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08.12.2012 - 23:14 Uhr


Wolfsburgs "Magnum" schießt scharf

Der Elfer sitzt, die Frisur und der Schnauzer auch: Wolfsburg-Spielmacher Diego (M.) überzeugte beim Sieg in Dortmund

Der Brasilianer bereitete zwei Tore vor und erzielte eines selbst

Vedad Ibisevic (l., gegen Jermaine Jones) vom VfB Stuttgart traf nicht nur dreifach, sondern überzeugte auch läuferisch - genauso wie...

...Kollege Martin Harnik (l., gegen Christian Fuchs), der der laufstärkste Spieler des Spieltags war

Was für eine Bilanz: Eintracht-Coach Armin Veh hat alle sechs Partien gegen Werder-Trainer Thomas Schaaf gewonnen

München - Der VfL Wolfsburg ist in seiner Geschichte schon durch einige kreative Transfers aufgefallen. Dennoch wird sich der eine oder andere Beobachter am Samstag verwundert die Augen gerieben haben. Tom Selleck alias Magnum P.I. als neuer Spielmacher der Wölfe? Da hat der neue Manager Klaus Allofs wirklich tief in die Trickkiste gegriffen.
Auf den zweiten Blick konnte der aufmerksame Betrachter allerdings erkennen, dass sich hinter dem dichten Schnurrbart kein amerikanischer Privatdetektiv aus den Achtzigern, sondern der brasilianische Edeltechniker Diego Ribas da Cunha, kurz Diego, verbarg (XL-Galerie: Bilder des Spieltags). Gut getarnt war er in Dortmund der Mann des Spiels. Er sorgte mit einem Tor und zwei Vorlagen dafür, dass Borussia Dortmund nur noch theoretische Chancen auf den dritten Meistertitel in Folge hat. 14 Punkte Rückstand auf den FC Bayern München sind einfach zu viel.

Diego ragt auch läuferisch heraus



Den "Wölfen" wird es egal sein. Mit dem Sieg in Dortmund hat die Truppe von Lorenz-Günther Köstner den Anschluss an das Mittelfeld der Tabelle. Diego war dabei nicht nur effektiv, sondern auch enorm fleißig. Er legte 12,6 km zurück - Platz vier der Spieltagswertung und seine beste Laufleistung dieser Saison (Die Topdaten zu BVB - WOL). Natürlich profitierte Wolfsburg von der Roten Karte gegen Marcel Schmelzer. "Ein Wahrnehmungsfehler", wie Schiedsrichter Wolfgang Stark später eingestand und damit Größe zeigte.

Der BVB probierte dennoch alles. Wie groß die Dortmunder Leidenschaft war, verdeutlicht die Sprintstatistik dieses Spieltages: Obwohl die Mannschaft von Jürgen Klopp ab der 35. Minute in Unterzahl spielte, zog kein anderes Team so viele Sprints an (202) (zur Spielmatrix). Bayern München zieht an der Tabellenspitze mit 11 Punkten Vorsprung vor Leverkusen einsam seine Kreise. Die Münchner haben damit so viele Punkte Vorsprung auf Rang zwei wie Bayer auf Platz 14.

Die Werkself erzielte am Sonntag zwar ihr schnellstes Tor in dieser Saison - Gonzalo Castro traf bereits in der 3. Minute - blieb aber in einem aufregenden Spiel in Hannover ohne Punkte. Im anderen Sonntagsspiel kämpfte Borussia Mönchengladbach den FSV Mainz 05 nieder. Die Borussia war mit 123,3 km zurückgelegter Strecke das laufstärkste Team des Wochenendes. Vor allem Havard Nordveit (12,9 km) und Thorben Marx (12,7 km) waren unermüdlich unterwegs.

Veh bleibt Schaafs Alptraum



Der Samstag endete mit einem Paukenschlag: Die Fans konnten im Abendspiel gleich fünf Tore in der zweiten Hälfte bestaunen. In keinem anderen Spiel der Saison fielen nach der Pause mehr Treffer. Die Frankfurter werden sich etwas mehr als die Bremer über den Torreigen gefreut haben. Immerhin spielte Werder zum dritten Mal in Folge 4:1. Ärgerlich nur, dass die Hanseaten zwei Mal die Mannschaft mit nur einem Treffer waren.

Alexander Meier setzte sich mit seinem 10. Saisontor gemeinsam mit Stefan Kießling an die Spitze der Torjägerliste. Schon jetzt hat er damit seine persönliche Saisonbestmarke eingestellt. Für Thomas Schaaf war es hingegen ein gebrauchter Abend. Vielleicht sollte er auf die nächste Auswärtsfahrt zu Armin Veh besser verzichten: In allen sechs Duellen bei von Veh trainierten Mannschaften blieb Schaaf ohne Punkte. Drei der sechs Partien endeten 4:1 für Veh (Trainerstimmen).
Neben den Münchnern zählt mit dem VfB Stuttgart ein ehemaliger Verein Vehs zu den Gewinnern des Spieltages. Durch den 3:1-Erfolg gegen Schalke 04 schlossen die Schwaben in der Tabelle zu Schalke auf. Der gefeierte Mann in der Mercedes Benz Arena war Vedad Ibisevic, dem zum zweiten Mal in seiner Karriere drei Tore in einem Bundesliga-Spiel gelangen. Der heimliche Held der Schwaben war allerdings Martin Harnik. Der Österreicher lief wie aufgezogen über den Platz. Er lief 12,7 km und zog 42 Sprints an. Eine überragende läuferische Leistung. Da passt es gut zum Spieltag, dass Harnik ebenfalls überzeugter Bartträger ist.

Florian Reinecke
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