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29.11.2012 - 14:56 Uhr


Traore verdirbt das Wiedersehen

Respekt: Ibrahima Traore (v.) jubelt nach seinem Führungstor gegen die Augsburger nicht - eine branchenübliche Vorgehensweise, wenn ein Spieler gegen seinen Ex-Club trifft

Trotz der 1:2-Niederlage im Schwaben-Derby entpuppt sich Augsburgs Torschütze Ja-Cheol Koo (l.) immer mehr zum Leistungsträger, der für das Schlusslicht im Abstiegskampf zum Faustpfand werden könnte

Nach dem Siegestor von Vedad Ibisevic (M.) steht der VfB nur noch einen Punkt hinter den Europa-League-Plätzen. Nach dem Duell mit Augsburg geht es für die Schwaben am Wochenende zum nächsten Abstiegskandidaten - Greuther Fürth

Stuttgart - Bei einem Blick in den Kabinengang vor der Partie ist man sich nicht mehr sicher, wo man gelandet ist. Rennbahn oder Fußballstadion? Da scharrt ein 24-jähriger Spieler des VfB Stuttgart mit den Hufen, hüpft unablässig auf und ab und hat einen Gesichtsausdruck, als wolle er in den kommenden 90 Minuten Berge versetzen.
Ibrahima Traore, kurz "Ibo", heißt der junge Mann und er hat, das weiß man hinterher, seinen VfB zu einem hart umkämpften 2:1-Erfolg gegen den FC Augsburg geführt.

Torschütze zum 1:0, Vorlagengeber zum entscheidenden 2:1 durch Vedad Ibisevic und generell auffällig dadurch, dass er von seinen ehemaligen Augsburger Mannschaftskameraden kaum zu stoppen war. "Wir sind froh, dass wir 'Ibo‘ haben", sagte VfB-Kapitän Serdar Tasci nach dem Sieg gegenüber bundesliga.de. "Er ist schnell, trickreich und schießt mittlerweile sogar noch Tore. Nach einem schwierigen ersten Jahr ist er bei uns jetzt so richtig angekommen", so Tasci.

Traore macht den Unterschied



In der Tat war es im "Schwaben-Duell" zwischen den Stuttgartern und den Augsburgern eine Augenweide, mit welcher Technik im höchsten Tempo sich Traore immer wieder durchsetzte. Seit etwa 17 Monaten ist der Nationalspieler Guineas mittlerweile in Stuttgart und nie war er so wertvoll wie heute. Das mussten die Augsburger am eigenen Leib verspüren, denn bis auf Traore hatten sie die anderen Stuttgarter eigentlich ganz gut im Griff.

Dass es für den FCA am Ende wieder nicht zu einem Erfolgserlebnis reichte, war vor allem einer schwachen ersten Halbzeit geschuldet. "Da hatten wir nicht eine einzige Torchance", musste dann auch der neue Manager Jürgen Rollmann in den Katakomben der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena offen zugeben. In der zweiten Hälfte allerdings hatte Rollmann ein Aufbäumen seiner Mannschaft erkannt. "So um die 65. Minute haben die Stuttgarter Anhänger doch schon gepfiffen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir alles gut im Griff, haben dann aber wieder einmal beim zweiten Treffer nicht aufgepasst", so der Manager weiter.

Augsburg hat den Mut noch nicht verloren



In der Tat war es selten so einfach für die Augsburger, in der Fremde etwas Handfestes mit nach Hause zu nehmen. "Nach dem Ausgleich waren wir wieder im Spiel und haben die Partie nach der Pause dominiert", analysierte Trainer Markus Weinzierl treffend. " Leider haben wir aus der Überlegenheit nicht den Führungstreffer gemacht, dem wir näher waren als der Gegner". Die Augsburger Spieler gaben sich kampfeslustig. "Die Moral stimmt und wir lassen auch nach diesem erneuten Rückstand nicht die Köpfe hängen", so Andreas Ottl. Und Antreiber Daniel Baier ergänzte: "Wir haben uns noch längst nicht aufgegeben."

So lebt die Hoffnung weiter beim Tabellenletzten - und das hatten sie am späten Mittwochabend mit ihrem Gegner gemein. "Das Positive an dieser Partie ist das Ergebnis", resümierte VfB-Trainer Bruno Labbadia treffend. Labbadia ist schlau genug zu wissen, dass sich seine Jungs derzeit auf dünnem Eis bewegen. Nach herausragender Leistung in der Europa League bei Steaua Bukarest und mieser Vorstellung beim SC Freiburg nun also eine Partie, die unter der Kategorie "Arbeitssieg" zu verbuchen ist.

Fehlende Kraft oder mangelnde Konzentration? Spieler und Verantwortliche der Stuttgarter hatten nach dem mühevollen Sieg keine große Lust auf eingehende Analyse. Vielmehr richteten sie ihren Blick nach vorne auf Samstag, dann geht es nach Fürth. Gegen einen Gegner, der auf den ersten Blick schlagbar erscheint. Dass allerdings dachten sie in Stuttgart auch alle, bevor es gegen Augsburg ging. 90 harte Minuten folgten - mit einem Ibrahima Traore, dem sie die drei Punkte zu verdanken hatten.

Aus Stuttgart berichtet Jens Fischer
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