem Fußballgott geopfert. Bei den letzten beiden Champions-League-Finals war ich im Stadion. Beide gingen verloren. Da hab ich gesagt: "Nee, ein drittes mache ich nicht mit. Ich opfere meine Karte, geb sie her, soll ein anderer glücklich werden." So habe ich meinen Beitrag geleistet, dass der FC Bayern gewinnt.

bundesliga.de: Heißt das, dass Sie künftig nicht mehr ins Stadion gehen?

Mittermeier: Nee, jetzt bin ich ja erlöst. Ich darf wieder für alle Zeiten hingehen, wo ich will.

bundesliga.de: Demnächst wird man Sie also wieder auf der Tribüne der Allianz Arena sehen?

Mittermeier: So oft bin ich leider nicht da, weil es ja auch so eine Zeit-Geschichte ist. Wenn man mal ein Wochenende zuhause ist, dann sind auf jeden Fall Familie und Freunde angesagt. Aber immer mal wieder bin ich drin und ich hoffe, dass meine Tochter vielleicht auch mal mitgeht. Sie ist Bayern-Fan, auch wenn sie erst fünf ist. Aber ist noch a bissl früh jetzt fürs Stadion, noch ein bisschen zu laut, zu viele Menschen an einem Ort. Man muss sich dafür auch ein Spiel aussuchen, das unwichtig ist. Denn wenn's dann heißt: "Papa, ich muss aufs Klo", und es ist gerade Elfer, dann musst du dich entscheiden. Ist schwierig…

bundesliga.de: Gab es vor dem nun anstehenden Duell mit dem BVB schon eine böse SMS von Ihrem Kollegen und BVB-Fan Atze Schröder?

Mittermeier: Nee, der weiß ja auch, wie die Rangordnung ist. Da krieg' ich nichts. Wenn wir gewinnen, krieg ich eine Dankes-SMS von meinen Schalker Freunden. Und so ist es dann meistens.

bundesliga.de: Schreiben Sie denn dann SMS an Atze Schröder?

Mittermeier: Nee, ich will ja nicht nachtreten. Ich bin ja ein guter Gewinner.

bundesliga.de: Wie sehen Sie aktuell die Kräfteverhältnisse zwischen Bayern und Dortmund?

Mittermeier: Es geht darum, "Wer spielt sich in einen Lauf?" oder "Wer macht den ersten Fehler?". Das hat man ja beim Champions-League-Finale gemerkt. Die Teams begegnen sich auf hohem Niveau. Aber der FC Bayern hat die Nase ein bisschen vorn. Es wird sicher spannend, kein Selbstläufer.

bundesliga.de: Wie sieht es in Sachen Meisterschaft aus? Durchmarsch der Bayern, Zweikampf mit dem BVB oder gibt es einen dritten Verein, der mitreden könnte?

Mittermeier: Also Hertha ist es nicht. Das wird ausgespielt zwischen Bayern und Dortmund. Leverkusen, das ist immer ganz schräg, die hast du nie so auf dem Plan und dann werden sie doch immer irgendwie Dritter.

bundesliga.de: Was macht denn Ihrer Meinung nach die Bayern derzeit aus?

Mittermeier: Jupp Heynckes hat in der letzten Saison schon eine sehr gute Struktur aufgebaut und Pep Guardiola macht gut weiter. Es ist nicht einfach, nach einem Mann einzusteigen, der alles gewonnen hat. Klar ist er der Saubermann, der aus Barcelona kam. Trotzdem muss er einen Link kriegen zu den Spielern, zur Spielweise. Das scheint ganz gut zu klappen. Das Wichtigste ist, dass die Spieler den Trainer schätzen, respektieren, aber auch keine Angst haben. Das ist bei Jürgen Klopp ja auch so. Pep ist ja kein Felix Magath, der autistisch seine Befehle gibt und wenn die nicht ausgeführt werden, dann ist's blöd.

bundesliga.de: Welchen Eindruck macht Pep Guardiola auf Sie?

Mittermeier: Er kommt mir ganz entspannt vor. Nicht viele andere wären das als Nachfolger von Heynckes. Alle schauen auf dich und wenn du zwei Mal verlierst, bist du schon ein Loser. Guardiola macht das ganz unaufgeregt und das finde ich ganz toll. Er weiß, dass er die Sprache erlernen muss, weil du nur dann irgendwann mit der Mannschaft auf einer Wellenlänge sein wirst. Man hat nicht das Gefühl, dass er einer ist, der Vokabeln paukt, sondern er taucht ein. Das ist ein gutes Wort: Guardiola taucht ein bei Bayern. Er will es mit Haut und Haaren und das spürt man.

bundesliga.de: Auf der anderen Seite beim BVB ist mit Jürgen Klopp auch ein sehr charismatischer Trainer, der in den letzten Wochen nicht immer so ruhig war wie Guardiola. Gibt es trotzdem Ähnlichkeiten?

Mittermeier: Guardiola ist ein Leidenschaftsarbeiter wie Klopp. Dass Klopp ab und an ein bisschen verspannter ist oder lauter, ist halt so. Der Druck wird eben immer höher. Wenn du wie Pep Barcelona geführt hast, hast du schon die höchste Druck-Ebene hinter dir. Nichts gegen den FC Bayern. Da ist der Druck auch sehr hoch. Aber bei Barca hast du schon die Schule durch. Wenn du das durchgestanden hast, bist du ruhiger in deinem Leben. Auf der anderen Seite: Auch Mourinho wird im Leben nicht ruhiger werden.

bundesliga.de: Wie ist denn die Triple-Saison noch zu toppen?

Mittermeier: Wir müssen nichts toppen. Natürlich wollen wir wieder Meister werden und den DFB-Pokal gewinnen. Ich glaube, das klappt auch. Es ist ja nicht so, dass es in Deutschland im Moment viele Mannschaften gibt, die uns die Stirn bieten können. Bei der Champions League kann man nicht einfach sagen, die gewinnt man mal zwei Jahre hintereinander. Toll wär's natürlich.

bundesliga.de: Hat die Mannschaft denn das Zeug dazu, die Champions League erneut zu gewinnen?

Mittermeier: Das Zeug dazu hat sie. Aber das Zeug hatte sie auch vor zwei Jahren, als sie gegen Chelsea verlor. Da hätte sie eigentlich 12:2 gewinnen müssen. Klar hatte Chelsea eine gute Mannschaft, aber Chelsea war das Griechenland Englands. Du lässt dich die ganze Zeit hinten rein prügeln, bis du eine Ecke kriegst, dann gibt's einen Kopfball und vorne hast du so einen Wunderarbeiter wie Drogba. Aber das ist doch kein Fußball.

Teil 2:
Mittermeier über Bayern-Bettwäsche, Thomas Müllers Comedy-Talente und BVB-Stars in seinem Show-Publikum.


Das Gespräch führte Gregor Nentwig
Verwandte Artikel

Fan-Newsletter

Bundesliga
Service

© 2014 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH