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16.02.2014 - 13:37 Uhr


Huntelaar: "Mir gefällt meine neue Rolle als Zehner"

Auch wenn Klaas-Jan Huntelaar (l., mit Jefferson Farfan) in Leverkusen beim 2:1-Siegtor in "alter" Rolle glänzte...

ist der Niederländer (r., gegen Philipp Wollscheid) ist bei Schalke nicht nur mehr für das Toreschießen verantwortlich. Er sieht sich jetzt mehr als Zehner

Trotz langer Verletzungspause steht Huntelaar (M., hier trifft er in Hamburg) bereits bei vier Saisontoren

Leverkusen - Die Erfolgsserie von Schalke 04 hält an. Die Knappen gewannen auch ihre vierte Rückrundenpartie und siegten im Topspiel des 21. Spieltags etwas glücklich mit 2:1 in Leverkusen.

Damit hat die Elf von Jens Keller den 4. Platz zementiert und den Rückstand auf Platz 2 auf nur noch drei Punkte reduziert. Nach dem Erfolg in der BayArena sprach Siegtorschütze Klaas-Jan Huntelaar über Schalkes Ambitionen, seine veränderte Spielweise, die Youngster Meyer und Goretzka und das Mammut-Programm gegen Real und Bayern.

Frage: Herr Huntelaar, wie ist die Erfolgsserie von Schalke zu erklären?

Klaas-Jan Huntelaar: Wir haben immer minimal ein Tor mehr gemacht als der Gegner. (lacht) Dann gewinnt man.

Frage: Was steckt dahinter?

Huntelaar: Die ersten zweieinhalb Spiele haben wir dominiert und gut gespielt. Gegen Wolfsburg war es erst auch ordentlich. Wir hatten einen Mann mehr, aber dann waren wir immer zu spät und zu lässig. Der Gegner ist noch einmal zurückgekommen. Aber am Ende haben wir gewonnen. In den anderen Spielen haben wir richtig dominiert. In Leverkusen haben wir es im Topspiel taktisch schlau gemacht. Wir haben kompakt verteidigt, so dass sie den Ball immer hinten herumspielen mussten, sie hatten auch mehr Ballbesitz als wir. Das war auch unser Plan. Wir haben versucht unser Tor dichtzumachen und sie zu zwingen, den langen Ball zu spielen. Das hat gut geklappt.

Frage: Wie haben Sie Ihr Tor erlebt, dass sie mit dem Rücken zum Tor stehend per Kopf erzielt haben?

Huntelaar: Ich wusste, dass ich mehr auf Höhe des ersten Pfostens war. Dann muss man den Ball mit der linken Kopfhälfte köpfen und auf sein Gefühl vertrauen.

Frage: Sie waren lange nicht mit dabei und sind jetzt wieder fester Bestandteil der Mannschaft. Wie empfinden Sie das Klima in der Truppe?

Huntelaar: Es ist immer so, dass alle locker und zufrieden sind, wenn die Siege da sind. Wir müssen jetzt so weitermachen. Die Mannschaft ist zusammengerückt und zusammengewachsen. Das ist gut.

Frage: Haben Sie auch den Eindruck, dass sich die Mannschaft spielerisch verbessert hat?

Huntelaar: Sicher. Wir haben mit Kevin-Prince Boateng einen guten Spieler dazu bekommen, als ich schon verletzt war. Ich hatte vorher nie mit ihm zusammengespielt. Er macht es im Mittelfeld zusammen mit Max Meyer, der sich super entwickelt hat, gut. Auch Leon Goretzka hat jetzt gezeigt, was er drauf hat. Er ist ein toller, talentierter Spieler. Wir haben sehr viele junge Spieler, auch Felipe Santana und Sead Kolasinac machen es gut. Auch die Abwehr steht gut. Wir haben richtig Qualität.

Frage: Haben Sie das Gefühl, dass Sie der Mannschaft jetzt entscheidend weiterhelfen können, nachdem Sie so lange gefehlt haben und die Hinrunde nicht optimal gelaufen ist?

Huntelaar: Ich habe mich nur darauf konzentriert, wieder zurückzukommen. Ich habe die Spiele gesehen. Ich bin froh, dass ich wieder spielen kann. Jetzt sind wir mit vier Siegen gut in die Rückrunde gestartet und versuchen, so weiterzumachen.

Frage: Wie sehr genießen Sie Ihre Rückkehr nach der langen Verletzungspause? Sie kommen jetzt in einer Phase zurück, in der die Topspiele Schlag auf Schlag kommen.

Huntelaar: Das ist natürlich schön. Wenn man lange verletzt war, hat man richtig Bock wieder zu spielen. Dann schätzt man, wie schön es ist, wieder fit zu sein.

Frage: Täuscht der Eindruck, oder spielen Sie jetzt etwas variabler im Angriff und sind nicht mehr der klassische Mittelstürmer?

Huntelaar: Das stimmt. Ich bin meistens an der Seite von Jefferson Farfan gekommen und war weniger in der Sturmmitte. Max Meyer hat auf der anderen Seite gespielt. Wir wussten, dass die Verteidiger immer auf der Linie bleiben und nicht mitgehen. So haben Max und ich mehr als Zehner gespielt, wir konnten immer einen anspielen. In der zweiten Halbzeit haben wir etwas mehr mit langen Bällen auf Konter gespielt. Mir gefällt diese neue, leicht veränderte Rolle. Ich bekomme so mehr Bälle und bin mehr im Spiel. Ich denke, dass wir so auch gefährlicher sind.

Frage: Hat die Mannschaft mit dem Sieg in Leverkusen nun die Messlatte hochgelegt? Muss ihr Anspruch sein, diese Leistung als Standard konstant abzurufen?

Huntelaar: Unser Standard ist, dass wir in jedem Spiel versuchen, unsere Taktik durchzuziehen. Das ist uns wie gesagt zweieinhalb Spiele gelungen, gegen Wolfsburg konnten wir in der zweiten Halbzeit nicht so dominieren. Ansonsten haben wir die Spiele dominiert und aggressiv nach vorne gespielt. In Leverkusen sind wir das Spiel mit einer anderen Taktik angegangen. Wir wollten gut verteidigen, mit der ganzen Mannschaft gut zu stehen und dann über Konter zum Erfolg zu kommen. So haben wir unsere Chancen herausgespielt und auch genutzt. Das war der Unterschied zu Leverkusen.

Frage: Gucken Sie in der Tabelle jetzt mehr auf die Plätze 2 und 3 oder auf Rang 5? Wie lautet das Ziel für die restlichen 13 Spiele?

Huntelaar: Das Ziel ist, minimal Vierter zu werden. Wir haben immer davon gesprochen, dass wir den 4. Platz sichern wollen. Das hat oberste Priorität. Wir dürfen jetzt nicht überheblich werden und müssen einfach so weiter arbeiten, wie wir das bis jetzt gemacht haben. Ob mehr drin ist, werden wir sehen. Wir spielen jetzt gegen Mainz, danach gegen Real Madrid und die Bayern. Wir gehen Spiel für Spiel an.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski

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