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07.10.2013 - 15:37 Uhr


"Arbeitstier" Lasogga küsst HSV wach

Pierre-Michel Lasogga schoss den Hamburger SV in Nürnberg mit einem Hattrick zum Sieg

Neben Lasogga (l.) gelang es nur noch Ivica Olic, im Dress des HSV einen Hattrick zu erzielen

"Wir ackern vorne, wir geben Gas, dann erarbeitet man sich dieses Quäntchen Glück", sagt die Leihgabe von Hertha BSC (l.)

Hamburg - Pierre-Michel Lasogga blieb am Tag nach seiner Drei-Tore-Show ganz bescheiden. Erst lockerte der bullige Angreifer des Hamburger SV ein bisschen die beeindruckenden Muskeln, anschließend beantwortete der 1,89 Meter große und 88 Kilogramm schwere Hüne fast schüchtern jede Frage zu seiner Hattrick-Gala beim 1. FC Nürnberg (5:0). Alle wollten wissen: Wie hat er nur geschafft, was nicht einmal Club-Idol Uwe Seeler gelang?
"Ich lebe Fußball und bin ein Fußball-Bekloppter", sagte der 21-Jährige, der beim Club mit seinen drei Treffern innerhalb von 7:21 Minuten (59./62./67.) den viertschnellsten Hattrick der Bundesligageschichte erzielte. Nach Ivica Olic (im Oktober 2007 gegen Stuttgart) sorgte Lasogga erst für den zweiten Hattrick eines HSV-Spielers überhaupt.

Kreuzer: "Lasogga ist ein absolutes Arbeitstier"



Und plötzlich stand die Leihgabe von Hertha BSC im Rampenlicht, die Aufmerksamkeit schien Lasogga fast ein wenig unangenehm. Artig lobte er das Team, das so intensiv gearbeitet und ihn unterstützt habe. "Ich freue mich, dass ich mit den anderen so gut zurechtkomme, man merkt auch auf dem Platz, dass es harmoniert", sagte Lasogga, der mit seinen Toren den bis dahin so enttäuschenden HSV zu beflügeln scheint. Regisseur Rafael van der Vaart (17.) und Tolgay Arslan (74.) sorgten für die beiden anderen Hamburger Treffer gegen völlig harmlose Nürnberger.

Doch im Mittelpunkt stand hinterher nur einer: Lasogga. "Er ist ein absolutes Arbeitstier", sagte Sportchef Oliver Kreuzer, der Lasogga im Sommer aus Berlin nach Hamburg lotste. "Und ein Kabinenspieler. Er hat immer gute Laune, ist immer gut drauf - das überträgt er auf die Mannschaft."

Privat gilt Lasogga, der auf seinem linken Oberarm ein riesiges Tattoo seiner Mutter Kerstin, gleichzeitig seine Beraterin, trägt, als absoluter Familienmensch, als höflich, lustig, nicht abgehoben. Auf dem Platz folgt dann die Verwandlung: Da ist er ein absoluter Kämpfer, steht dort, wo es weh tut. "Er ist das beste Vorbild, ein richtiger Teamplayer. Er geht unheimlich weite Wege, ist einfach immer da", schwärmte der neue Trainer Bert van Marwijk über sein Juwel. "Aber er ist auch ein guter Stürmer."

Van Marwijk dämpft die Erwartungen



Dabei ist Lasogga keiner, der durch seine starke Technik überzeugt, ist eher hölzern, langsam, nicht gerade elegant. Aber er weiß, wo das Tor steht. Lasogga hat in allen seinen drei Spielen von Beginn an für den HSV getroffen (in den letzten drei Pflichtspielen gegen Fürth im Pokal, in Frankfurt und Nürnberg). "Wir ackern vorne, wir geben Gas, dann erarbeitet man sich dieses Quäntchen Glück", sagte "Hamburgs neue Tor-Maschine" (Bild-Zeitung), der seine Treffer seinem Bruder Gian-Luca (11) zum Geburtstag widmete - "Happy Birthday, Lucy!" hatte Lasogga auf sein T-Shirt unter dem Trikot geschrieben.

Van Marwijk versuchte derweil im Lasogga-Hype die aufkommenden Erwartungen in Hamburg zu dämpfen. "Wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben und verlieren noch zu oft den Ball", sagte der Niederländer, der jetzt in zwei Spielen so viele Punkte gesammelt hat wie sein Vorgänger Thorsten Fink an den ersten sechs Spieltagen: "Es ist wichtig, dass das Selbstvertrauen zurückkommt. Mit dem Sieg geht das schneller." Nach dem Vorrücken auf Platz 15 meinte Lasogga noch: "Wir wollen endlich raus aus dem Keller."
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