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Bundesliga

01.01.1970 - 01:00 Uhr


Rehhagel soll Hertha retten

Otto Rehhagel kassiert bei seinem Debüt auf der Hertha-Bank eine 0:3-Niederlage in Augsburg

Jefferson Farfan (l.) verliert mit Schalke nach dem 0:2 gegen Bayern München die Meisterschaft aus den Augen

Während Dortmund von Sieg zu Sieg eilt, stolpert Bayern mit Franck Ribery beim 0:0 in Freiburg wiederholt auswärts

Die DFB-Elf muss in der Vorbereitung auf die EURO beim 1:2 gegen Frankreich einen Rückschlag hinnehmen

Abseits des Platzes ruft die Alzheimer-Erkrankung des Ex-Schalke-Managers Rudi Assauer große Anteilnahme hervor

München - Borussia Dortmund zieht an den Bayern vorbei, in Hoffenheim und Berlin müssen die Trainer ihre Koffer packen. Hertha präsentiert als Nachfolger des nach nur vier Bundesliga-Spielen wieder entlassenen Michael Skibbe einen alten Bekannten. Otto Rehhagel soll die Berliner vor dem erneuten Abstieg bewahren. Mehr noch als all diese kleineren und größere Alltagsprobleme beschäftigt die Menschen allerdings das Schicksal von Rudi Assauer.
Der frühere starke Mann auf Schalke, der so gerne Zigarre rauchend und immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen das Image des "Macho" pflegte, ist schwer erkrankt. Assauer leidet an der Alzheimer-Krankheit, die ihn schon schwer gezeichnet hat. Wie es auch früher schon immer seine Art war, geht der 67-Jährige mit der Erkrankung offensiv um, macht sie in seinem Buch "Wie ausgewechselt, verblassende Erinnerungen an mein Leben" öffentlich und erhält dafür sehr viel Zuspruch, ganz besonders von den treuen Schalker Fans.

Gegensätze im Ruhrgebiet



Für die "Königsblauen" war der Monat Februar insgesamt kein guter. Nachdem sie Ende Januar noch punktgleich mit den Bayern und dem BVB aussichtsreich im Rennen um die Meisterschaft lagen, betrug der Rückstand am Monatsende auf den Tabellenführer bereits satte acht Punkte. Die direkten Duelle gegen Mönchengladbach (0:3) und die Bayern (0:2) gingen klar verloren, der Meisterschaftszug war abgefahren.

Viel besser als die "Knappen" stand ausgerechnet der Ruhrrivale Borussia Dortmund da. Der Titelverteidiger eilte von Sieg zu Sieg, gab sich überhaupt keine Blöße und hängte auch den Herbstmeister aus München um vorerst vier Punkte ab. Die Bayern konnten in der Rückrunde bislang noch kein Auswärtsspiel gewinnen, auch nicht bei den Abstiegskandidaten in Hamburg (1:1) und Freiburg (0:0).

Ungemütlicher Februar in München



Nach der peinlichen 0:1-Niederlage beim FC Basel im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League wurde es an der Isar richtig ungemütlich. Einzig der souveräne 2:0-Erfolg im Viertelfinale des DFB-Pokals beim VfB Stuttgart schönte die Bilanz im Februar ein wenig.

Die Runde der letzten Acht im Pokal sollte in Hoffenheim Folgen haben. Während Dortmund problemlos beim Regionalligisten Holstein Kiel 4:0 gewann und Mönchengladbach nicht unerwartet die Berliner Hertha eliminierte (2:0 n.V.), blamierten sich die Kraichgauer daheim gegen den Zweitligisten Greuther Fürth. Olivier Occean schoss das Goldene Tor und vermasselte Hoffenheim damit den erstmaligen Einzug ins Halbfinale.

Trainerwechsel im Kraichgau



Im Club rumorte es schon länger, Mäzen Dietmar Hopp hatte wenige Tage zuvor die Arbeit des Trainers Holger Stanislawski kritisiert. Nach dem Pokal-Aus wurde der erst zu Saisonbeginn geholte Coach gefeuert, obwohl die Mannschaft Platz 8 belegte und damit sportlich auf Kurs lag. Stanislawskis Nachfolger wurde Markus Babbel, der kurz vor Weihnachten bei Hertha BSC trotz einer ebenfalls sehr ordentlichen Hinrunde seinen Job verloren hatte.

Apropos Hertha: Die "Alte Dame" ist immer für eine Überraschung gut. Oder besser gesagt der umstrittene Manager Michael Preetz. Schon nach fünf Pflichtspielen und ebenso vielen Niederlagen warf Preetz den erst seit Jahresbeginn auf der Berliner Bank sitzenden Trainer Michael Skibbe wieder raus. Das blamable 0:5 beim VfB Stuttgart veranlasste Herthas Sportchef dazu, die Notbremse zu ziehen, obwohl die Hertha noch auf Platz 15 und damit über dem Strich stand.

Bewegung im Tabellenkeller - auf und neben dem Platz



Zur allgemeinen Überraschung präsentierten die Berliner Altmeister Otto Rehhagel als neuen Hoffnungsträger. Die erste Dienstreise führte "König Otto" ins beschauliche Augsburg, wo seine Mannschaft beim Tabellen-Vorletzten gleich mal eben mit 0:3 (Spiebericht) unterging. "Jetzt ist es drei Minuten vor zwölf", sagte Rehhagel nach dem Desaster gefasst. Hertha stand auf einem Abstiegsplatz.

In den Tabellenkeller kam ohnehin Bewegung. Neben den Berlinern war auch der 1. FC Köln den Abstiegsplätzen nach fünf Niederlagen in sechs Spielen nach der Winterpause bedrohlich nahe gekommen. Während Augsburg und Freiburg beherzt gegen den Absturz ankämpften, lief auch beim 1. FC Kaiserslautern im Jahr 2012 wenig zusammen.

Zweitliga-Herbstmeister Düsseldorf schwächelt



In der 2. Bundesliga blieb Herbstmeister Fortuna Düsseldorf auch im fünften Rückrundenspiel ohne Sieg und rutschte dadurch bis auf Platz 5 ab. Allerdings betrug der Rückstand auf den Tabellenführer Greuther Fürth nur drei Punkte, auch die Plätze 2 und 3 waren für die Rheinländer weiterhin in Reichweite.

Wenig erfreulich verlief der erste Auftritt der Nationalmannschaft im Jahr der EURO 2012. Bei der 1:2-Heimniederlage gegen Frankreich bekam die Elf von Bundestrainer Joachim Löw ihre Grenzen aufgezeigt. International ließ der sofortige Rücktritt von Fabio Capello als Nationalcoach Englands aufhorchen. Der Italiener hatte sich mit der Verbandsspitze wegen der Absetzung seines Mannschaftskapitäns John Terry überworfen


Das Spiel des Monats Februar: Hannover 96 - VfB Stuttgart 4:2 (2:0)



Wie wichtig Standardsituationen im modernen Fußball sind, demonstriert Hannover 96 an diesem Sonntagabend im Februar eindrucksvoll. Die ersten drei Tore erzielen die Niedersachsen gegen die völlig indisponierten Gäste nach Eckbällen. Zwei Mal legt Christian Pander maßgeschneidert auf, Karim Haggui und Mame Diouf sind dankbare Abnehmer. Dann ist es der Ex-Schalker selbst, der eine abgeprallte Ecke von Sergio da Silva Pinto direkt nimmt und zum 3:0 ins Stuttgarter Tor drischt.

Das 4:0 durch Lars Stindl resultiert aus dem Spiel heraus und scheint die Partie zu entscheiden. Doch der VfB beweist Moral und verkürzt in der Schlussphase nach Toren von Martin Harnik und Shinji Okazaki noch auf 2:4. Und wer weiß, was sonst passiert wäre, hätte Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler einen tollen Schuss von Vedad Ibisevic in der 82. Minute nicht irgendwie noch pariert. So rettet 96 den Vorsprung ins Ziel.

Tobias Gonscherowski


Das Jahr 2012 im Überblick

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