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21.03.2013 - 16:41 Uhr


Verrücktes 4:4 als "Nachbar" miterlebt

Timo Boll, international erfolgreicher Tischtennisprofi, ist begeisterter Borussia Dortmund Fan

Während der Tischtennis Mannschafts-WM 2012 in Dortmund spielte BVB-Mittelfeldstratege Ilkay Gündogan eine Runde Tischtennis mit Timo Boll

Durch die Zeitverschiebung in Asien kann Timo Boll nach seinen internationalen Turnieren gut die Bundesliga verfolgen

München - Timo Boll ist elfmaliger Europameister und derzeit Weltranglisten-Fünfter im Tischtennis. Als Spitzensportler ist der 32-Jährige jedoch auch fußballinteressiert und bekennender Fan von Borussia Dortmund.
Im Gespräch mit bundesliga.de erzählt Timo Boll, wie es zu der Liebe zum BVB kam, obwohl er in Hessen geboren wurde, und den Tischtennis-Bezug der Dortmunder Kicker.

bundesliga.de: Herr Boll, Sie sind einer der besten Tischtennisspieler der Welt und fußballbegeistert. Für welchen Verein schlägt Ihr Herz?

Timo Boll: Ich bin Fan von Borussia Dortmund und auch Vereinsmitglied beim BVB.

bundesliga.de: Wie kam es denn dazu? Als gebürtiger Hesse ist der BVB ja nicht die erste Assoziation.

Boll: Ich bin schon von klein auf Fan. Ich habe früher auch Fußball gespielt und wir sind damals mit unserer Mannschaft mal zu einem Spiel von Eintracht Frankfurt gefahren, gegen Borussia Dortmund. Dortmund hatte das Spiel 2:1 gewonnen, und seitdem bin ich Dortmund-Fan.

bundesliga.de: Für die Eintracht können Sie sich nicht begeistern?

Boll: Klar hält man auch zum heimischen Verein, aber im Grunde genommen bin ich Dortmund-Fan.

bundesliga.de: Wie äußert sich denn Ihre Leidenschaft für den BVB?

Boll: Ich bin jetzt kein Ultra-Fan (lacht). Aber ich schaue mir die Spiele an, meistens im Fernsehen. In der Regel bin ich aber leider selbst unterwegs und habe Wettkämpfe. Deshalb schaffe ich es auch nur relativ selten ins Stadion, nur so ein-, zweimal. Meist schaue ich mir den BVB also von zuhause oder irgendwo in der Welt an. Mittlerweile wird die Bundesliga ja auch in China übertragen, wo ich mich sehr oft aufhalte. Ich habe mir zuhause ein System aufgebaut, mit dem ich mir die deutschen Kanäle auch ins Ausland streamen kann, und das wegen der Borussia (lacht).

bundesliga.de: Wie informieren Sie sich denn, wenn Sie nicht live schauen können, wenn Sie zum Beispiel Samstag um 15:30 Uhr ein Turnier haben?

Boll: Wenn wir in Asien sind, passt es eigentlich ganz gut. Gerade in China ist es dann abends so zwischen zehn und halb elf. Da spielen wir meistens nicht mehr. Dann gucke ich mir die Bundesliga an. In Deutschland oder Europa ist es schwieriger. Das spielt die Borussia meistens zur selben Zeit, zu der wir ran müssen. Aber da lässt man dann ab und zu mal in der Kabine einen Live-Ticker mitlaufen (lacht).

bundesliga.de: Sie können nur selten ins Stadion, wie Sie gesagt haben. Welches Dortmund-Spiel haben Sie denn zuletzt im Stadion gesehen?

Boll: Puh... (überlegt kurz). Ich glaube, das letzte Spiel, bei dem ich im Stadion war, war in der letzten Saison das Spiel gegen Arsenal in der Gruppenphase der Champions League. Das ist schon ganz schön lange her.

bundesliga.de: Also ist Ihre fehlende Anwesenheit der Grund, dass Dortmund die Meisterschaft dieses Jahr den Bayern überlassen musste?

Boll: (lacht) Das eher weniger. Aber vor einem Jahr war ich dem BVB einmal ganz nah. Da fand die Mannschafts-WM in Dortmund statt. An einem Abend hat Dortmund zuhause gegen Stuttgart gespielt und ich in der Westfalenhalle. Das war dieses ganz verrückte 4:4. Das habe ich durch den Geräuschpegel bei mir im Hotelzimmer miterlebt. Das war genau neben dem Stadion.

bundesliga.de: Da haben Sie dann auf Distanz mitgefiebert?

Boll: Ich hatte natürlich einen Stream laufen, aber der war leider vier Sekunden hinten dran. Dadurch wusste ich durch die Geräusche vom Stadion schon immer vorher, dass wieder etwas passiert war. Da war die Spannung vorweggenommen.

bundesliga.de: Ab und an sollen ja auch ein paar BVB-Spieler bei Ihren Turnieren im Publikum sitzen. Gibt es da die eine oder andere Freundschaft zwischen Ihnen und den Spielern?

Boll: Es hat mich und die gesamte Mannschaft gefreut, dass damals bei der Mannschafts-WM einige der Spieler da waren. Nach dem Finale habe ich noch mit Freunden in einem Restaurant gegessen und da habe ich auch noch ein paar Spieler getroffen. Wir haben sogar noch ein bisschen Tischtennis gespielt. Ilkay Gündogan war dabei und dann auch einige, die leider nicht mehr beim BVB sind: Shinji Kagawa, Lucas Barrios und Ivan Perisic. Das war eine nette Truppe und hat Spaß gemacht. Da hat man auch gemerkt, dass die Jungs mit einem Ball umgehen können. Aber engeren Kontakt gibt es sonst nicht.

Das Gespräch führte Gregor Nentwig

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