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Bundesliga

31.01.2013 - 21:08 Uhr


Nachlässige Nordlichter: Tor-Festival garantiert

Welche Defensive patzt diesmal öfter? Die 96-Hintermannschaft um Keeper Ron-Robert Zieler (l.) oder Sokratis' Werderaner?

Unglaubliche acht Gegentore musste Bremen um Sebastian Prödl (r.) in diesem Jahr schon hinnehmen

Bei Hannover lief es mit sechs Stück auch nicht besser, und einige missglückte Debüts gab es auch. Sebastian Pocognoli (2.v.r.) flog gegen Wolfsburg vom Platz

München - 86 Tore in 21 Duellen, das macht mehr als vier pro Partie: Wenn ein Spiel des 20. Spieltags Tore verspricht, ist es das Nord-Duell zwischen Werder Bremen und Hannover 96. Das liegt vor allem an den schwachen Defensiv-Reihen beider Teams.
bundesliga.de beleuchtet die Anzahl, Art und Weise sowie Besonderheiten der Gegentore und Hintermannschaften beider Teams.
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Die nackten Zahlen

37 Gegentore mussten die beiden Kontrahenten schon schlucken und liegen damit immerhin noch vor Hoffenheim (43). Bei Werder klingelte es in der Rückrunde bisher sagenhafte vier Mal pro Spiel. Doch das geht nicht erst seit kurzem so: Kein Team präsentierte sich hinten dauerhaft so löchrig wie die Schaaf-Elf, die als einzige nur zwei Mal ohne Gegentor blieb. Doch auch bei 96 ist der Trend bedenklich und durchaus überraschend. Zum selben Zeitpunkt der Vorsaison hatten die Niedersachsen gerade mal 24 Tore kassiert. Geht das so weiter, haben sie die Marke der kompletten Vorsaison (45) bald erreicht.

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Wo brennt es besonders?

In der Mitte! Beide Teams haben enorme Probleme mit gegnerischen Mittelfeldspielern. Gegen kein Team der Liga trafen diese öfter als gegen Werder (25 Mal), das mit nur einem defensiven Mittelfeldspieler aufläuft. Am drittmeisten schlugen Mittelfeldspieler gegen 96 (16 Mal) zu. Interessant wird es bei Kontern, einer ausgewiesenen Spezialität von 96: Zehn Konter-Gegentore kassierte Werder schon, der zweitschlechteste Wert ligaweit. Auf der Gegenseite gilt für Hannover Vorsicht vor Werders Abwehrrecken, kein Team verteidigt Verteidiger schlechter (schon sieben Gegentore). Und in Hamburg trafen ja bereits Lukimya und Sokratis...

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Blitzstart - im negativen Sinn

Für dieses Duell gilt: Besser nicht zu spät kommen! Denn dann könnte man einiges verpassen. Sieben Werder-Gegentore in den ersten 15 Minuten (Ligamaximum) und 14 Treffer gegen 96 in der ersten halben Stunde (zweitschlechtester Wert) sprechen für sich. Aber auch in der zweiten Hälfte geht es meistens rund: Die beiden Teams, die nach der Pause am häufigsten den Ball aus dem eigenen Netz fischen mussten, heißen Bremen (25) und Hannover (21).

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Welchen Anteil haben die Keeper?

Werders Sebastian Mielitz steht nach dem Abgang von Werders jahrelanger Nummer eins Tim Wiese im Fokus. Nur 57 Prozent der Torschüsse wehrte er ab - ein extrem schwacher Wert. Richtig grobe Patzer leistete sich Mielitz zwar selten, sah aber beispielsweise bei Sons 1:1 in Hamburg erneut nicht gut aus. Sein Gegenüber Ron-Robert Zieler aus Hannover steht auch nur bei 65 Prozent gehaltenen Schüssen. Letzte Saison (74 Prozent) war der Nationalspieler noch deutlich besser in Form. Immerhin: Gegen Wolfsburg (2:1) hielt Zieler fast alles.

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Werder steht zu breit

Bremen kommt offensiv meist über die Außen und steht als Team breit gefächert - und das nutzen die Gegner aus. Der durchschnittliche Abstand aller Feldspieler zueinander ist der größte aller Teams - 24,1 Meter. Zum Vergleich: Freiburg als kompaktestes Team kommt auf 21,8 Meter. Bremen schafft es bei dieser Staffelung defensiv häufig nicht, Distanzschüsse zu verhindern. Kein Club kassierte mehr Weitschussgegentore (9) als die Hanseaten.

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Hannovers Schweizer Käse

Klar, dieses Wortspiel musste kommen. Hannover stellte zuletzt die erste eidgenössische Innenverteidigung der Bundesliga-Geschichte, neben Mario Eggimann lief Neuzugang Johan Djourou auf. Besonders auf Schalke konnte man allerdings fast die Uhr danach stellen, wann einer der beiden wieder patzte. Eggimann fehlt jetzt verletzt: Karim Haggui soll es vorerst richten. Im defensiven Mittelfeld fehlt Andre Hoffmann gelbgesperrt. Franca ist wegen einer Knieverletzung nicht mit dabei. Ein schlimmes Debüt erlebte ein anderer Neuzugang: Sebastien Pocognoli ist nach seiner Roten Karte gegen Wolfsburg nun erstmal drei Spiele gesperrt. Erneut heißt es bei 96 also: Umbauen!


Zusammengestellt von Christoph Gschoßmann

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