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16.01.2013 - 14:42 Uhr


Parkhurst hofft auf das nächste Hoch

Michael Parkhurst (r.) soll die rechte Abwehrseite der Augsburger stabiler machen

Zuletzt spielte der US-Amerikaner (l.) für Nordsjaelland. Mit den Dänen war er sogar bis in die Champions-League-Gruppenphase vorgedrungen. Chelsea, Juventus und Donezk waren aber eine Nummer zu groß

Sein Profi-Debüt bestritt Parkhurst (r.) für New England Revolution. Nach 115 MLS-Einsätzen wanderte er nach Dänemark weiter

München - Im vergangenen Sommer, da sah Michael Parkhurst die Welt rosarot: "Ich bin in einem Hoch", frohlockte er nach der Meisterschaft mit dem dänischen Club FC Nordsjaelland, "ich genieße es und ich werde sehen, wie weit es mich bringt." Es brachte ihn in der Winterpause in die Bundesliga zum FC Augsburg. Dort erhoffen sich die Verantwortlichen durch den US-Amerikaner mehr Stabilität in der Abwehr, besonders auf der rechten Seite.
"Auf dieser Position haben wir bekanntlich Probleme. Parkhurst ist aber auch links und zentral in der Viererkette einsatzbar. Wir sind uns sicher, dass er unserer Mannschaft weiterhelfen wird", sagte Ex-Manager Jürgen Rollmann bei der Verpflichtung des ersten Winter-Neuzugangs.

Von der Champions League in den Abstiegskampf



Der 28 Jahre alte US-Amerikaner, geboren in Providence im Bundesstaat Rhode Island, hat in den vergangenen fünf Jahren in Dänemark für den FC Nordsjaelland gespielt, wurde 2010 und 2011 Pokalsieger sowie ein Mal Meister.

Vergangenen Herbst spielte er sogar in der Champions League und musste sich gegen Chelsea, Juventus Turin und Schachtjor Donezk beweisen. Am Ende blieb für die Dänen nur Platz 4 und für Parkhurst war die Zeit gekommen, eine neue Herausforderung anzunehmen. So bekam Augsburg den Zuschlag für den ablösefreien Verteidiger.

Stabilisator mit Offensiv-Qualitäten



"Auf der rechten Seite in der Abwehrkette fühle ich mich am stärksten. Ich habe aber auch schon auf der linken Seite oder in der Mitte gespielt", erklärte Parkhurst. Coach Markus Weinzierl sieht das ebenso und setzte ihn in den beiden Vorbereitungsspielen als Rechtsverteidiger ein. Der Neuzugang versteht sich aber nicht nur darauf, die rechte Seite zuzumachen, sondern setzt auch Offensiv-Akzente. In den 16 Spielen der laufenden dänischen Superligaen gelangen ihm drei Treffer und sechs Vorlagen - ein Topwert für einen Außenverteidiger.

"Sportlich möchte ich meinen Beitrag leisten, damit wir in der Rückrunde unser Ziel Klassenerhalt erreichen", sagte der 1,80 Meter große Profi. Den Unterschied zwischen dänischem und deutschem Fußball hat Parkhurst bereits nach wenigen Wochen erkannt: "In Dänemark wird auch auf einem hohen Niveau gespielt, aber hier geht alles noch einmal etwas schneller und etwas härter." Den FCA sah er vor seiner Vertragsunterzeichnung ein Mal live - beim 0:2-Pokal-Aus gegen den FC Bayern. "Trotz der Niederlage war ich begeistert", sagte Parkhurst.

Ein "Klinsi"-Boy ohne Eingewöhnungsprobleme



Augsburg ist nach 106 Spielen für Nordsjaelland Parkhursts dritte Station auf Profi-Ebene. Seine ersten Schritte als Berufsfußballer unternahm er bei New England Revolution, einem Club der Major League Soccer (MLS). In seinem Premierenjahr wurde Parkhurst zum "Rookie of the Year", dem besten Nachwuchsspieler, gekürt. In drei Jahren spielte er 115 Mal für New England und erzielte am 20. Oktober 2007 sein erstes und einziges MLS-Tor - aus einer Entfernung von über 54 Metern. Ein Jahr später nahm Parkhurst mit den Vereinigten Staaten an den Olympischen Spielen in Peking teil, doch nach der Vorrunde war bereits Endstation.

Ein Jahr zuvor debütierte Parkhurst unter Bob Bradley, Vater des Ex-Gladbachers Michael, beim Gold Cup gegen Trinidad & Tobago in der A-Nationalelf. Unter dem aktuellen Nationaltrainer Jürgen Klinsmann kam Parkhurst sechs Mal zum Einsatz. "Er hat eine neue Philosophie gebracht. Wir spielen nun mehr von hinten raus. Wir versuchen, das Spiel zu diktieren und haben schon einige gute Resultate eingefahren", analysierte Parkhurst die Entwicklung unter dem ehemaligen deutschen Teamchef.

Anschluss - privat wie sportlich



Bevor der siebte Bundesligaspieler aus den Vereinigten Staaten aber wieder im Nationalteam ran darf, muss sich Parkhurst in der Bundesliga durchsetzen. Eingewöhnungsprobleme sind dabei kaum zu erwarten. "Kulturell gibt es nicht viele Unterschiede. Das Wetter ist in Augsburg etwas besser als in Dänemark. Das ist sehr positiv."

Nachdem die Familie Parkhurst - neben Michael noch seine Frau und die beiden Kinder - bislang im Hotel nächtigte, steht nach der Rückkehr aus dem Trainingslager die Wohnungssuche ganz oben auf der Agenda. "Wir wollen so schnell wie möglich Anschluss finden", sagt Parkhurst über die Ziele abseits des Rasens. Mit dem FCA gilt es ebenfalls Anschluss zu finden - an die Nichtabstiegsplätze.

Christoph Gailer
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