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Bundesliga

07.04.2013 - 15:40 Uhr


Nüchterne Rekord-Bayern richten Fokus auf Juve

Freude bei den FCB-Stars: Bastian Schweinsteiger (l.) erzielte das Siegtor in Frankfurt

Jupp Heynckes (M.) ist am Saisonende 68 Jahre alt und damit der älteste Meistertrainer aller Zeiten

Philipp Lahm gab seinen zehnte Torvorlage - erstmals in seiner Karriere gab er eine zweistellige Anzahl an Assists in einer Saison

Frankfurt - Souveräner hat noch keine Mannschaft in der Bundesligageschichte die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Mit dem 1:0 Sieg bei Eintracht Frankfurt hat der FC Bayern München seinen 23. Titel (den 22. seit Bestehen der Bundesliga) perfekt gemacht und eine Reihe von Rekorden aufgestellt: Unter anderem die früheste Meisterschaft und elf Siege in Folge innerhalb einer Spielzeit.
Die Aufzählung ließe sich fortführen und zeigt, dass der FC Bayern in der 50. Bundesligasaison neue Maßstäbe gesetzt hat. Das es trotzdem keine Bierduschen gab (die Bilder), lag nicht am kühlen Wetter in Frankfurt.

Heynckes: "Zwei Jahre ohne Titel haben sich wie eine Ewigkeit angefühlt"



Das größte Maß an Ausgelassenheit zeigte nach dem Spiel Dante, der singend und tanzend durch die Katakomben lief. Er ist einer von acht Spielern im Kader des FC Bayern München, die erstmals eine Deutsche Meisterschaft feiern können. Seine südamerikanische Leidenschaft ließ zumindest etwas Partystimmung aufkommen. Ansonsten ging es in Frankfurt eher nüchtern zu. Alle Verantwortlichen des FC Bayern München machten zwar ihre Freude über den Titelgewinn deutlich, gleichzeitig richtete sich der Blick schon auf die weiteren Ziele in der Champions League und im DFB Pokal.

Mit welcher Ernsthaftigkeit der FC Bayern auch vorher im Spiel gegen Eintracht Frankfurt zu Werke ging machte Kapitän Philipp Lahm deutlich: "Wir waren heiß und wollten das Spiel auf jeden Fall gewinnen, um weitere Rekorde zu brechen. Am 28. Spieltag Meister zu werden, hat noch keiner geschafft. Dadurch fühlt sich dieser Titel noch einen Tick besser an als die vorherigen."

Und für Meistertrainer Jupp Heynckes war der Sieg alles andere als ein Spaziergang: "Das intensive Champions-League Spiel gegen Juventus Turin hat viel Substanz gekostet. Wir brauchten volle Konzentration, um heute zu gewinnen. Nun haben wir es geschafft und ich freue mich sehr, dass die titellose Zeit zu Ende ist. Die zwei Jahre haben sich wie eine Ewigkeit angefühlt."

Sammer: "Grundstein für den Erfolg im Sommer gelegt"



Die Voraussetzungen für das Ende dieser - für Bayern-Verhältnisse langen - Leidenszeit sieht Sportvorstand Matthias Sammer im letzten Sommer: "Den Grundstein für diese überragende Bundesligasaison hat der Verein mit der Reaktion auf die Final-Niederlagen aus dem letzten Jahr gelegt."

Auch für Jupp Heynckes hat die erfolgreiche Saison seinen Ausgangspunkt schon in der Vorbereitung gehabt. "Ein Geheimnis für den souverän erspielten Titel ist der qualitativ sehr gute und ausgeglichene Kader", so Heynckes, "vor der Saison haben wir gute Einkäufe getätigt, bei denen wir auch stark auf den Charakter der Spieler geschaut haben." Seine Rolle im Verein beschreibt Heynckes als Mediator und Moderator. "Das ist bei solch einem Kader unabdingbar. Die Autorität muss sich aus der Person und nicht aus dem Amt ergeben. Das entsteht aus einem glaubwürdigen, ehrlichen und konsequenten Umgang mit den Spielern."

Trotz dieser Meisterschaft der Rekorde dachten die Bayern-Verantwortlichen schon direkt nach dem Sieg in Frankfurt an das Viertelfinal-Rückspiel am Mittwoch gegen Juventus Turin und bekräftigten, dass weitere Titel gewonnen werden sollen. Philipp Lahm empfand eine Meisterfeier ohne Bierdusche zwar ungewohnt, hatte aber auch schon den Schlagabtausch gegen den italienischen Meister im Kopf. "Wir wollen in der Champions-League weiterkommen, von daher sind wir hellwach für Mittwoch. Deutscher Meister zu werden, war nur ein Ziel. Wenn auch ein sehr wichtiges."

Aus Frankfurt berichtet Alexander Dionisius


Das Meisterjahr des FC Bayern

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