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04.06.2013 - 12:59 Uhr


Kreuzer: "Ich weiß, was Druck ist"

Sportchef Oliver Kreuzer (M., mit Manfred Ertel, l., und Carl Edgar Jarchow) hat beim Hamburger SV einen Vertrag bis 2016 unterzeichnet

Zuvor war Kreuzer zwei Jahre lang als Sportlicher Leiter beim Karlsruher SC tätig (Copyright: Imago)

Als Spieler absolvierte Kreuzer (l., gegen Youri Mulder) 150 Bundesliga-Spiele für den FC Bayern und 132 für den KSC

Hamburg - Die Erwartungen sind groß, der Druck ist hoch - doch bei seiner Präsentation als neuer Sportdirektor des Bundesligisten Hamburger SV machte Ex-Bayern-Profi Oliver Kreuzer einen gelassenen Eindruck. Fast ein Dutzend Kamerateams, Fotografen, die um die besten Positionen rangelten - für Ex-Bayern-Profi Oliver Kreuzer war seine Präsentation als neuer HSV-Sportdirektor wie eine Reise in die Vergangenheit. "Ich habe sechs Jahre in München gespielt, ich weiß, was Druck ist", sagte der 47-Jährige am Dienstagmittag und gab sich bei aller Gelassenheit gut gerüstet für seine neue Aufgabe.
Von Kreuzer wird erwartet, dass er den HSV wieder zurück ins internationale Geschäft führt. Und das bei finanziell problematischen Bedingungen, zum Saisonende wird beim Bundesliga-Siebten ein Minus in nahezu zweistelliger Millionenhöhe erwartet. Doch der neue Mann ist optimistisch: "Wir müssen die wirtschaftliche Konsolidierung vorantreiben, aber das darf nicht zu Lasten der sportlichen Qualität gehen."

Fink machte sich für Kreuzer stark



Genau an diesem Spagat war Frank Arnesen gescheitert, Kreuzer will seinen Vorgänger dennoch in den kommenden Tagen einmal anrufen: "Ein solches Gespräch ist wichtig für mich." Der Däne signalisierte schon seine Bereitschaft zu diesem Dialog.

Nach tagelangem Poker hatten sich die Norddeutschen und Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC am vergangenen Sonntag über einen Wechsel Kreuzers an die Alster geeinigt. Der frühere Innenverteidiger hat beim HSV einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 unterschrieben, offiziell ist der 11. Juni sein erster Arbeitstag an der Elbe.

Schon vor vier Jahren galt Kreuzer als möglicher HSV-Sportchef, zog seinerzeit aber seine Kandidatur zurück: "2009 hatte ich das Gefühl, dass man mich nicht ernsthaft wollte." Davon kann diesmal angeblich keine Rede sein, besonders Trainer Thorsten Fink machte sich für den Vater zweier Kinder intern stark.

Jarchow: "Wollen mit Kreuzer etwas bewegen"



"Oliver Kreuzer hat bei seiner Kandidatur einen hervorragenden Eindruck gemacht. Wir fühlen uns in unserer einstimmigen Entscheidung bestätigt", äußerte Manfred Ertel, Aufsichtsratsvorsitzender beim norddeutschen Traditionsklub. Vorstandsboss Carl-Edgar Jarchow ergänzte: "Wir freuen uns, dass mit Oliver Kreuzer das HSV-Präsidium wieder komplett ist. Wir wollen zusammen etwas bewegen."

Die Basis dafür ist für Kreuzer die Jugendarbeit, zuletzt lief es in Hamburg in diesem Bereich alles andere als rund. So schwebte die HSV-Nachwuchsmannschaft in der Regionalliga über Monate in akuter Abstiegsgefahr und hielt die Klasse nur mit Mühe. Damit sich dies nicht wiederholt, bringt der neue Sportchef seinen alten Jugendtrainer Lothar Strehlau als Scout mit nach Hamburg.
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