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Bundesliga

01.01.1970 - 01:00 Uhr


Stolperstart der Bayern

Mit einem "Doppelpack" schießt Patrick Herrmann (r.) seine Gladbacher quasi im Alleingang zum Sieg über die Bayern

Christian Streich übernimmt beim Tabellenletzten SC Freiburg den Cheftrainersessel von Marcus Sorg

Mit einem 5:1-Schützenfest beim HSV starten die Dortmunder um Robert Lewandowski (r.) furios in die Rückrunde

Transfercoup: Mohamed Zidan kehrt von Borussia Dortmund zum 1. FSV Mainz 05 zurück

Auch Vedad Ibisevic (l.) wechselt spektakulär und schließt sich dem VfB Stuttgart an

München - Der Herbstmeister FC Bayern München leistet sich einen Fehlstart, Titelverteidiger Borussia Dortmund trumpft groß auf. Nicht nur tabellarisch rückt der BVB dem Südrivalen auf die Pelle, auch das Rennen um Gladbachs Superstar Marco Reus machen die Westfalen. Derweil bahnt sich in Leverkusen ein eher unerfreuliches Karriereende für Michael Ballack an.
Wenig besinnlich ging es zwischen den Jahren beim SC Freiburg zu. Erstmals nach mehr als zwei Jahrzehnten trennt sich der Sport-Club wieder einmal von einem Trainer. Nach 16 Jahren Volker Finke und vier Spielzeiten unter Robin Dutt hatte Marcus Sorg mit den Breisgauern eine schwache Hinrunde absolviert. Sportlich lief beim Tabellenletzten nicht viel zusammen und auch von Harmonie im Club konnte nicht die Rede sein.

Streich übernimmt beim Tabellenletzten den Cheftrainerposten



Die sportliche Leitung um Sportdirektor Dirk Dufner entschied sich daher dazu, die Reißleine zu ziehen und neben mehreren Spielern (u.a. Heiko Butscher, Felix Bastians und Maximilian Nicu) auch dem glücklosen Coach die Papiere zu geben. Nach einigem Zögern trat Christian Streich, der zuvor auch Co-Trainer Sorgs, vor allem aber seit Jahren überaus erfolgreicher Jugendtrainer des SC Freiburg war, die Nachfolge an.

Mit fünf Punkten Rückstand auf den rettenden Platz 15 und obendrein ohne Papiss Demba Cisse, den treffsichersten Torjäger der vergangenen Jahre, der nach England transferiert wurde, sollte Christian Streich irgendwie die Rettung gelingen. Für Außenstehende hatte die ganze Sache mehr etwas von einem Himmelfahrtskommando. Immerhin: der Rückrunden-Auftakt gelang mit einem 1:0-Heimsieg gegen den Mitkonkurrenten FC Augsburg.

Die Bayern träumen von einem großen Jahr



Ganz anders dagegen die Situation beim FC Bayern München. Der mit einem Drei-Punkte-Vorsprung auf Borussia Dortmund ausgestattete Herbstmeister träumte von einem großen Jahr 2012, das in die Geschichte eingehen sollte. Akribisch bereiteten sich die Münchener in einem perfekten Trainingslager auf die Rückrunde vor, auch Bastian Schweinsteiger hatte seine schwere Verletzung überwunden. Zudem feierte Bayern-Präsident Uli Hoeneß seinen 60. Geburtstag mit einem großen Fest. Alles lief wie am Schnürchen.

Doch der Schein trog. Im Eröffnungsspiel der Rückrunde wurden die Bayern in Mönchengladbach überrollt. Nach einem schweren Patzer von Manuel Neuer schoss Marco Reus die "Fohlen" früh in Führung, ein Doppelpack von Patrick Herrmann entschied den Klassiker dann vorzeitig. Am Ende siegten die Borussen locker mit 3:1 und brachten sich mit nur noch einem Punkt Rückstand auf die Tabellenspitze selbst aussichtsreich in Position.

Dortmunder setzen Ausrufezeichen



Die Vorlage der Bayern-Pleite nahm der amtierende Meister aus Dortmund gerne auf. Bei seiner 5:1-Gala beim Hamburger SV zeigte sich der BVB in herausragender Frühform. Die Westfalen hatten ihre Hausaufgaben in der Winterpause gemacht, mehr noch: Sie hatten mit der Verpflichtung des von vielen Vereinen umworbenen Marco Reus ab der kommenden Saison ein Ausrufezeichen gesetzt. Die Meisterschaft von 2011 sollte keine Eintagsfliege sein, der BVB will dauerhaft ganz oben mitmischen. Die Botschaft kam an.

Einziger Wermutstropfen bei den Dortmunder war die schwere Verletzung von Mario Götze, der einige Monate pausieren musste. Hinter der Konkurrenz aus Dortmund und München hatte es sich Schalke 04 auf Platz 3 gemütlich gemacht. Auch die "Knappen" holten zum Rückrundenstart zwei Siege und vermeldeten einen Transfercoup zur nächsten Saison. Und auch die Schalker wurden in Mönchengladbach fündig und angelten sich dort Balleroberer Roman Neustädter.

Viel Betrieb auf dem Transfermarkt



Die derart gebeutelte "Elf vom Niederrhein" blieb davon jedoch völlig unbeeindruckt und fuhr erst einmal zwei klare Erfolge ein. Personell tat sich im Januar wie gewohnt viel. 26 neue Spieler wurden von den Clubs verpflichtet, der VfL Wolfsburg holte alleine acht. Spektakulär waren vor allem die Wechsel von Vedad Ibisevic von Hoffenheim nach Stuttgart und von Mohamed Zidan von Dortmund nach Mainz.

Neu auf der Trainerbank war auch Michael Skibbe. Er trat in Berlin die Nachfolge von Markus Babbel an und erklärte das internationale Geschäft zum mittelfristigen Ziel der Hertha. Im Gegensatz zum Freiburger Kollegen Streich misslang Skibbes Comeback. Aus den ersten beiden Spielen unter seiner Regie gab es null Punkte für den Hauptstadtclub. Einen ähnlichen Fehlstart erlebten auch der 1. FC Köln und der VfB Stuttgart.

Der "Capitano" in Leverkusen nicht mehr erste Wahl



In Leverkusen machten sie sich ihre Probleme im neuen Jahr am liebsten selbst. Nach einer schwachen Vorstellung beim Rückrundenstart gegen Mainz beschloss Bayer-Trainer Robin Dutt, zukünftig weitgehend auf die Dienste von Michael Ballack zu verzichten. Allerdings blieb die "Werkself" den Beweis schuldig, ohne den früheren "Capitano" besser zu spielen als mit ihm.

In der 2. Bundesliga ruhte der Spielbetrieb im Januar noch. Aber auch hier gab es interessante Personalwechsel zu beobachten. Benno Möhlmann übernahm den Trainerposten beim FSV Frankfurt, Rudi Bommer den bei Energie Cottbus. Und Alemannia Aachen sicherte sich die Dienste von Albert Streit.


Das Spiel des Monats Januar: Borussia Mönchengladbach - Bayern München 3:1 (2:0)



Rückrundenstart im Borussia-Park. Die Bayern kommen als Herbstmeister nach Mönchengladbach und haben vier Punkte mehr auf dem Konto als das Überraschungsteam der Hinrunde. Das Hinspiel gewannen die Borussen nach einem schweren Torwartfehler von Manuel Neuer völlig überraschend nach einem Tor von Igor de Camargo mit 1:0. Auch diesmal ist es wieder der Bayern-Keeper, der ohne Not patzt. Sein Pass landet direkt vor den Füßen von Marco Reus, der aus 32 Metern das leere Tore trifft und die "Fohlen" in Führung schießt.

Noch vor der Pause erhöht Patrick Herrmann nach schöner Vorlage von Mike Hanke auf 2:0. Das große Aufbäumen der vielgelobten Bayern bleibt auch nach der Pause aus. Erneut ist es Herrmann, der nach feinem Zuspiel von Marco Reus einen Konter zum Gladbacher 3:0 abschließt. Bastian Schweinsteiger gelingt nur noch Ergebniskosmetik Nach den Siegen der Konkurrenten aus Dortmund und Schalke geht es an der Tabellenspitze eng zu wie lange nicht.

Tobias Gonscherowski


Das Jahr 2012 im Überblick

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