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27.02.2013 - 20:52 Uhr


Stuttgart ringt tapfere Bochumer nieder

Der VfB Stuttgart erkämpft sich ein 2:0 gegen den VfL Bochum

Christian Gentner (l.) schießt die Schwaben in der 18. Minute aus der Distanz in Front. Holmar Örn Eyjolfsson (r.) fälscht den Ball unhaltbar ab

Bochum (mit Christoph Kramer, r.) drängt in der zweiten Hälfte auf den Ausgleich...

...doch das Tor fällt auf der anderen Seite. Vedad Ibisevic (M.) drückt in der 81. Minute eine Hereingabe von Ibrahima Traore über die Linie und beendet seine Torflaute

Traore (r.) und Co. bringen die Führung nach Hause und ziehen ins DFB-Pokal-Halbfinale ein

Stuttgart - Der VfB Stuttgart tanzt weiter auf drei "Hochzeiten" und steht erstmals seit sechs Jahren wieder im Halbfinale des DFB-Pokals. Die Schwaben kamen gegen den tapfer kämpfenden, aber glücklosen Zweitligisten VfL Bochum zu einem mühsamen 2:0 (1:0)-Arbeitssieg. Christian Gentner (18.) und Vedad Ibisevic mit seinem vierten Pokaltor (81.) schossen den VfB zum zehnten Mal in die Vorschlussrunde.
Fünf Mal kam der dreimalige Pokalsieger ins Finale, zuletzt 2007, als er dem 1. FC Nürnberg (2:3 n.V.) unterlag. Stuttgart verlor aber Verteidiger Georg Niedermeier, der mit einer Verletzung am linken Knie ausgewechselt werden musste (51.).

"Das Ergebnis war sehr gut, aber ich war mit einigen Dingen nicht so zufrieden. Die Einstellung war da, aber wir haben über die ganzen 90 Minuten keine Ruhe am Ball gehabt. Aber wir haben im richtigen Moment die Tore gemacht", sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia.

Gentner besorgt die Führung



Bochum, bislang drei Mal und zuletzt vor 25 Jahren im Halbfinale, verkaufte sich vor 20.200 Fans in der Mercedes Benz-Arena teuer. Der Tabellen-13. der 2. Liga stand defensiv sicher und verstand es gut, das Spiel der Stuttgarter über die Außen zu stören. In Hälfte zwei setzte Bochum den Favoriten sogar phasenweise unter Druck. Der VfB kam seinerseits nur zu wenigen Torszenen. Trainer Bruno Labbadia sah sich früh genötigt, sein Team anzufeuern. "Weiter, komm, auf", rief er mehrfach. Und die Mannschaft um Kapitän Serdar Tasci verstand.

Weil über außen nichts ging, strebte Gentner nach einem Ballverlust des hochgelobten Leon Goretzka durch die Mitte zum Tor, zog aus 18 Metern ab; Holmar Örn Eyjolfsson warf sich in den Schuss und der Ball senkte sich über den fünf Meter vor dem Tor ungünstig postierten Keeper Andreas Luthe.

Doch Bochum, das von drei Pokal-Duellen gegen den VfB zuvor nur jenes im Achtelfinale 1967/68 (2:1) gewann, wurde auch in der Folge der Ankündigung seines Trainers gerecht. "Wir werden sicherlich kein Schlachtopfer sein", hatte Karsten Neitzel prophezeit. Von seiner defensiven Ausrichtung rückte der VfL jedoch zunächst noch nicht ab. Stattdessen konterten die Blau-Weißen oft über Yusuke Tanaka, der erstmals seit seiner Bänderverletzung wieder spielte. Dabei fehlte jedoch die Passgenauigkeit und ein Stürmer wie der verletzte Zlatko Dedic, der Bochum mit drei Toren ins Viertelfinale geschossen hatte.

Ibisevic macht alles klar



Obwohl Stuttgart kaum in Gefahr geraten war, war Manager Fredi Bobic zur Pause überhaupt nicht zufrieden. "Das Spiel ist nicht so berauschend, auch weil der Gegner körperlich dagegenhält. Es ist zerfahren, und das tut unserem Spiel überhaupt nicht gut. Wir müssen klarer spielen, mehr zu Abschlüssen kommen", sagte er bei Sky.

Coach Labbadia brachte deshalb mit Federico Macheda (für Shinji Okazaki) eine zweite echte Spitze neben dem bis zu seinem Tor völlig unauffälligen Ibisevic. Macheda stand keine zwei Minuten auf dem Platz, als er Luthe zu einer ersten Parade zwang (47.). Auch dessen Gegenüber Sven Ulreich bekam nun Arbeit, Tasaka prüfte ihn zwei Mal (49./52.).

Stuttgart gestattete Bochum jetzt mehr Räume, die der VfL nutzte, um die Gastgeber immer wieder in Bedrängnis zu bringen. Glück hatte der Außenseiter jedoch, als Michael Lumb einen Kopfball von Martin Harnik knapp vor der Linie klärte (60.). Ibisevic machte mit seinem ersten Pflichtspieltreffer nach 822 Minuten alles klar.


Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier (50. Rüdiger), Boka - Kvist - Gentner, Okazaki (46. Macheda) - Harnik (90. Holzhauser), Traore - Ibisevic

Bochum: Luthe - Rothenbach, Maltritz, Eyjolfsson, Lumb - Kramer, Sinkiewicz (68. Delura) - Tasaka (74. Iashvili), Goretzka, Rzatkowski - Scheidhauer (74. Gelashvili

Tore: 1:0 Gentner (18.), 2:0 Ibisevic (81.)
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