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29.05.2013 - 15:28 Uhr


Relegation: Knappe Duelle und Elfer-Krimi zwischen Auf- und Abstieg

2013: Hoffenheim feiert zwei Siege gegen Kaiserslautern und bleibt in der Bundesliga

2013: Hoffenheim feiert zwei Siege gegen Kaiserslautern und bleibt in der Bundesliga

München - Als die Stuttgarter Kickers am 29. Juni 1991 den FC St. Pauli im dritten und entscheidenden Relegationsspiel mit 3:1 besiegten und damit den Sprung von der 2. Bundesliga in die Bundesliga schafften, wurde ein spannendes Kapitel der deutschen Fußballgeschichte über Jahre geschlossen. Denn jener Aufstieg der Kickers war die letzte Relegation der alten Ära. Doch seit 2009 sind die direkten Duelle um Sein oder Nichtsein wieder da, und das gleich doppelt!

Denn im Zuge der Neustrukturierungen der unteren Ligen und mit der Einführung der 3. Liga zur Saison 2008/09 entschieden sich auch die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH und die 36 Proficlubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga neue alte Wege zu gehen. Gemeinsam beschlossen sie während ihrer Mitgliederversammlung am 9. Oktober 2007 die Wiedereinführung der Relegation ab der Saison 2008/09.

Große Spannung und Dramatik

Dabei kommt es nach Abschluss des regulären Spielbetriebs zu folgenden Begegnungen: Der Tabellen-Sechzehnte der Bundesliga trifft in Hin- und Rückspiel auf den Tabellen-Dritten der 2. Bundesliga. Zudem treten auch der Tabellen-Sechzehnte der 2. Bundesliga und der Drittplatzierte der 3. Liga in Hin- und Rückspiel gegeneinander an (Termine und Paarungen im Überblick). Grundsätzlich spielt die Mannschaft zuerst vor eigenem Publikum, die ihr letztes reguläres Saisonspiel früher absolviert hat.

Die Relegationsspiele sorgten in der Vergangenheit für große Spannung und Dramatik. Der zusätzliche Spannungsfaktor der Relegation fesselte in den Spielzeiten 1981/82 bis 1990/91 Fans, Spieler und Trainer. Einzig in der ersten Relegation gewann eine Mannschaft beide Duelle (Bayer Leverkusen). Nur zwei von 23 Spielen wurden damals mit mehr als zwei Treffern Unterschied gewonnen. Drei Mal gab es Entscheidungsspiele, von denen eines ins Elfmeterschießen ging.

Immer knapp, immer spannend

Im Anschluss an die Saison 1981/82 wurde die erste Relegation aufgrund der nun eingleisig gespielten 2. Bundesliga ausgetragen. Entscheidungsspiele um den Aufstieg in die Bundesliga gab es aber bereits zuvor. Von der Gründung der Bundesliga an bis zur Saison 1973/74 spielten die Erst- und Zweitplatzierten den einzelnen Regionalligen (Vorgänger der 2. Bundesliga) in Aufstiegsrunden die beiden Aufsteiger aus.

Nach der Umstrukturierung des "Unterhauses" gab es von 1974/75 bis 1980/81 die zweigleisige 2. Bundesliga. Die Gewinner der Nord- und Südstaffel stiegen jeweils direkt auf. Der dritte Aufstiegsplatz wurde in Aufstiegsspielen zwischen den beiden Zweitplatzierten der Staffeln ermittelt. Schon in jener Zeit boten die Aufstiegsduelle große Spannung. Die in Hin- und Rückspiel ausgetragenen Duelle endeten nur ein Mal mit mehr als maximal zwei Treffern Unterschied. 1976/77 stieg der TSV 1860 München erst im Entscheidungsspiel gegen Arminia Bielefeld auf (0:4, 4:0, 2:0).

Neue Relegation mit Auswärtstorregel

Packende Duelle um Auf- und Abstieg sind auch in der neuen Relegation zu erwarten. Allerdings hat sich der Modus verändert. So wird es im Gegensatz zu einst keine dritten Spiele mehr geben.

Die Relegation wird in einem Modus mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. Es gilt die aus dem Europacup bekannte Auswärtstorregel, nach der auswärts erzielte Tore mehr zählen als zuhause erzielte Treffer. Falls im Rückspiel nach 90 Minuten noch keine Entscheidung gefallen ist, gibt es zwei mal 15 Minuten Verlängerung. Steht danach immer noch kein Sieger fest, findet ein Elfmeterschießen statt.

Wie schon 1987/88. Da sicherte sich Bundesligist Waldhof Mannheim erst im Nervenkampf vom Punkt den Klassenerhalt gegen den SV Darmstadt 98. Ein Jahr später brachte ein junger Mann namens Anthony Yeboah die Frankfurter Eintracht an den Abgrund. Doch seine zwei Treffer im Rückspiel sollten nicht reichen für den 1. FC Saarbrücken. Yeboah wechselte ein Jahr später an den Main.

Große Namen im Kampf gegen den Abstieg

Die damals letzte Relegation ging ebenfalls in die dritte Runde. Nach zwei Remis setzten sich die Stuttgarter Kickers mit 3:1 gegen den FC St. Pauli durch und waren somit erst der dritte Verein aus der 2. Bundesliga, der über die Relegation den Sprung in die Bundesliga schaffte.

Auch einige große Vereine der Bundesliga-Geschichte mussten in die Relegation. So schaffte Borussia Dortmund 1985/86 dort ebenso erst den Klassenerhalt wie Eintracht Frankfurt 1983/84 und nochmals 1988/89. Dem FC Schalke 04 wurde die Relegation 1982/83 gar zum Verhängnis.

Das Selbstvertrauen, welches sich die sieben Bundesligisten, die sich in der Relegation retten konnten, mitnahmen, war oft Gold wert. Nur einer der sieben geretteten Clubs stieg im Folgejahr ab (Homburg 1987/88). Alle anderen kletterten in der Tabelle nach oben. Für den BVB und Frankfurt reichte es seinerzeit gar zu Spitzenplätzen (Dortmund 1987: Platz 4; Frankfurt 1990: Platz 3).

Gladbach startet durch - Dresden bricht Serie

Daran knüpften auch die Mannschaften an, die ab 2009 die Relegationsspiele zur Bundesliga bestritten haben. Nachdem sich der 1.FC Nürnberg 2009 gegen Bundesligist Energie Cottbus durchgesetzt hatte, setzte er sich im Folgejahr gegen den FC Augsburg durch und ist nun eine feste Größe im "Oberhaus". Borussia Mönchengladbach brachte es vom Relegationsteilnehmer 2011 (gegen Bochum) später zum Champions-League-Qualifikanten.

2012 setzte sich Zweitligist Fortuna Düsseldorf in zwei spannenden Duellen gegen Hertha BSC durch. Nach nur einem Jahr in der Bundesliga musste Düsseldorf allerdings schon wieder den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Erstaunliches leisteten die Vertreter der 3. Liga. Mit dem SC Paderborn, dem FC Ingolstadt 04, Dynamo Dresden und Jahn Regensburg kamen die Sieger der Relegation zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga oft aus der tieferen Klasse.

Nicht so allerdings im Jahr 2013: Da brachen die Dresdner die Serie - sie setzten sich gegen den Drittligisten VfL Osnabrück durch und feierten den Klassenerhalt. In der Bundesliga hielt 1899 Hoffenheim durch zwei Erfolge gegen den 1. FC Kaiserslautern die Klasse.

Sebastian Stolz

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