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10.05.2013 - 16:20 Uhr


Schaafs schweres Jubiläum: "14 Jahre sind eine lange Zeit"

Seit 14 Jahren ist Thomas Schaaf bei Werder Bremen im Amt - zum Feiern ist ihm momentan aber nicht zumute

"Ich bin nur in der Aktualität, ich denke nur an die Partie gegen Frankfurt", betonte der 52-Jährige

Bremen liegt auf Rang 14 und hat drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz

Bremen - Es heißt ja im Volksmund, man solle die Feste feiern, wie sie fallen. Doch es gibt eben Momente im Leben, in denen man einfach nicht in Feierlaune ist. Thomas Schaaf hat heute vor 14 Jahren seinen Vertrag bei Werder Bremen unterschrieben, und im schnelllebigen Trainergeschäft ist er damit so etwas wie der "Ötzi der Bundesliga". Schaaf hätte Grund genug, sich für diese bemerkenswerte Lebensleistung gebührend hochleben zu lassen und sich ein Gläschen zu gönnen, aber nach feiern ist Schaaf absolut nicht zumute.
"14 Jahre sind eine sehr lange Zeit", sinnierte Schaaf am Donnerstag in der Fragerunde der Journalisten, "ich habe sie erlebt und weiß, was alles damit verbunden ist. Aber jetzt ist nicht die Zeit, zurückzuschauen." Schaaf schaute ernst dabei, denn die Lage von Werder ist ja auch ernst. Auf Platz 14 steht seine Mannschaft zwei Spieltage vor Saisonende, sie ist mitten drin im Abstiegskampf.

"Ich denke nur an Frankfurt"



41 Jahre Mitgliedschaft, eine Meisterschaft und drei Pokalsiege, dazu sechs Champions-League-Teilnahmen in sieben Jahren. Schaaf ist eine Werder-Ikone. Er gehört nicht nur zu Bremen wie der Roland, die Stadtmusikanten und die Kohl-und-Pinkel-Touren - er ist auch der Erfolgstrainer einer Werder-Ära.

Doch für Schaaf ist es nicht der Moment, um über Vergangenes zu sprechen. "Ich bin nur in der Aktualität, ich denke nur an die Partie gegen Frankfurt", betonte er. Es geht ihm nur um das Hier und Jetzt. Der Bremer Cheftrainer müht sich seit Wochen eisern, positiv, leidenschaftlich und energisch im Umgang mit der Situation seiner Mannschaft zu wirken. Schaaf ist aber dünnhäutiger geworden, und seine knurrige Art scheint in diesen Tagen wie ein Schutzpanzer gegen Angriffe von Außen zu sein.

Bremen steht hinter Werder - und Schaaf



Furioser als im letzten Heimspiel gegen Hoffenheim hätten die Bremer ihre bedingungslose Unterstützung für ihren Verein und ihren Trainer aber kaum demonstrieren können. "Das war bemerkenswert und außergewöhnlich", lobte Schaaf erneut, "und ich bin mir sicher, dass das gegen Frankfurt wieder so stattfindet." Mit grünen und weißen Klatschpappen, auf denen "Allez Grün" und "Werder braucht Bremen und Bremen braucht Werder" steht, soll der Anhang wieder ordentlich Radau im Weserstadion machen, um die Eintracht gemeinsam in die Flucht zu schlagen.

Als Schaaf 1999 zu Werder kam, ging es auch um den Abstieg. Mit Schaaf wurde er verhindert, auch am Samstag ist die Wende zum Guten noch möglich. Und selbst wenn Schaaf im Falle eines Sieges immer noch nicht nach feiern zumute sein sollte, wollen zumindest seine Spieler das Jubiläum gebührend begehen. "Wir tun gut daran, ihm mit einem Sieg ein Geschenk zu machen. Er hat es am meisten verdient", sagte Stürmer Nils Petersen.

Aus Bremen berichtet Petra Philippsen
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