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05.03.2013 - 15:26 Uhr


Von Minute zu Minute fitter

Jonathan Schmid (r., hier mit Ivan Santini) erzielte den Ausgleich für den SC Freiburg

SC-Cheftrainer Christian Streich steht mit den Breisgauern derzeit auf Platz 5

Die Freiburger Abwehr um Matthias Ginter (r.) hatte den FCN die meiste Zeit im Griff

Nürnberg - Der SC Freiburg lässt sich die 120 Pokalminuten nicht anmerken und dreht das Spiel in Nürnberg. Mit dem Punktgewinn verteidigen die Breisgauer Platz 5 und machen sogar einen Punkt auf Eintracht Frankfurt gut.
Nach dem 1:1 in Nürnberg ließen sich die Spieler des SC Freiburg gebührend feiern. Immerhin ein Punkt, dachten die meisten SC-Spieler - nachdem Jonathan Schmid erst in der 83. Minute der Ausgleich gelungen war, stand der Spatz in der Hand bei den etwa 1000 mitgereisten Fans deutlich höher im Kurs als die Taube auf dem Dach. Zumal viele befürchtet hatten, das anstrengende Pokalspiel in Mainz könnte zu viele Kräfte gekostet haben, um bei den "kampf- und laufstarken Nürnbergern" (SC-Trainer Christian Streich) bestehen zu können.

"Ich hin kein Biologe"



Die Strapazen der 120 Pokalminuten merkte man den SC-Mannen dann allerdings nicht an, zumindest nicht gegen Ende der Partie, als die Freiburger nach ausgesprochen mäßigem Beginn flüssig und zielstrebig kombinierten. Das wiederum wunderte niemanden so sehr wie den Freiburger Kapitän: "Ich bin kein Biologe", sagte Cedrick Makiadi, "also kann ich mir auch nicht erklären, warum wir zu Beginn des Spiels erkennbar müde waren und dann von Minute zu Minute fitter wurden."

Offenbar verleiht der Erfolg Flügel, wie Makiadi lächelnd zugab. Mit dem Punktgewinn in Nürnberg behauptet der SC Platz 5 der Tabelle. Und da Eintracht Frankfurt tags zuvor gegen Mönchengladbach leer ausging, konnte man sogar einen Punkt auf die Hessen gutmachen. "Wir wollten hier gewinnen", betonte Streich nach der Partie, "die Tabellenkonstellation interessiert mich da allerdings überhaupt nicht."

Nur zwei der vergangenen 18 Pflichtspiele hat der SC verloren, auf diese Bilanz sind sie dann doch ein wenig stolz im Breisgau. "Natürlich läuft es bei uns zur Zeit prima", betonte Torschütze Jonathan Schmid: "Wir können nach dem Spielverlauf mit dem Punkt hier in Nürnberg auch zufrieden sein."

Lupenreine Dreierkette



Tatsächlich kam der SC nach dem ersten Durchgang besser ins Spiel, auch dank einer taktischen Umstellung in der Pause. Nach dem Seitenwechsel agierte der SC in einem 3-5-2-System - Schmid, der Vegar Hedenstad auf der defensiven rechten Außenbahn vertreten hatte, rückte ins Mittelfeld, Matthias Ginter, Fallou Diagne und Oliver Sorg spielten stattdessen eine lupenreine Dreierkette.

Dass das so gut klappte, machte Streich erkennbar stolz, schließlich hatte der Fußballlehrer schon bei seiner Amtsübernahme im Dezember 2011 erklärt, er wolle das Team auch mittel- und langfristig weiterentwickeln. "Ich bin froh, dass meine Spieler mittlerweile einige taktische Systeme gut beherrschen."

Einen kleiner Wermutstropfen gab es dann doch aus Freiburger Sicht: Durch das Remis riss eine Serie, die im Fränkischen bereits seit längerem für sarkastische Kommentare sorgt. Seit 2005 ist dem 1. FC Nürnberg kein Sieg mehr gegen Freiburg gelungen, seit dem gemeinsamen Bundesligaaufstieg 2009 gingen gar alle Heimspiele verloren - bis Timmy Simons am Samstag anlief und per Elfmeter die zwischenzeitliche 1:0-Führung der Nürnberger erzielte. "Aber darüber", sagte Jonathan Schmid, "haben wir uns wirklich keine Gedanken gemacht."

Aus Nürnberg berichtet Christoph Ruf
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