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08.01.2013 - 14:49 Uhr


Sammer als Mahner in der Wüste

Kein bisschen nachlassen: Matthias Sammer fordert von der Mannschaft Konzentration

Sammer arbeitet seit Sommer als Vorstand Sport beim FC Bayern

Die Einstellung der Führungsspieler um Bastian Schweinsteiger hat Sammer wohlwollend registriert

Doha - Matthias Sammer dürfte beim FC Bayern München so ziemlich der Einzige sein, der sich auf das winterliche München freut. "Ein bisschen Schmuddelwetter tut uns jetzt ganz gut. Unter diesen Bedingungen hier lauern gewisse Gefahren. Das ist gefährlich", sagte der Sport-Vorstand von Bayern München vor dem Rückflug aus Doha am Mittwoch.
Überhaupt päsentierte sich der 45-Jährige am Dienstag im Trainingslager des Fußball-Rekordmeisters in Katar wieder einmal als einsamer Mahner in der Wüste.

"Der Anfang ist gut, aber nicht mehr."



"Bis hierher können wir zufrieden sein. Wir sind aber nicht weiter, als dass wir körperliche Grundlagen gelegt haben", betonte Sammer. Die Botschaft sei vielmehr: "Es ist ein ganz kleiner Anfangsschritt getan auf dem Weg Richtung Fürth. Es liegt noch ganz viel vor uns. Die Botschaft kann nicht sein: Es ist alles gut. Der Anfang ist gut, aber nicht mehr."

Sammer will sich von einer gelungenen Trainingswoche in der Sonne von Doha und von einer beeindruckenden Hinrunde nicht blenden lassen. "Wir müssen zu dem, was wir in der ersten Halbserie gespielt haben, in aller Konsequenz zurückkehren. Das muss die Orientierung sein", forderte er.

Als leuchtendes Beispiel für den souveränen Herbstmeister führte er den FC Barcelona an, der zuletzt in der Primera Divison im Stadtderby gegen Espanyol schon nach 29 Minuten 4:0 geführt hatte. Der FC Bayern sei dagegen noch in "einer Entwicklung". Der Maßstab sei "europäische Spitze". In der Hinrunde habe man "lange Zeit fast in Perfektion" agiert, aber wenn dann eben mal "zwei, drei Prozent fehlen, dürfen wir das nicht ignorieren. Da weisen wir eben immer wieder dezent darauf hin."

Heynckes-Zukunft weiter offen



Auch Trainer Jupp Heynckes habe deshalb der Mannschaft bewusst gemacht, "dass sie zwar Selbstbewusstsein an Tag legen darf, aber wir unbeirrbar unseren Weg gehen müssen. Diesen Nachweis haben wir zu bringen. Wir spüren alle, dass wir diesen Schritt gehen müssen."

Noch gehen die Bayern diese Schritte mit Heynckes. Doch die Zukunft des 67-Jährigen bleibt auch weiter unklar. "Wir haben einen super Trainer. Die Entscheidung wird so sein, dass diese Superlösung bleibt oder wir eine neue Superlösung präsentieren werden. Das ist die Aussage", sagte Sammer.

Es seien "alle Zeitfenster, alle inhaltlichen Themen besprochen. Lassen Sie uns arbeiten, warten Sie ab. Es ist alles klar festgelegt." Die Spekulationen um Heynckes würden den FC Bayern in der Rückrunde nicht daran hindern, unterstrich der Sport-Vorstand, "weltklasse zu arbeiten".

Einstellung der Führungsspieler findet Sammer gut



Immerhin habe er "wohlwollend registriert", dass die Führungsspieler Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer zuletzt schon betont hätten, "dass Egoismen bei uns keine Rolle spielen dürfen".

Sollte es beim einen oder anderen Spieler, der nicht so zum Zuge kommt, dennoch "brodeln, so sehe ich das nicht negativ". Wie auch die Rückkehr nach München.
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