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15.02.2013 - 12:25 Uhr


Ohne jeglichen Leichtsinn bei den "Wölfen"

Javi Martinez (M.) wird den Bayern gegen Wolfsburg fehlen, im Hinspiel siegt der FCB 3:0

"Schweinsteiger ist ein großer Stratege", sagt sein Trainer Jupp Heynckes - aller Kritik zum Trotz

Mario Mandzukic trug bis Juni 2012 noch das Trikot des VfL Wolfsburg - nun trifft er mit den Bayern auf die ehemaligen Kollegen

München - Dienstag ist das Champions-League-Achtelfinale beim FC Arsenal, Bayern München kann sich dort keine Nachlässigkeit erlauben. Doch in der Bundesliga, über der der Rekordmeister so unglaublich dominant thront, da könnte man schon einmal schludern. Es ist ja alles so komfortabel. Die 15 Punkte Vorsprung, die beeindruckende Tordifferenz, nun das Gastspiel am Freitag beim VfL Wolfsburg (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio), der gegen die Münchner meistens schlecht aussieht. Für Jupp Heynckes Grund genug, um klarzustellen: "Ich gestatte den Spielern keinen Schlendrian."
Auch wenn nun wirklich niemand mehr an einem souveränen deutschen Meistertitel zweifelt, die Diskussionen sich nur noch um den Zeitpunkt drehen - der Trainer will jeden Anflug von Leichtsinn unterbinden. "Wir haben unser großes Ziel noch nicht erreicht, deswegen lassen wir uns durch nichts beirren", sagt der 67-Jährige.

Heynckes und das Geheimnis der Dominanz



Seine Mannschaft sei vielmehr motiviert, weiter so zu marschieren. Toni Kroos ergänzt: "Ich sehe keinen Grund, warum wir einen schlechten Tag erwischen sollten." Keine guten Nachrichten für die "Wölfe" - und für alle anderen Bundesligisten.

"Wenn wir uns gegen diese Mannschaft drei, vier Fehler zu viel erlauben, muss man kein Hellseher sein, um zu wissen, wie das Spiel am Freitagabend ausgehen wird", meint Wolsfburgs Trainer Dieter Hecking, der personell aus dem Vollen schöpfen kann. Trotz der Münchner Rekord-Serie glaubt Hecking aber, "dass auch wir die Qualität besitzen, uns die eine oder andere Chance zu erarbeiten".

Dass bei den Münchnern eine wichtige Stütze wie Javi Martinez (Zehenprellung) nicht spielen kann und auch für das Europacup-Hinspiel in London fraglich ist, sorgt FCB-Coach Heynckes nicht. Es sei "ein Geheimnis für die Dominanz", dass der FC Bayern "Top-Spieler auch top ersetzen kann". In dem Fall wird Luiz Gustavo sich bewähren dürfen. Der sei bis zu einer Verletzung in der Hinrunde "vielleicht der beste Mittelfeldspieler gewesen".

Doch Martinez erfährt schon eine besondere Wertschätzung. Gegen Schalke (4:0) habe der 24 Jahre alte Spanier eine Stunde "super klasse" gespielt, sagt Heynckes. Die mickrigen sieben Gegentore, die der Ligaprimus bisher bekommen hat, seien auch sein großes Verdienst. Dabei habe im Verein im Gegensatz zu Heynckes nicht jeder Martinez und dessen Qualität gekannt.

"Schweinsteiger ist ein großer Stratege"



"Der Franz Beckenbauer hat gedacht, es wär' eine Kaffeesorte", schmunzelt der Coach, der auch der Expertenkritik an Bastian Schweinsteiger, dem anderen Kopf des Bayern-Spiels, keine Bedeutung schenkt. "Ich beachte die Worte nicht. Schweinsteiger ist ein großer Stratege. Wie ein Filmregisseur sein Drehbuch hat, hat Bastian seinen Matchplan."

Einen solchen hat gewiss auch Dieter Hecking für den VfL. Und als der Wolfsburger Trainer in der Hinrunde noch den 1. FC Nürnberg betreute, ist der schon einmal ziemlich gut aufgegangen. Mit dem "Club" knöpfte Hecking den in der Fremde ungeschlagenen Bayern als bisher einziger einen Punkt ab. Bei diesem 1:1 kassierten die Münchner gleichfalls das einzige Auswärtsgegentor dieser Saison. Heynckes erwartet so auch "ein ähnliches Spiel", mit "Wölfen", die "kompakt in der Defensive stehen und auf Konter spielen".

Mandzukic gegen die Ex-Kollegen



Die Bayern werden im Angriff statt auf Mario Gomez wohl wieder auf Mario Mandzukic setzen, der erstmals seit seinem Wechsel an die Isar nach Wolfsburg zurückkehrt. Der Torjäger will aber nichts von einem besonderen Gefühl wissen. "Ich spiele jetzt für Bayern und schalte meine Gedanken aus. Aber ich verfolge immer, was die machen. Ich habe dort eine schöne Zeit verbracht", sagt der Kroate.

Franck Ribery wird ebenfalls auflaufen. Der Zwischenfall mit einem Fan, der am Mittwoch in die Kabine gelangt war, war eine Lappalie. "Das ist nicht nennenswert, eine Randnotiz", sagt Heynckes, der mit Vorgriff auf Dienstag auch Thomas Müller und Daniel van Buyten anstelle von Arjen Robben und Jerome Boateng bringen könnte. Auch wenn er die Partie nicht als Champions-League-Generalprobe ansieht: "Wolfsburg ist unabhängig von Arsenal."

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