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21.04.2013 - 22:26 Uhr


Mainzer Europatraum ausgeträumt?

Bereits nach 33 Sekunden führte der BVB nach einem Fehler von Torwart Christian Wetklo (M.) mit 1:0

Aufgrund der Personalnot machte Nikita Rukavytsya erstmals seit über einem halben Jahr wieder ein Spiel von Beginn an

Auch der eingewechselte Adam Szalai (r.) konnte dem Mainzer Spiel keine Impulse mehr geben

Dortmund - Die Leistung stimmte, das Ergebnis nicht. Der 1. FSV Mainz 05 zeigte sich bei seiner 0:2-Niederlage bei Borussia Dortmund im Vergleich zu seinen letzten Auftritten zwar verbessert, doch am Ergebnis änderte sich nichts. Nach fünf Spielen ohne Sieg und zuletzt drei Niederlagen hintereinander sind die Träume vom internationalen Wettbewerb erst einmal ausgeträumt.
"An Platz 6 brauchen wir nicht zu denken", meinte ein frustrierter Bo Svensson nach der neuerlichen Pleite. Lange Zeit sah es so aus, als könnten die Rheinhessen ein gewichtiges Wort im Kampf um den internationalen Wettbewerb mitreden können. Doch inzwischen beträgt der Rückstand der Mainzer auf den Platz, der zur Qualifikation zur Europa League berechtigen würde, sechs Punkte.

Zwei Siege in letzten elf Spielen



Von einem "verdienten Dortmunder Sieg" sprach der Mainzer Trainer Thomas Tuchel, der die "fehlende Durchschlagskraft" seiner Mannschaft monierte, der er immerhin "zwischen den beiden Toren einen ordentlichen Auftritt" attestierte.

Niemand weiß so genau, wann und wo den Mainzern in der Rückrunde die Leichtigkeit abhanden kam, die die Truppe in der Hinrunde noch ausgezeichnet hatte. 26 Zähler hatte die Tuchel-Elf vor der Winterpause gesammelt, acht Siege dabei eingefahren. In der Rückrunde gelangen dagegen erst zwei "Dreier", nur einer in den letzten elf Partien.

So werden sich die 05er aller Voraussicht nach mit einen soliden Mittelfeldplatz begnügen müssen. Es sei denn, die Mannschaft setzt am kommenden Wochenende mit einem Derbysieg gegen Eintracht Frankfurt noch zum großen Schlussspurt an. Immerhin könnte in der Partie der Rückstand noch einmal auf drei Zähler verkürzt werden.

Heidel sauer auf Wetklo



"Wir freuen uns auf das Frankfurt-Spiel. Das wird eine sehr interessante Begegnung", glaubt der Mainzer Manager Christian Heidel. "Wir haben jetzt drei Spiele in Folge verloren. Es wird jetzt Zeit, dass wir wieder mal einen Dreier machen. Da kommt das Spiel genau richtig." Als letzte Chance im Kauf im Europa will Heidel das Derby nicht gewertet wissen. "Ich habe noch nie auf Platz 6 geguckt", sagt der Mainzer Macher.

"Das wird mir zwar ausgelegt, als hätten wir keinen Bock auf Europa. Aber das ist völliger Quatsch. Wir sind total realistisch und jetzt sechs Punkte hintendran. Wenn wir vor dem letzten Spiel mit einem Sieg in Stuttgart doch noch in die Europa League einziehen können, dann gucken wir da ganz genau auf die Tabelle. Vorher nicht."

Mehr noch als über die fehlenden Erfolgserlebnisse der letzten Wochen ärgerte sich Christian Heidel über seinen extravaganten Torhüter, den er nach dem Abpfiff mit drastischen Worten für dessen diversen Scharmützel mit dem Schiedsrichter abwatschte. "Bei Wetklo ist die Grenze erreicht. Im Moment überschreitet er sie", kritisierte Heidel den Keeper. "Der nächste Smalltalk mit dem Schiedsrichter wird der teuerste Smalltalk seines Lebens", kündigte der Manager an.

"Wenn ein Christian Wetklo glaubt, dass er das eine oder andere Spiel zur Personality Show ausarten lassen muss, dann muss er sich intensiv Gedanken machen. Er hat schon vier Gelbe Karten bekommen und alle wegen Meckerns. Er soll keine Talkshows abliefern, sondern Bälle halten. Bei ihm wird es langsam Programm. Und das Programm schalten wir aus. Und wehe er schaltet es noch einmal an."

Aus Dortmund berichtet Tobias Gonscherowski
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