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08.03.2013 - 14:10 Uhr


Mia san Mex

Ab dem Viertelfinale wird die Champions League in mexikanischen Kinos übertragen. Immer mit dabei: Die Mitglieder des Fanclubs "FC Bayern Mexico"

Gerald Fiedlers (r.) Engagement findet auch in den Medien Beachtung. Hier besucht er die größte mexikanische Radioshow zu Thema Fußball

Stilecht geht es mit dem eigenen Bayern-Truck durch die Lande

Auch einige mexikanische Kneipen sind fest in der Hand der Bayern-Fans

Mit Fußbällen, Autogrammkarten und Süßigkeiten besuchte Gerald Fiedler vier Kinderheime in Mexiko

Die Fußbälle und Thomas Müller kommen bei den Kleinen sehr gut an

Natürlich müssen die Bälle auch gleich ausprobiert werden. Mit Perücke und Clownsnase dabei: Gerald Fiedler (r.)

Zum Abschied wird noch einmal im Tor posiert

Köln - Als Gerald Fiedler Deutschland 2009 aus beruflichen Gründen in Richtung Mexiko verließ, war eines für ihn klar: Seine Liebe zum FC Bayern München würde er mit nach Guadalajara nehmen. Anfangs hatte das Leben als Bayern-Fan in der zweitgrößten mexikanischen Stadt allerdings seine Tücken.
Ganz abgesehen davon, dass es in Mexiko noch früh am Morgen ist, wenn die Münchner samstags um 15:30 Uhr auf Punktejagd gehen, fand die Bundesliga in Mexiko kaum Beachtung. Wenn man Glück hatte, konnte man auf einem der hinteren Kabelkanäle ein paar bewegte Bilder aus Deutschland erhaschen. Real Madrid und der FC Barcelona - das waren die Vereine, die die Mexikaner interessierten.

"Mia san Botschafter"



Für einen überzeugten Bajuwaren war das natürlich ein untragbarer Zustand. Fortan machte es sich Gerhard Fiedler zur Mission, den FC Bayern und die Bundesliga in Mexiko bekannter und populärer zu machen. Denn wie heißt es in Artikel zwei des bayrischen Grundgesetztes: "Mia san Botschafter". Diese Aufgabe ging er mit großem Elan an. Ein Anruf in München stellte klar, dass es in ganz Mexiko noch keinen offiziellen Fanclub der Bayern gab. Das wollte Fiedler unbedingt ändern.

Um sich offiziell bei den Bayern registrieren zu lassen, benötigt ein Fanclub 25 Mitglieder. Fehlten Fiedler nur noch 24. Also rührte er im Bekannten- und Kollegenkreis die Werbetrommel und hatte schnell die nötigen Mitglieder für den Fanclub "FC Bayern Mexico" beisammen. Nun nahm die Entwicklung rasant Fahrt auf. Unter fcbayernmexico.com wurde eine Homepage eingerichtet, Mitglieder und Interessierte über Facebook und Twitter über alles Wissenswerte rund um den FC Bayern und die Bundesliga informiert. Fiedlers gute Arbeit sprach sich schnell herum und aus dem Schneeball wurde eine Lawine.

Größter Bayern-Fanclub außerhalb Deutschlands



Ein Jahr nach der Gründung war der "FC Bayern Mexico" bereits der größte Fanclub auf dem amerikanischen Kontinent. Von Alaska bis Feuerland. Heute zählt der Club über 2.800 Mitglieder und ist der größte offizielle Bayern-Fanclub außerhalb Deutschlands. Die Mitglieder sind auf der ganzen Welt verteilt, aber 95 Prozent sind Mexikaner. "Die Mexikaner sind sehr begeisterungsfähig. Wir konnten sie von der Bundesliga und dem FC Bayern überzeugen", erklärt Fiedler den großen Erfolg. Mittlerweile findet die gesamte Bundesliga in Mittelamerika viel größere Anerkennung. Die Spiele werden auf ESPN übertragen und haben so eine enorme Reichweite.

Die Erfolgsgeschichte des "FC Bayern Mexico" fand auch in den einheimischen Medien große Beachtung und so war Fiedler schon in verschiedenen TV- und Radiosendungen zu Gast. Das Ergebnis ist nach jedem Auftritt spürbar. Viele Mexikaner lernen so den FC Bayern kennen und melden sich kurzentschlossen beim Fanclub an. Um dem Andrang Herr zu werden, hat der Club ein eigenes Büro in Guadalajara, wo sich sechs ehrenamtliche Mitarbeiter um neue Mitglieder, die Homepage, den Facebook-Auftritt sowie den Twitter-Feed kümmern. In Guadalajara laufen die Fäden des Fanclubs zusammen und von hier werden alle Aktionen koordiniert.

Mit Perücke und Clownsnase



Neben der sportlichen Unterstützung ist Fiedler auch die soziale Komponente wichtig. Er hat die 16 Richtlinien des FC Bayern noch um eine 17. erweitert. Unter dem Motto "Mia san Apoyo" (Wir sind Unterstützung) fördert der "FC Bayern Mexico" verschiedene Kinderheime in Mexiko. Bis zu 1.000 Kilometer hat Fiedler dabei im individuell lackierten Bayern-Truck zurückgelegt, um Straßenkinder mit Süßigkeiten, Fußbällen und Fanutensilien zu versorgen.

Mit Perücke und Clownsnase zaubert Fiedler den Kids ein Lachen ins Gesicht. "Die Lebensumstände der Kinder sind teilweise herzzerreißend. Deshalb ist ein Lächeln für uns mehr wert als drei Punkte", betont Fiedler. Diese Arbeit will er in Zukunft noch verstärken. Aus diesem Grund hat er die Zivilgesellschaft "FC Bayern Mexico A.C." gegründet. Weitere Spendenaktionen und Sozialprojekte sind in Planung.

Champions League wird in Kinos übertragen



Wenn demnächst die Viertelfinals der Champions League anstehen, werden die Bayern-Trikots wieder fest zum mexikanischen Straßenbild gehören. Ab der Runde der letzten acht werden die Partien der "Königsklasse" in den mexikanischen Kinos übertragen. Schon in der vergangenen Saison hatte der "FC Bayern Mexico" seine Mitglieder dazu aufgerufen, zahlreich mit Trikot und Schal zu erscheinen und Fotos einzusenden. Die Resonanz war überragend und könnte in diesem Jahr sogar noch übertroffen werden.

Der FC Bayern boomt in Mexiko und ein Triumph in der Champions League würde die Beliebtheit sicher noch erhöhen. Fiedler ist jedenfalls guter Hoffnung: "Ich habe das Gefühl, dass es in diesem Jahr mit dem Titel klappen könnte." Der Großteil der mexikanischen Kinobesucher drückt auf jeden Fall Ribery, Müller und Co. die Daumen. Ein mögliches Finale müsste Fiedler auch nicht allein im eigenen Wohnzimmer schauen. Denn in Mittelamerika gilt heute: "Mia san Mex!".

Florian Reinecke

Alle Informationen über den Fanclub gibt es unter fcbayernmexico.com
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