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17.04.2013 - 08:53 Uhr


Xherdan Shaqiri: Anarcho-Dribbler als Luxusproblem

Kraftwürfel im Höhenflug: Xherdan Shaqiri sorgte gegen Wolfsburg für die Glanzpunkte

Drei Tore leitete er ein, einen Treffer erzielte der Schweizer selbst

Shaqiri wechselte im vergangenen Sommer vom FC Basel zum FC Bayern

München - Ein gutes Fußballteam macht die richtige Mischung aus Arbeitern und Künstlern aus. Für ein hervorragendes Team fehlen dann nur noch ein, zwei Anarchisten. Spieler, die ihre Mannschaft mit unberechenbaren Ideen auf ein höheres Level hieven. Franck Ribery füllt diese Rolle beim FC Bayern seit Jahren aus, doch der 30 Jahre alte Dribbel-Filou muss aufpassen: Mit Xherdan Shaqiri steht sein legitimer Thronfolger bereits in den Startlöchern.
Der 21 Jahre junge Schweizer gab den Freigeist beim 6:1-Erfolg im Pokalhalbfinale gegen Wolfsburg, glänzte mit unberechenbaren Dribblings, irrwitzigen Laufwegen und klugen Pässen.

Sammer: "Das war weltklasse"



Drei der sechs Tore bereitete er vor, eines erzielte er selbst. Sportvorstand Matthias Sammer lobte: "Das war weltklasse. Xherdan hat das super interpretiert." Aufgestellt hatte Trainer Jupp Heynckes den dribbelstarken Eidgenossen im linken Mittelfeld, wo Ribery aufgrund einer Sperre fehlte. Zu finden war Shaqiri dann aber überall auf dem Rasen. Mal erstritt sich der 1,69 Meter kleine Kraftwürfel Bälle am eigenen Strafraum, mal kreiselte er durch die VfL-Abwehrreihen, mal schlüpfte er als Ballverteiler in die Strategenrolle. "Shaqiri war der Mann des Abends", befand Sammer - wohlwissend, dass das Talent in Kürze schon nicht mehr im Rampenlicht stehen könnte.

Denn die Gala des Schweizers bringt Jupp Heynckes in eine weitere Zwickmühle im Hinblick auf das Halbfinalhinspiel in der Champions League am kommenden Dienstag gegen Barcelona. Platzhirsch Ribery kehrt zurück, Bedarf zu wechseln hat Heynckes angesichts der jüngsten Resultate nicht - und Unruhe ist das Letzte, was die Bayern vor den entscheidenden Wochen des Jahres wollen.

Pokalfinale am 1. Juni



Da trifft es sich gut, dass Shaqiri keine Ansprüche anmeldet und artig den Teamplayer gibt. "Der Trainer muss jede Woche elf Spieler aufstellen", schmunzelt er. "Da möchte ich nicht in seiner Haut stecken." Angst, zu wenig Einsatzzeit zu bekommen, braucht er nach dem Auftritt gegen Wolfsburg ohnehin nicht zu haben. In drei Wettbewerben mischen die Bayern weiter mit.

Der Meistertitel ist seit dem 28. Spieltag perfekt, nun ist immerhin schon das Double greifbar. Am 1. Juni steigt das Pokalfinale gegen den Sieger der Partie Stuttgart gegen Freiburg.

Der Grund für die Souveränität in diesem Jahr: "Egal, ob alle nur über Barcelona sprechen, wir konzentrieren uns auf jeden Gegner, egal wer spielt oder reinkommt", sagt Shaqiri. Jupp Heynckes wird auf ihn zurückkommen - spätestens, wenn er mehr als einen Anarcho-Dribbler gegen Barcas Tiqui-Taca-Künstler braucht.

Aus München berichtet Andreas Messmer
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