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20.10.2013 - 11:21 Uhr


"Man kann nicht immer glänzen"

Pierre-Emerick Aubameyang (l.) herzt Dortmunds Torschützen Marco Reus nach dessen Elfmetertreffer gegen Hannover (© Imago)

Denn mit den Niedersachsen hatten Nuri Sahin (r., gegen Artur Sobiech) und seine Kollegen ihre liebe Müh' und Not

Umso größer war die Erleichterung beim BVB über drei glanzlos, aber ehrlich erarbeitete Punkte

Dortmund - Am Ende des Tages zählen die Punkte - und die hat Borussia Dortmund mit dem 1:0-Sieg über Hannover 96 auf seinem Konto verbucht. Warum es dieses Mal allerdings ein mühsamer Erfolg war und wie es nun für den BVB weitergeht, erklärt Pierre-Emerick Aubameyang im Interview mit bundesliga.de.
bundesliga.de: Pierre-Emerick Aubameyang, das war ein echtes Stück Arbeit für den BVB. Trotz der frühen Führung kam Hannover nach der Halbzeit immer stärker auf.

Pierre-Emerick Aubameyang: Wir haben es selbst auch gemerkt auf dem Platz, dass es immer schwerer wurde, je länger das Spiel lief. Wir haben die Partie immer mehr aus der Hand gegeben und Hannover zu sehr ins Spiel kommen lassen. Das war eine Folge unserer Situation: Wir hatten sehr viele Spieler, die in den letzten Tagen international mit ihren Nationalteams im Einsatz waren und zum Teil weite Reisen hinter sich hatten Und wir hatten zudem Spieler, die zuletzt verletzt und angeschlagen waren und nicht richtig trainieren konnten. Man hat gemerkt, dass uns dadurch in unserem Spiel etwas gefehlt hat.

bundesliga.de: War die Mannschaft schlicht müde?

Aubameyang: Ich hatte auch den Eindruck, dass wir ein wenig müde waren und vor allem mit der Zeit immer müder wurden. Uns hat dieses Mal der Rhythmus gefehlt. Wir sind nicht so ins Spiel gekommen, wie wir es eigentlich gewohnt sind und konnten diese Mal nicht das hohe Tempo gehen, das uns sonst auszeichnet. Außerdem haben wir Hannover im Spiel gehalten, weil wir nicht frühzeitig ein zweites Tor nachgelegt haben.

bundesliga.de: Die Mannschaft wirkte in manchen Situationen unkonzentriert.

Aubameyang: Das war auch eine Folge dieser Müdigkeit. Wir haben insgesamt nicht präzise genug gespielt und haben zu viele Fehler im Passspiel gemacht. Das war oft zu ungenau. Dadurch haben wir vorne nicht so viele erstklassige Chancen gehabt und Hannover konnte auf der anderen Seite in der zweiten Halbzeit einige Male gefährlich vor unser Tor kommen.

bundesliga.de: Wie sollte man jetzt mit dieser Leistung und diesem Spiel umgehen? Abhaken und weitermachen?

Aubameyang: Es gilt für uns dieses Mal die alte Regel im Fußball, dass man gerade auch solche Spiele gewinnen muss, wenn man ganz oben mitspielen will. Man kann nicht immer glänzen und den Gegner mit 5:0 oder 6:0 aus dem Stadion schießen. Aber es war wichtig, dass wir trotz der mittelmäßigen Leistung die drei Punkte geholt haben und vorne weiter mit dabei sind. Außerdem haben wir zu Null gespielt, das ist auch sehr ordentlich.

bundesliga.de: Und der BVB hat mit dem 1:0-Erfolg immerhin auch einen Vereinsrekord eingestellt.

Aubameyang: Ich habe das auch schon gehört, dass Dortmund zuvor erst einmal 22 Punkte nach den ersten neun Spielen hatte. Und fünf Heimsiege zum Saisonstart sind auch ein Bestwert. Wir haben in der Kabine aber nur kurz darüber gesprochen. Schön wäre es, wenn es so weiter geht.

bundesliga.de: Die Fans haben nach dem Abpfiff lautstark den Derbysieg am nächsten Spieltag gefordert. Ist Ihnen die Bedeutung eines Sieges gegen Schalke schon bewusst?

Aubameyang: (lacht) Kevin Großkreutz hat mir im Sommer schon erzählt, was dieses Spiel für unsere Fans und für den Verein bedeutet. Aber im Moment ist es für uns noch kein Thema. Es ist für uns ganz wichtig, dass wir Schritt für Schritt weitermachen. Jetzt waren erst einmal die drei Punkte gegen Hannover wichtig, am Dienstag spielen wir bei Arsenal und danach machen wir uns Gedanken über das Derby.

bundesliga.de: Glauben Sie, dass die Mannschaft bis Dienstag die Müdigkeit aus den Beinen bekommt, um in London bestehen zu können?

Aubameyang: Ich denke schon, dass wir uns bis dahin weiter erholt haben und wieder besser drauf sind. Es wartet auf uns ein großes Spiel in der Champions League, das ist noch einmal eine zusätzliche Motivation.

bundesliga.de: Muss der BVB vor allem Mesut Özil ausschalten, um gegen Arsenal erfolgreich zu sein?

Aubameyang: Özil ist sicherlich in sehr guter Form und spielt für das Team eine wichtige Rolle. Aber Arsenal hat insgesamt eine sehr gute Mannschaft. Neben Özil ist zum Beispiel Olivier Giroud ein sehr guter Spieler, auf den wir enorm aufpassen müssen. Ich kenne ihn noch gut aus Frankreich, er ist ein gefährlicher Stürmer. Es wird ganz bestimmt keine leichte Aufgabe für uns und wir werden besser spielen müssen als gegen Hannover.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte
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