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29.10.2012 - 16:48 Uhr


Lotto statt Mathe

Nicht zum Hinschauen: Für Mario Mandzukic und Co. setzte es gegen Bayer 04 die erste Saisonniederlage

Pechvogel Jerome Boateng fälschte den Siegtreffer der Gäste ins eigene Tor ab

Trotz der 1:2-Niederlage sind die Bayern immer noch souveräner Tabellenführer

München - Es war lausig kalt an diesem Oktoberabend, als die Spieler des FC Bayern München es verpassten, ihre Erfolgsgeschichte fortzusetzen. Acht Siege in acht Spielen hatten sie in dieser Saison gefeiert, eine neue Bestmarke in der Bundesliga gesetzt und die Konkurrenz in Angst und Schrecken versetzt.
Für den neunten Saisonsieg war alles angerichtet, sogar Arjen Robben saß wieder auf der Bank. Dass gleichzeitig Franck Ribery und Javi Martinez aussetzen mussten, sollte angesichts des qualitativ hochwertigen Kader fast keine Rolle spielen, so die Vermutung im Vorfeld.

Doch nach den 90 Minuten, in denen sich der Tabellenführer 14:2 Ecken, 36:4 Flanken und 62,4 Prozent Ballbesitz erspielte (Analyse), musste man in der Allianz Arena feststellen, dass Fußball eben doch keine Mathematik ist - wie einst der FCB-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge dem ehemaligen Mathematiklehrer und Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld vortrug.

"Da war viel Pech im Spiel"



Nachdem der übermächtig erscheinende Rekordmeister im neunten Versuch zum ersten Mal gestoppt wurde, blickten die Spieler ratlos in die Kameras und konnten keine rechte Erklärung für die 1:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen liefern. "Es waren zwei total unglückliche Situationen, wo unsere Spieler mit den Angreifern der Leverkusener dran beteiligt waren. Wir hauen uns die Dinger ja fast selber rein. Da war sehr viel Pech im Spiel", sagte Keeper Manuel Neuer.

Beim ersten Tor schoss Philipp Lahm seinen Widersacher Stefan Kießling an, beim zweiten landete Sidney Sams Kopfball so unglücklich auf Jerome Boatengs Kopf, dass Neuer erneut machtlos war. "Ich weiß nicht, ob die Leverkusener Lotto gespielt haben", mutmaßte Pechvogel Boateng: "Diese Niederlage ist sehr unglücklich. Er köpft mich an und wir verlieren, das ist bitter." Und auch Toni Kroos war angesichts des Bayern-Pechs ratlos. "Das ist natürlich bitter, denn Leverkusen hatte bis auf eine Halbchance durch Schürrle in der zweiten Halbzeit so gut wie keine Möglichkeit", so der Nationalspieler.

Rummenigge hebt den Zeigefinger



Doch die erste Saisonniederlage einfach unter "dumm gelaufen" abzuhaken, wollten die Verantwortlichen dann doch nicht - vor allem, weil die vergangene Vorrunde als warnendes Beispiel dient. Im Herbst 2011 stolperten die Bajuwaren gegen Hannover, Dortmund und Mainz und verspielten damit ihre hervorragende Ausgangsposition leichtfertig. "Die Mannschaft wird in der neuen Woche Druck kriegen. Sie muss zeigen, dass sie besser damit umgehen kann als im vergangenen Jahr", baut Rummenigge schon einmal vor.

Angesichts des auf vier Punkte geschrumpften Vorspungs auf den ärgsten Verfolger Schalke 04 sind die mahnenden Worte des FCB-Chefs nur allzu verständlich - zumal am kommenden Samstagabend beim Auswärtsspiel in Hamburg (Tabellenrechner) die nächste knifflige Aufgabe wartet. Dort hatte die Heynckes-Elf in der vergangenen Spielzeit eine von neun Niederlagen kassiert. Zudem muss der Münchner Cheftrainer in den nächsten beiden Wochen ohne Holger Badstuber (Muskelfaseriss) planen.

Dagegen kehrt Luiz Gustavo, der sich gegen Bayer 04 einen Pferdekuss holte, schon am kommenden Mittwoch in der 2. Pokalrunde gegen den 1. FC Kaiserslautern zurück. Weil auch Martinez wieder fit ist, hat Heynckes in den kommenden Aufgaben genügend Alternativen. "Ich denke, dass wir einen komfortablen Vorsprung haben. Die Niederlage wird uns nicht umwerfen. Wenn man sieht, wie sie zustande gekommen ist, werden wir unsere Lehren daraus ziehen", ist sich der Bayern-Coach sicher. Und dass der Gegner zwei Mal in Folge einen Sechser im Lotto tippt, ist laut Wahrscheinlichkeitslehre so gut wie ausgeschlossen. Das wissen am besten die Mathematiker.

Aus der Allianz Arena berichtet Johannes Fischer
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