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15.08.2013 - 22:43 Uhr


"Angst ist ein schlechter Ratgeber"

VfB-Coach Bruno Labbadia hat mit seiner Mannschaft klare Ziele: "Wir wollen natürlich immer möglichst attraktiv und offensiv spielen, aber natürlich vor allem auch punkten"

Nach der Auftakt-Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 analysiert er: "Wir hatten genügend klare Möglichkeiten, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden. Wenn man diese nicht nutzt, dann geht man eben leider leer aus"

Das internationale Geschäft gilt als Zielsetzung, aber der Coach weiß: "Nicht nur wir wollen in das internationale Geschäft, da werden acht bis zehn Mannschaften drum kämpfen. Das dürfte ein spannendes Rennen werden"

Stuttgart - Die Auftaktpartie in Mainz unglücklich verloren, jetzt kommen die starken Leverkusener: Ein klein wenig steht der VfB Stuttgart schon wieder unter Druck. VfB-Trainer Bruno Labbadia bleibt im Gespräch mit bundesliga.de dennoch gelassen - auch weil er weiß, dass sich die Schwaben sinnvoll verstärkt haben.

bundesliga.de: Bruno Labbadia, wie enttäuscht sind Sie nach der unglücklichen Auftaktniederlage in Mainz?

Bruno Labbadia: Natürlich sind wir darüber enttäuscht. Wir hatten genügend klare Möglichkeiten, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden. Wenn man diese nicht nutzt, dann geht man eben leider leer aus.

bundesliga.de: Spielerisch waren in Mainz deutliche Fortschritte erkennbar. Wo genau sehen Sie noch die größten Problemzonen Ihrer Mannschaft?

Labbadia: Wir hatten vor dem Bundesliga-Auftakt drei Pflichtspiele. Es ist normal, dass nach einer intensiven Vorbereitung noch nicht alles rund läuft und wir unsren Rhythmus finden müssen. In der Europa-League-Qualifikation sind wir mit Plovdiv auf eine Mannschaft getroffen, die bereits mehrere Pflichtspiele hinter sich hatte, dazu noch ungeschlagen war. Deshalb sind wir zufrieden, dass wir dort wie auch im DFB- Pokal eine Runde weitergekommen sind. Unser Auftritt in Mainz war in Ordnung, nur leider haben wir die Tore nicht gemacht und damit ein gutes Resultat verpasst.

bundesliga.de: Sie haben vor der Saison groß eingekauft. Einige der Neuzugänge scheinen allerdings noch nicht richtig in Stuttgart angekommen zu sein. Woran liegt es, dass vermeintliche Verstärkungen wie Mohammed Abdellaoue, Moritz Leitner oder auch Konstantin Rausch offenbar noch Defizite haben?

Labbadia: Groß eingekauft? Wir haben nur für Mo Abdellaoue Ablöse und für Moritz Leitner eine Leihgebühr bezahlt. Daher finde ich die Formulierung, dass wir uns gut verstärkt haben, treffender. Für einen Verein wie den VfB Stuttgart sollte es eigentlich Normalität sein, sich in diesem Rahmen zu verstärken. Die Rahmenbedingungen in den vergangenen zweieinhalb Jahren ließen es jedoch nicht zu. Wir sind nun breiter aufgestellt und damit für drei Wettbewerbe besser gerüstet. Es sind Spieler, die richtig gut in unseren Kader passen.

bundesliga.de: In Mainz hatte die Innenverteidigung nach den Verletzungen von Georg Niedermeier und Serdar Tasci noch einige Abstimmungsprobleme. Wird da personell noch einmal nachgebessert oder vertrauen Sie Ihrer "zweiten Garde"?

Labbadia: Innerhalb von vier Tagen sind uns zwei Innenverteidiger verletzungsbedingt weggebrochen. Das ist natürlich bitter, aber damit müssen wir umgehen. Dass sich eine neuformierte Defensive erst einmal finden muss, ist doch normal. Die beiden Ausfälle schmerzen uns richtig. Ob wir noch einmal darauf reagieren, werden wir sehen.

bundesliga.de: Am kommenden Samstag kommt Leverkusen zum VfB - eine bärenstarke Truppe. Wächst da die Angst vor einem Stuttgarter Fehlstart?

Labbadia: Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Leverkusen hat einen souveränen Start gegen Freiburg hingelegt. Diese Mannschaft hat wieder Ambitionen, um die Champions-League-Plätze mitzuspielen, insofern wissen wir, was uns erwartet. Wir freuen uns auf den Auftakt vor unseren Fans in der Mercedes-Benz Arena und wollen dort unbedingt mit einem positiven Ergebnis starten.

bundesliga.de: Ihr Sportdirektor Fredi Bobic hat die Qualifikation für das internationale Geschäft als Saisonziel ausgegeben. Realistisch? Oder eine Vorgabe, die die Mannschaft Ihrer Meinung nach zu sehr unter Druck setzt.

Labbadia: Druck hatten wir vor zweieinhalb Jahren, als es darum ging, den VfB vor dem Abstieg zu bewahren. Wir haben beim VfB alle gemeinsam ambitionierte Ziele. Doch nicht nur wir wollen in das internationale Geschäft, da werden acht bis zehn Mannschaften drum kämpfen. Das dürfte ein spannendes Rennen werden.

bundesliga.de: Gerade die Heimspiele waren in der vergangenen Saison für die treuen VfB-Fans nicht immer ein Augenschmaus. Was macht Sie zuversichtlich, dass Ihre Mannschaft die Anhänger in dieser Spielzeit wieder in Ihren Bann zieht?

Labbadia: Wir wollen natürlich immer möglichst attraktiv und offensiv spielen, aber natürlich vor allem auch punkten. Dass uns dies in der vergangenen Saison zuhause nicht oft gelungen ist, wissen wir und das wollen wir verbessern. Dabei zählen wir wieder auf die Unterstützung unserer Fans. Mit deren Unterstützung kann man die entscheidenden Prozente herausholen.

bundesliga.de: In der Stuttgarter Führungsetage ist nach der Wahl von Bernd Wahler zum Präsidenten wieder Ruhe eingekehrt. Wie wichtig ist dieser Umstand für die sportliche Entwicklung Ihrer Mannschaft?

Labbadia: Es freut mich, dass Bernd Wahler bei den VfB-Mitgliedern so einen großen Anklang gefunden hat. Er hat sich bei uns im Trainingslager vorgestellt, das kam sehr gut an. In Ruhe arbeiten zu können, vereinfacht die Konzentration aufs Sportliche für uns natürlich.

Das Gespräch führte Jens Fischer

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