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31.05.2013 - 19:51 Uhr


VfB hofft auf perfekten Tag gegen "gnadenlose" Bayern

"Wir sind hierher gefahren, um das Endspiel zu gewinnen und wir wissen, dass an einem Tag alles möglich ist", sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia (l.) auf der Pressekonferenz vor dem Pokalfinale (© Imago)

Kapitän Serdar Tasci: "Es gilt, die Fehler der Bayern, die sie hoffentlich machen werden, eiskalt auszunutzen und eigene zu vermeiden"

Danach ging's für Labbadia und seine Jungs zum Abschlusstraining. Wegen des Regens war der Platz im Olympiastadion allerdings gesperrt

Posieren mit Pokal: Die Kapitäne Tasci (l.) und Philpp Lahm (r.) mit den Trainern Labbadia (2.v.l.) und Jupp Heynckes

Berlin - Die Hoffnung trägt schwarz: Im feinen schwarzen Zwirn erschienen VfB-Trainer Bruno Labbadia und Kapitän Serdar Tasci am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Pokalfinale gegen die Bayern. Fünf Meter entfernt auf einem Podest funkelte die Trophäe, um die es am Samstagabend (ab 19:30 Uhr im Live-Ticker) geht. Der Pokal, der den Münchnern zum historischen Triple fehlt - und mit dem der VfB Stuttgart eine holprige Saison retten will.
Die Schwaben wissen um ihre krasse Außenseiterrolle im Endspiel. "Wir brauchen einen perfekten Tag", meint Tasci: "Wir haben gesehen, dass wir keine Fehler machen dürfen, weil Bayern das brutal bestraft." 1:6 und 0:2 endeten die Duelle in der Bundesliga aus VfB-Sicht - individuelle Schnitzer waren in beiden Partien nach starker VfB-Anfangsphase die Wendepunkte. Labbadia sagt: "Der FC Bayern ist einfach gnadenlos in diesem Jahr." Trotzdem rechnet sich der 47-Jährige etwas aus: "An einem guten Tag geht immer was!"

Labbadia versprüht Optimismus



Nach dem enttäuschenden Rang 12 in der Meisterschaft wittert der Coach die Außenseiterchance. Es wäre der erste VfB-Titel seit der Meisterschaft 2007 - und Labbadia würde seine Kritiker, die es am Neckar noch immer gibt, wohl endlich verstummen lassen. Schon jetzt steht fest, dass er den Club zum zweiten Mal in Folge ins internationale Geschäft geführt hat. Mit einem Finalsieg würde sein Team direkt in der Gruppenphase der Europa League starten, bei einer Niederlage in der dritten Qualifikationsrunde.

"Die Mannschaft hat sich vom ersten Tag an auf dieses Finale fokussiert", sagt der ehemalige Profi. "Das Endspiel ist die Sahne drauf."

Für dieses Highlight hat der Übungsleiter zuletzt die Spannung hochgehalten - obwohl es in der Bundesliga schon seit einigen Wochen um nichts mehr ging. Kurios mutet der Vergleich der Generalproben vor dem Finale an: Während die Bayern in Wembley gegen Dortmund um Europas Krone kickten, trat der VfB gegen den SSV Reutlingen an. 10:0 besiegten die Profis das Oberliga-Team am vergangenen Samstag. "Wir hatten leider nicht die Möglichkeit, ein Champions-League-Finale zu spielen. Gegen Reutlingen haben wir versucht, das zu imitieren", witzelte Labbadia, der durch das Testspiel durchaus Erkenntnisse gewonnen hat.

Angreifer Cacau spielte nach seiner langen Verletzungspause erstmals wieder mit. Gut möglich, dass der ehemalige Nationalspieler nach überstandenem Kreuz- und Innenbandriss als Joker auf der Bank Platz nehmen darf. Tunay Torun gab ebenfalls sein Comeback und erzielte direkt ein Tor. Labbadia stehen personell also in der Offensive wieder mehr Alternativen zur Verfügung.

Labbadia sucht die richtige Mischung



Bleibt die Frage, wie der VfB-Coach die übermächtig wirkenden Bayern in taktischer Hinsicht ärgern will. Setzt er auf aggressives Offensivpressing wie der BVB in London? Oder sucht er das Heil in einer Kontertaktik? "Man wird gegen Bayern nicht nur pressen können, aber auch nicht nur defensiv spielen", sagt der Übungsleiter, der betont, dass seine Spieler über sich hinauswachsen müssen, um die Münchner zu gefährden.

#heldenwerden lautet dazu passend das Motto, unter dem der Verein in den sozialen Netzwerken dem Spiel entgegenfiebert. Ein gutes Omen könnte die Unterkunft sein: Der VfB logiert seit Donnerstagabend im noblen Schlosshotel im Grunewald. Dort bezog 2006 die DFB-Auswahl ihr Quartier, um ihr Sommermärchen zu schreiben.

Aus Berlin berichtet Andreas Messmer
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