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17.02.2013 - 10:35 Uhr


Wer stoppt die Talfahrt im Derby?

Nach dem bitteren Remis in der Europa League will der VfB Stuttgart in der Bundesliga Wiedergutmachung betreiben

Doch auch der Gegner TSG Hoffenheim kämpft um jeden Punkt gegen den Abstieg

Im Hinspiel siegten die Kraichgauer klar und deutlich mit 3:0 in der Mercedez-Benz-Arena

Sinsheim - Sowohl die TSG 1899 Hoffenheim als auch der VfB Stuttgart brauchen dringend einen Dreier, um in der Bundesliga Boden gut zu machen. Für beide Mannschaften geht es am demnach zum Abschluss des 22. Spieltags (So., ab 17 Uhr im Liveticker) um viel. Und beide Mannschaften befinden sich alles andere als in Bestform.
Der erneute Rückschlag in der Europa League gegen den KRC Genk hatte Trainer Bruno Labbadia grippebedingt komplett umgehauen. "Es geht ihm wirklich nicht gut, ihn hat es voll erwischt", meinte VfB-Assistent Freddy Sözer bei der abschließenden Pressekonferenz vor der immens wichtigen Partie bei 1899 Hoffenheim am Sonntag.

"Hätten ein dreckiges 1:0 gebrauchen können"



Sözer obliegt es nun, den VfB Stuttgart und damit eine völlig verunsicherte Mannschaft auf ein Spiel vorzubereiten. Verunsichert, ohne Selbstvertrauen und mit vielen technischen und taktischen Mängeln präsentierten sich die Schwaben gegen Genk. Kurzum: Die Form ist untauglich für einen Kampf gegen den Abstieg.

Das musste auch VfB-Sportdirektor Fredi Bobic am Freitagnachmittag eingestehen, als er vor die Presse trat. Ernüchtert sagte er: "Wir hätten gegen Genk in unserer Situation ein dreckiges 1:0 gut gebrauchen können. Jetzt müssen wir eben am Sontag gewinnen." Leichter gesagt als getan, möchte man da hinzufügen.

"Wir sind einfach nicht effektiv genug, zu unkreativ in der Offensive und hinten zu inkonsequent. Daran hapert es derzeit bei uns", redete Martin Harnik im Interview gegenüber bundesliga.de Klartext. In der Tat wirken die Stuttgarter nicht so, als würde die Kehrtwende kinderleicht gelingen. Zu tief sitzt derzeit die Verunsicherung, zu viele Spieler sind weit von ihrer Bestform entfernt.

Hoffenheim kann auf sechs Punkte heranrücken



Hoffenheims Trainer Marco Kurz drückte 80 Kilometer entfernt auf die Bremse. Er habe das letzte Spiel der Stuttgarter gegen Bremen gesehen, dort hätten die Schwaben "die Bremer 40 Minuten lang an die Wand gespielt". Etwas übertrieben, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Fakt ist doch: Bei einem Sieg gegen den VfB wären die Kraichgauer nur noch sechs Punkte von den Schwaben entfernt, eine lohnenswerte Perspektive und Antrieb genug, alles zu geben. 1899-Manager Andreas Müller macht dann auch keine Umschweife: "Wir wollen und müssen drei Punkte einfahren gegen einen guten Gegner, der momentan nicht diesen Rhythmus hat, den sie schon hatten".

Die wichtige Partie gegen den VfB wurde am Freitag noch einmal zur Nebensache, als Müller von seinem Besuch beim verunglückten Boris Vukcevic in der Reha-Klinik berichtete. "Es war allseits große Hoffnung. Ich konnte mir den Eindruck verschaffen, dass er auf einem sehr guten Weg ist", sagte Müller. "Er ist eine wahnsinnige Kämpfernatur. Das hilft ihm in der schwierigen Situation."

VfB-Torjäger außer Form



Diesen bewundernswerten Kampfgeist werden auch die Stuttgarter brauchen. Wobei ihnen dieser gegen biedere Genker nicht abzusprechen war. Schwerer wiegen allerdings die vielen individuellen Fehler, die auch gegen die Belgier gemacht wurden und letztlich im Ausgleich mündeten. "Und täglich grüßt das Murmeltier", fiel Trainer Labbadia nur noch ein, bevor er sich ins Krankenbett verabschiedete. Diese Fehler müssen die Stuttgarter dringend abstellen, wollen sie in der Tabelle nicht noch weiter abrutschen.

Hinzu kommt, dass sich die schwäbische Offensive seit Wochen außer Form präsentiert. Speziell die beiden Torjäger Harnik und insbesondere Vedad Ibisevic, in der Vorrunde noch Tor-Garanten, treffen seit vielen Spielen nicht. Viele Gründe also, die den Stuttgartern Sorgen machen. "Man sollte sich nicht zu sicher sein", sagte Bobic bereits unter der Woche. "Unser Ziel sind jetzt erst einmal 40 Punkte." 25 haben die Schwaben - da fehlt also noch ein wenig …

Aus Sinsheim berichtet Jens Fischer
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