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01.12.2012 - 13:05 Uhr


So funktioniert der BVB - Teil 1: Der typische Spielzug

Ilkay Gündogan (M.) ist im zentralen Mittelfeld des BVB für den geordneten Spielaufbau zuständig

Experte für lange Bälle: Mats Hummels ist bekannt für seine weiten Schläge in die Spitze, die präzise ihren Adressaten finden

Robert Lewandowski (v.) verbindet in seiner Spielweise Kampf, Technik und Abschlussstärke auf höchstem Niveau

München - Am Samstag kommt es in der Allianz Arena zum Duell der Giganten. Herbstmeister Bayern München empfängt den amtierenden Champion Borussia Dortmund. Fünf Mal in Folge gewann die Mannschaft von Jürgen Klopp gegen den Rekordmeister - meist durch eine taktische Meisterleistung von Coach und Spielern. bundesliga.de seziert die Erfolgstaktik des BVB.
Das offensiv ausgerichtete 4-2-3-1-System von Borussia Dortmund bietet im Spielaufbau verschiedene Variationsmöglichkeiten - zumindest bei personeller Bestbesetzung mit entsprechenden technischen und spielerischen Qualitäten.

Generell wird der direkte und schnelle Weg in die Spitze gesucht. Häufige Spielverlagerungen in der Breite sieht man selten.

Erste Anspielstation der Innen- oder Außenverteidiger ist einer der beiden Sechser. Vor allem Ilkay Gündogan hat sich dabei zunehmend zu einer zentralen Figur im Spielaufbau entwickelt. Aber auch Mario Götze lässt sich bisweilen zurückfallen und beteiligt sich so am Aufbau.

Die Außenverteidiger Schmelzer und Piszczek sind grundsätzlich offensiv ausgerichtet, stehen zumeist hoch und suchen zwecks Flanke den konsequenten Weg die Linie entlang, während die offensiven Mittelfeldakteure der Dreierkette (Reus, Kuba) parallel stärker ins Zentrum ziehen bzw. auch wiederholt rotieren und die Positionen tauschen.

Zweite, leicht modifizierte Variante sind Bälle aus der Viererkette ins Zentrum auf die spielstarken Spieler, die den Ball auf die Flügel weiterleiten oder auf die Sechser zurückprallen lasen. Auch hier kommen die sehr hoch stehenden Außenverteidiger ins Spiel, die in beiden Variationen eine exponierte Position einnehmen.

Ein Beispiel für die Bedeutung der Außenverteidiger im typischen Spielaufbau ist das Tor zur 1:0-Führung der Dortmunder bei Hannover 96: Subotic sorgte mit einem Pass auf Kuba für die Spieleröffnung, der ließ auf Kehl prallen. Über Bender landete der Ball bei Piszczek, der die gegnerische Abwehr hinterlaufen hatte und im Strafraum flach in die Mitte passte, wo Robert Lewandowski vollendete.

Eine generell andere Variante des Spielaufbaus hängt eng mit Mats Hummels zusammen, der sich als Innenverteidiger in Dortmund zu einem kreativen Aufbauspieler entwickelt hat. Seine weiten, spielöffnen Pässe aus der hinteren Reihe suchen in der Spitze Robert Lewandowksi. In Strafraumnähe kommen die körperlichen und auch technischen Fähigkeiten des Polen voll zum Tragen, der die Bälle annimmt, verarbeitet, auf die offensiven Mittelfeldspieler verteilt und so Tore vorbereitet. Neben Hummels versucht sich auch Roman Weidenfeller ab und zu mit diesen langen Bällen in die Spitze.

Mit diesem Rezept hatte der BVB zuletzt in Madrid Erfolg. Beide Dortmunder Treffer beim 2:2-Remis gegen Real fielen nach langen Bällen, die Lewandowski in der Spitze aufnahm und entsprechend verlängerte.

Dietmar Nolte

Teil 2 der BVB-Taktikanalyse: Ballgewinn und Ballverlust
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