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24.04.2013 - 14:46 Uhr


Mario Götze - Guardiolas neuer Messi

BVB-Star Mario Götze wechselt in der kommenden Saison zum FC Bayern

Mit seinem künftifen Vereinskollegen Bastian Schweinsteiger (l.) spielt Götze bereits in der Nationalelf zusammen

Pep Guardiola soll Götze in den kommenden Spielzeiten zum Weltstar formen

München - Es war kurz nach dem gewonnenen WM-Finale im Juli 1990, als Franz Beckenbauer, beschwingt vom Triumph seiner Nationalmannschaft, den Satz sagte, der nicht nur Fußball-Deutschland aufhorchen ließ: "Durch die Wiedervereinigung und die Spieler der DDR wird Deutschland auf Jahre unschlagbar sein", posaunte der "Kaiser" in die Welt hinaus.
Der Rest ist bekannt: Statt zu dominieren, erlebte der deutsche Fußball einen jahrelangen Abschwung, von dem man sich erst im Laufe des neuen Jahrtausends erholen konnte. Am Abend nach dem historischen 4:0-Triumph des FC Bayern über den FC Barcelona verzichtete Beckenbauer auf überschwängliche Zukunftsphantasien - dabei hätte er dieses Mal eher dazu Anlass gehabt.

"Er hat sich für Pep Guardiola entschieden"



Am gleichen Tag, als die Münchner den spanischen Widersacher nach allen Regeln der Kunst entzauberten, wurde bekannt, dass in der kommenden Saison Mario Götze zum deutschen Rekordmeister stoßen wird. Der Götze also, hinter dem halb Fußball-Europa her war, dem das Attribut "Jahrhunderttalent" attestiert wird und der bereits im zarten Fußballalter von 20 Jahren 22 Einsätze in der Nationalelf vorzuweisen hat.

Dass sie in Dortmund über den Wechsel nicht gerade begeistert waren, versteht sich von selbst - doch bei aller Wehmut konnte BVB-Trainer Jürgen Klopp auch Götzes Wunsch nachvollziehen. "Er hat sich nicht gegen seine Mitspieler oder den Club entschieden, sondern für Pep Guardiola. Er möchte die Chance nutzen und mit diesem außergewöhnlichen Trainer zusammenarbeiten."

Der designierte Bayern-Coach Guardiola darf sich auf ein Juwel freuen, dem er in den kommenden Jahren den formvollendeten Schliff verpassen kann. Die Voraussetzungen dazu hat Götze: In der laufenden Saison stellte der technisch begnadete Mittelfeldspieler mit zehn Treffern schon jetzt einen persönlichen Saisonrekord auf (zuvor schoss er maximal sechs Tore). Beim letzten Auswärtsspiel in Fürth gelang ihm sein erster Doppelpack in dieser Saison, sein zweiter in der Bundesliga.

Hitzfeld schwärmt von Götze



Zudem ist Götze in Sachen Torvorbereitung eminent gefährlich. Seine bislang acht Assists werden beim BVB nur von Marco Reus übertroffen, der auf neun Torvorlagen kommt. Großchancen legte der Youngster sogar ligaweit die meisten auf (16), 82 Torschussvorlagen sind die meisten aller Dortmunder.

Für den ehemaligen FCB- und BVB-Meistertrainer Ottmar Hitzfeld war Götzes Schritt nach München konsequent. "Er steckt noch in der Entwicklung, ist noch nicht voll ausgereift. Er hat das technische Rüstzeug und die hohe Spielintelligenz, um alle Positionen in der Offensive zu spielen", schwärmte Hitzfeld bei bundesliga.de.

Trotz seines jungen Alters übernimmt Götze auf dem Platz Verantwortung, beim 1:1 in Mönchengladbach verwandelte er seinen ersten Elfmeter in der Bundesliga. Genau in dieser Partie musste er zum bislang einzigen Mal als Spitze ran, ansonsten hat Götze seinen Stammplatz inzwischen im zentralen offensiven Mittelfeld.

Götze der neue Messi?



Noch in der vergangenen Saison, als Shinji Kagawa das Dortmunder Mittelfeld ordnete, hatte Götze die meiste Einsatzzeit auf der rechten Seite. In den Planungen von Guardiola dürfte der kommende Bayern-Zugang allerdings die zentrale Rolle übernehmen - zumal die Münchner auf den Außenbahnen bereits jetzt über die Maßen gut besetzt sind.

Der Bayern-Plan: Guardiola soll Götze mit dessen Spielwitz, Leichtfüßigkeit und Torgefährlichkeit zum Weltstar formen - so wie er es beim FC Barcelona mit Lionel Messi getan hat. Franz Beckenbauer hat Götze bereits als "neuen Messi" tituliert. Sollte Bayerns Ehrenpräsident dieses Mal Recht behalten, könnte tatsächlich eine neue Ära im europäischen Vereinsfußball eingeläutet werden.

Johannes Fischer
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